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Thema: Ein Leben ohne Entscheidungen

  1. #1
    Neugierig
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    12

    Standard Ein Leben ohne Entscheidungen

    Hallo! Ich habe vor 3 Tagen den Film "Mr. Nobody" geschaut, in dem es um die Unglückseligkeit der Vorhersehung der eigenen Lebenswege geht, die aus nur einer Entscheidung resultieren und die daraus folgende Schwierigkeit überhaupt noch Entscheidungen zu treffen. Nun lässt mich der Film nicht mehr los, denn ich stehe selbst vor einer großen Wende und weiß nicht welche Weg ich einschlagen soll. Doch was, wenn ich einfach gar keine Entscheidungen fälle? Wie sehe so ein Leben aus und ist es überhaupt möglich? Sind wir dann wieder unmündig oder gar seelenlos?

  2. #2
    Neugierig Avatar von Quantum-Heart
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    Standard

    Namaste.
    Zu Deiner Beruhigung: KEIN Mensch entscheidet überhaupt bewusst.
    Wenn du vom Verstand her MEINST, Du würdest eine Entscheidung treffen,- dann ist das längst gelaufen...
    Der sogenannte Entscheider sitzt im Grunde hinter dem Verstand. Dass NIEMAND,kein Mensch, wirklich Entscheidungen "mündig" trifft,- dass ist eine wissenschaftliche Tatsache.
    Ist aber eher durch Zufall bei einer Testreihe mit Studenten entdeckt worden.
    Wenn dich das interessiert gib einfach bei Google " Entscheidungen Gehirn" ein. Dann kannst Du die verblüffenden Ergebnisse nachlesen.

    Der Job des Verstandes ist es schliesslich nicht, Entscheidungen zu treffen. Sondern zu erklären....

    Es gibt übrigens auch noch einen dritten Weg.

    Was wäre denn, wenn Du die Überzeugung gelernt hättest "Egal, wie ich entscheide,- es entwickelt sich IMMER zu meinem Allerbesten und zum Allerbesten für das Ganze"?!
    Diese Überzeugung wirkt natürlich nur, wenn sie mit der für Überzeugungen typischen inneren Gewissheit versehen ist.
    Oder anders: Dem Urvertrauen in das Leben selbst.

    Und dann ? Dann wärest Du absolut frei....

  3. #3
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
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    Standard

    guten Abend liebe/r Quantum-Heart,

    wie schön dass du zu uns gefunden hast. und dich gleich mit so einem feinen Beitrag einbringst. wärst du so lieb und stellst dich hier Vorstellungsrunde auch allen anderen des Forums vor? so bekommen alle die Chance, dich gebührend begrüßen

    herzliche Grüße

    Elisabeth

  4. #4
    Neugierig
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    Standard

    Vielen Dank für deine Antwort, Quantum-Heart

    Ich meine aber eher die kantsche Unmündigkeit, da es immer schön einfach ist, andere oder die Zeit Entscheidungen treffen zu lassen Denn das wir keine Entscheidungen frei von unserer Prägung und Umwelt treffen, ist mir klar. Die Frage des Bewusstseins ist natürlich sehr interessant und man, was existieren da schon alles für philosophische Werke drüber.. Hab bei Google nur ältere Artikel gefunden (Jüngstes war 2008) und einer "Teststudie" begegne ich erstmal sehr skeptisch.., weil ich sie erstens nicht finden kann und zweitens das Wort "Test" bereits die Untersuchung KEINER repräsentativen Teilnehmeranzahl impliziert.

    Für mich gibt es immer einen Zwiespalt zwischen Gefühlicon und Verstand, selten sind sich beide einig.. Wem ich letztenendes folge, ist oft von meiner Laune abhängig.. Meistens obsiegt aber der Verstand, der mir die logischen Konsequenzen vor Augen führt, die Vor- und Nachteile jeweiliger Handlungen, Entscheidungen aufzeigt usw.

    Die Überzeugung, dass alle Entscheidungen immer zum Allerbesten sind, kann ich aufgrund meiner zu rationalen Seite nicht verinnerlichen, zudem kann eine solche Einstellung recht gefährlich werden, sowohl für einen selbst als auch für andere..., immerhin kann ein Mensch mit so einer "gelernten Überzeugung" auch Morde rechtfertigen..

    An absolute Freiheit glaube ich nicht, da wir immer irgendwelchen Restriktionen ausgesetzt sind, selbst eigens meist "unbewusst" auferlegte existieren zur Genüge.

    Mittlerweile habe ich mich auch für einen Weg entschieden, denn die Zeit ohne Handlung war recht bedrückend und sehr unbefriedigend. Ob es sich allerdings zum Allerbesten für alle herausstellt, bleibt abzuwarten..

