Lieber Matthias,
als ehemalige Pferdebesitzerin und von Kindheit an Reitende, kenne ich Monty Roberts und Andrea Kutsch, und ich freue mich, sie hier anzutreffen. Es ist für mich eine lichtvolle Art mit Pferden umzugehen.
Ich selber lernte vor zehn Jahren Fred Rai bzw. seine Methoden im Umgang mit Pferden kennen.
Gewaltfreies Reiten, davon war die Sprache.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich Western- und Englisch - Reitställe und ausbildungen kennengelernt, und war wirklich begeistert, über die Komunikation von Pferden und Menschen zu lernen.
Roberts und Rai stimmen nicht in allen Punkten überein, so z.B. der Einsatz von Leckerchen, aber das erscheint mir persönlich nicht wesentlich.
Die Komunikation mit Pferden zu erlernen, das gewaltfreie Reiten , ist eine wunderbare Erweiterung , räumt Mißverständnisse zwischen Mensch und Pferd aus, und hilft vor allem Unfälle zu vermeiden.
Was für mich das allerwichtigste im Umgang mit einem Pferd ist, ist die Liebe und der Respekt zu dem Tier.
Ich habe kleine Kinder erlebt, die eine unglaubliche Freundschaft zu ihrem Pony hatten. Diese Kinder kannten weder Monty noch Frau Kutsch, aber - sie haben gaaanz viel Zeit mit ihrem Pony verbracht. Viele Stunden am Tag, und das empfinde ich als so wesentlich.
Pferde sind feinfühlig und keineswegs dumm, und das Menschen keine Pferde sind , ist ihnen klar.
Ihre Sprache zu verstehen, und ihr Verhalten hilft uns maßgeblich, aber wir können und müssen nicht alles übernehmen, es geht auch wunderbar anders.
Ich traf mal auf Menschen, die sich lange Ohren aus Pappe am Kopf befestigt hatten, um den Pferden anhand der Pappohren zu signalisieren, das sie freundlich gesonnen sind, und sie vermieden es zu lachen, weil gebleckte Zähne ( beim Lachen ) für Pferde bedrohlich wirken würde.
Junge, das war ne interessante Truppe. -
Zu einem Miteinander gehört Einfühlungsvermögen, und wer sich die Zeit nehmen mag, der wird vieles von dem entdecken, was bei den Pferdegurus , wie Monty, Rai und co. geschildert wird.
Neben dem Umgang ist aber auch die Haltung so wesentlich.
Wer denkt, daß ein Pferd einen warmen Stall wünscht, der täuscht.
Ein Pferd wünscht vielmehr eine Herde ( auch wenn sie klein ist ) , und viel Platz draussen zum freien Laufen.
Gras in Fülle ? Macht Pferde oft krank und dick.
Ich habe menschen traurig erlebt, die sagten:
Ich versteh das nicht, ich komme jeden Tag hier her , das kostet mich viel Zeit, ich putze schnell und dann reite ich und springe sogar . Jeden Tag eine Stunde, aber zwischen mir und meinem Pferd klappt nichts.
Nun, das Pferd stand 23 Stunden des Tages bei seinen Kollegen, und dann kam der Mensch, der es von den Kollegen wegholte, lästige und unangenehme und unsinnige Dinge , häufig in Eile, häufig ruppig, mit ihm veranstaltete. -
Die Folge: sobald das Pferd seinen Menschen entdeckte, verzog es sich in die entgegengesetzteste Ecke der Weide ( die Kollegen liefen mit), und Mensch rannte genervt und brüllend hinterher, oft mit rappelndem Futtereimer. -
Hach, aus 34 Jahren mit Pferden, könnte ich hier jetzt endlos weiterschreiben ,aber keine Bange, ich erlöse euch jetzt,
sage danke für dieses schöne Thema und die Möglichkeit hier (mit )zu teilen,
herzliche Grüße,
Biggi
Ps.: Habt ihr euch schonmal eine Trense (eine saubere versteht sich ) in den Mund gelegt? Oder eine Kandarre? Ich möchte das sehr empfehlen, mit der Beigabe, das die Pferdemundwinkel genauso empfindlich wie die unseren sind.


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aber keine Bange, ich erlöse euch jetzt,
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und so sehe ich die Pferde als meine Lehrer... Denn eines habe ich mit dem Auge des Herzens erkannt: Pferde sind viel mehr als "nur" Kopf Kommunikation - frei nach "wenn die Hand dort ist geschieht das"... eindeutig verstehen sie und spüren das Herz des Gegenübers, die Nervosität, die Angst, etc.




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