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Köln

A

Atlantis

Gast
:BS:Liebe Forenfamilie,

heute habe ich etwas spannendes zu berichten, nämlich von meiner eise nach Köln.
:blum:Die aufmerksame Beobachterin wird denken:
:confused:"hä, Biggi wohnt doch in Köln."
Ja, in der Tat, ich wohne vor den Toren von Köln, und doch ausserhalb.
Auch bin ich jede Woche in der Innenstadt, und doch war meine Fahrt nach Köln heute völlig anders als, sonst.
Anders, weil ich in einer anderen Gegend unterwegs war.
Heute war ich mit meiner Tochter in DER Einkaufsmeile.
Sie beginnt geradewegs am Dom.
Unser Ziel war Kaufhof, wo es eine große Auswahl an Schulranzen gibt.
Nun, bis zum Dom war alles ok, und wir hatten gute Laune, waren fröhlich.
Dann aber ging es weiter, die Hohestrasse entlang.
Es war ein bisschen wie auf der Autobahn, eine Spur links, eine Spur rechts.
Auf der einen Seite gehen die Menschen vom Dom weg, auf der anderen auf den Dom und den Bahnhof zu.
Die Menge der Menschen ist unglaublich. In den Ferien ist immer besonders viel Los, und die Menschen waren wie ein lebendiger Fluß.
Man mußte schon gut drauf achten, nicht auf die Gegenspur zu kommen.
Stehenbleiben geht auch nicht, man fließt so mit.
Auf dieser Strasse gibt es nicht einen einzigen Baum, oder sonstiges Grün. Stattdessen ein Haus an dem nächsten, in dem Geschäfte sind.
Aus jedem Laden dringen andere Geräusche, oft Popmusik.
Und überall ist ein anderer Geruch.
Wurst, Pizza, Parfum , Brot , Süssigkeiten, Obst....-
Sooooo viele Menschen, soooooo viele Gerüche, sooooo viele Geräusche, sooooo viele Energien.
Ich mußte mich sehr zusammennehmen , um gelassen zu gehen.
Schrecklich fühlte ich mich, unbeschreiblich . Ein bisschen wie ..., schwindelig, dumpf, Druck im Kopf und im Magen.
Ich überlegte, wieso es sich so seltsam anspürte.
Die Menschen schienen eigentlich gut gelaunt. Schönes, mildes Wetter , Ferien, shoppen.
Erst dachte ich, es läge an dem Zuviel von allem, bzw. an der fehlenden Natur .
Ich schaute auf meine sechsjährige. Still lief sie neben mir. Zu still. Fast mechanisch in ihren Bewegungen, fast wie paralysiert.:hypn:
"Alles ok Maus? "
Mit fast flüsternder Stimme sagte sie, ohne mich anzuschauen:
"Mama, es ist hier so laut, in meinem Kopf drückt es.Hier ist es nicht schön."

Nun, laut war es gar nicht übermäßig. An jeder Autobahn ist es lauter, aber dort geht es sich viel unbeschwerter.

Dann schaute ich zum Hund. Anfangs hatte er unglaublich, fast panisch an der Leine gezogen. Nun ging er , fast mechnisch, zitternd, hechelnd, bei Fuß.
Durchhängende Leine, und beinahe paralysiert.
Erstaunlich, dachte ich. Ich spüre es ja auch, aber was um alles in der Welt ist das?
Wieso fühlt sich das bei all den Menschen hier so tot an?
Was stimmt hier nicht? Wieso ist das wie in einem seltsamen Vakuum.

Und mit einem Schlag dachte ich:
He, jeder ausser uns dreien hat hier vermutlich ein eingeschaltetes Handy.
Wir bewegten uns also durch eine Zone der komprimierten Hochfrequnzstrahlung, dazu in einer Welt aus Beton, ohne Natur.

Ich bin in Köln geboren, ich bin jede Woche in Kölns Strassen.
15 Jahre aber nicht mehr in dieser Einkaufsmeile.
Es war fast etwas gruselig.
Auch im Kaufhof war es beklemmend.Alles künstlich, keine Fenster.
Es dauerte nicht sehr lange, da stand die Wahl fest.
Ein Schulranzen mit Einhörnern, Wolkendrachen, Feen, Rehkitzen und Schwänen, und viiieeelen Bäumen .:hzssm:

Ohne zu trödeln sind wir dann zum Dom und zum Bahnhof zurückgekehrt:rnnn:.
Und mit jedem Meter, der uns aus der Innenstadt brachte, ging es uns besser.:BS:
Als wir schließlich ausstiegen, im Dorf meiner Eltern ( der Ranzen mußte ja Augenblicklich präsentiert werden), da lachten wir, freuten uns und fühlten uns ganz wunderbar.:LS:
Ich, die ich mich die meiste Zeit in Waldesnähe , oder zwischen Feldern und Wiesen befinde, durfte heute einmal ganz intensiv spüren, wie es sich anfühlt, wenn man die Natur aussperrt, ja, wie es sich anfühlt, wenn man sich gegen sie richtet.
Ich bin dankbar für dieses Erlebnis, denn es hat mir ganz eindringlich gezeigt, was ich sonst so oft lese.

ich wollte dies gerne mit euch teilen

so heilig und schön und lebendig ist unsere Erde. - wenn wir sie nur lassen

ich schicke euch eine ganz herzliche Umarmung,

Biggi :BS:
 
M

Micha

Gast
Danke liebe Biggi,

ich kann mir euch so richtig vorstellen. In größeren Städten fühle ich mich ebenfalls nicht wohl. In einem Park o.ä. ja, aber im Straßenverkehr? In sehr großen Menschenmengen? Eher nicht. (Deshalb habe ich auch damals die schöne Gegend um deinen Ort erkundet, bevor ich endlich ankam. So, jetzt weißt du es. :D) Und passend habe ich gestern einen Bericht über Lärm gesehen. Jeder empfindet das unterschiedlich. Und jeder Lärm wird von jedem anders empfunden. Bei Ciara weiß ich noch, wie sie sich die Ohren zuhielt und ganz entsetzt schaute, als Liza mich im Zug auf dem Handy anrief. Uns beiden machte das nichts aus.

Liebe Grüße und danke fürs Teilen
Michael
 
L

Lotus Heart

Gast
Ich, die ich mich die meiste Zeit in Waldesnähe , oder zwischen Feldern und Wiesen befinde, durfte heute einmal ganz intensiv spüren, wie es sich anfühlt, wenn man die Natur aussperrt, ja, wie es sich anfühlt, wenn man sich gegen sie richtet.
Liebe Biggi,
:dnk:schön für deinen Bericht!
Da sieht man mal, wie "abgebrüht" man wird, wenn man sich ständig in solcher Umgebung aufhält. Die meisten bemerken das vermutlich gar nicht, was euch Dreien da widerfahren ist....

Aber es ist trotz des unschönen Erlebnisses schön, wenn man weiß, dass man sensibel auf sowas reagiert und mit der Natur mehr verbunden ist als mit Beton .... :rolleyes:

HERZlichst
Gabi
 
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