  5. #5
    Neugierig Avatar von Quantum-Heart
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    6

    Standard

    Ich glaube kaum, dass auch der Ermordete diese Entscheidung vorteilhaft empfindet.
    Mit der Uberzeugung/Einstellung, die ich meine, geht so etwas nicht.

    Und zu Deinem Zwiespalt zwischen Gefühl und Verstand ein paar Gedankenanregungen:
    - Der Verstand bewertet auf sehr dünnem Eis. Schliesslich nimmt er über die menschlichen Sinne nur den 20Milliardsten Teil dessen wahr, was es eigentlich im heute bekannten Universum gibt... Es gibt also wesentlich mehr, dass der Verstand garnicht berücksichtigen kann.
    - Wenn der Verstand sooooo toll ist,- warum verlieben sich Menschen dann nicht auch darüber ?
    - Und vor allem,- warum kaufen sie dann nicht verstandesbezogen ein ?

    Stell Dich mal an die Kasse eines x-beliebigen Supermarktes und schau in die übervollen Einkaufswagen mit allem möglichen Kram. Dann weiss man, WIE mächtig Gefühleicon sind.

    Mir fiel übrigens bei Deinem Zwiespalt ein Ausspruch von Jesus ein "Ihr seid uneins im eigenen Haus..."

    Und ich finde, dass ist doch der "Auftrag" der heutigen Zeit: Kopf und Herz in EINklang zu bringen.

    (Es gibt übrigens mittlerweile schon etliche teure Management-Seminare. Bei denen Manager lernen können, wieder auf ihr Bauchgefühl zu hören. Weil die Ergebnisse der letzten 20 Jahre gezeigt haben, dass die bis dato propagierte "Rationale Entscheidung" zu oft mit negativen Konsequenzen behaftet war....)

  6. #6
    Neugierig Avatar von Quantum-Heart
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    6

    Standard

    Noch ein kleiner Nachsatz.
    Ich habe auch nicht von Philosophien gesprochen. Sondern von Neurobiologie.
    Und, weil Du nichts darüber im Netz gefunden hast, hier ein Link dazu:

    Gehirn/Entscheidungen

    Da geht es nicht um irgendwelche Pseudo-Wissenschaften. Und ich glaube, das Max-Planck-Institut ist da für Deutschland über jeden Zweifel erhaben.

    Was in dem obigen Bericht steht, ist aber schon seit vielen Jahren für Neurobiologen "Alltagswissen"....

  7. #7
    liesel
    Inspiriert

    Standard

    Zitat Zitat von Quantum-Heart Beitrag anzeigen
    Noch ein kleiner Nachsatz.
    Ich habe auch nicht von Philosophien gesprochen. Sondern von Neurobiologie.
    Und, weil Du nichts darüber im Netz gefunden hast, hier ein Link dazu:

    Gehirn/Entscheidungen

    Da geht es nicht um irgendwelche Pseudo-Wissenschaften. Und ich glaube, das Max-Planck-Institut ist da für Deutschland über jeden Zweifel erhaben.

    Was in dem obigen Bericht steht, ist aber schon seit vielen Jahren für Neurobiologen "Alltagswissen"....
    Diesen Link finde ich überaltet. Ich habe da andere Erkenntnisse. Es kommt immer auf den Bewusstseinsstand des Einzelnen an wie bewusst und unbewusst jemand handelt. Jemand der keinen Bezug zu seinem Unterbewustsein hat der handelt vom Verstand her unbewusst.

  8. #8
    Neugierig
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    Standard

    Zitat Zitat von Quantum-Heart Beitrag anzeigen
    Ich glaube kaum, dass auch der Ermordete diese Entscheidung vorteilhaft empfindet.
    Mit der Uberzeugung/Einstellung, die ich meine, geht so etwas nicht.
    Wie war, aber wie meinst du es denn dann??? Der Tätericon hat doch aber gelernt, dass alle seine Entscheidungen zum Allerbesten für ihn und das große Ganze sind, also kann er sagen, dass der Tot des Opfers einem höheren Zweck dient...

  9. #9
    Neugierig
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    Standard


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    Zitat Zitat von Quantum-Heart Beitrag anzeigen
    Stell Dich mal an die Kasse eines x-beliebigen Supermarktes und schau in die übervollen Einkaufswagen mit allem möglichen Kram. Dann weiss man, WIE mächtig Gefühleicon sind.
    Gefühle sind in der Tat mächtig, doch wenn du schon neurobiologisch argumentierst, warum denn so mystische UND philosophische Formulierungen? Der Artikel ist etwas veraltet und enthält eine noch weiter zu erforschende Erkenntnis und kein "Alltagswissen", denn in der Wissenschaft gibt es (noch) kein Stillstand, ansonsten blühen uns wieder tausende Jahre evolutionärer Stagnation..

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