Liebe Betti, liebe Gretl, liebe Alle!
Neben Hermann Hesse, dessen Zeilen mich schon mein ganzes Lese-Leben begleiten, ist mir bereits in Jugendtagen, aber auch wieder in den letzten Jahren immer öfter Rainer Maria Rilke noch näher gestanden, der es mit folgenden Worten auf den Punkt bringt:
Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies: einander lassen; denn dass wir uns halten, das fällt uns leicht und ist nicht erst zu lernen.
(R.M.Rilke, Sämtliche Werke, Band II)
Kennt Ihr übrigens das "Rilke-Projekt" oder das "Hesse Projekt"?
Hesse Projekt Rilke Projekt „Überfließende Himmel” oder:
Irgendwo blüht die Blume des Abschieds und streut
immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber;
auch noch im kommendsten Wind atmen wir Abschied. (R.M.R.)
...und, was ich zu so später Stunde da alles finde! Hört, lest, wie schön das ist!
LIEBES-LIED
Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Aber gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hält uns in der Hand?
O süßes Lied.
Ergriffen, feierlich, aber sehr liebend -
mit herzlichen Grüßen - und falls Ihr ihm begegnet auch an Väterchen Frost -
Eure Selma
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