Christina Wuga (06.02.2012),georgy curant (05.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (05.02.2012),RegenbogenHerz (05.02.2012),Sabine I. Exl (06.02.2012),sonnenschein1 (05.02.2012)
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ihr Lieben,
noch unter dem Eindruck von Matthias' Angebot mit der Barbara Karlich Show (öffentlich um Verzeihung bitten) und dem eigenen Bedürfnis, um Verzeihung zu bitten für so vieles hab ich Alexander gestern dazu überreden können, mit mir gemeinsam einen wunderbaren Text zum Thema Verzeihen von Rabbi David Zeller zu übersetzen. Alexander erfuhr die Gnade, diesen Rabbi noch kennen zu lernen, ihn zu spüren und zu erfahren. auch seinen Humor - und den haben wir versucht, hier mit herein zu bringen. fühlt selbst, ob ihr mit diesen Worten etwas anfangen könnt. mir persönlich hat diese Arbeit sooo gut getan, Spaß gemacht und meine beiden Tage bereichert - und diese Freude teile ich mit euch!
Es tut mir leid. Ich habe einen Fehlergemacht. Bitte vergib mir.
Die meisten meiner Erlebnisse in Indien führten zu neuen Durchbrüchen und Einsichten. Und es war für mich keine Kopf- oder Herzensfrage, dass sie durch die Bewusstheit, Erkenntnis und Liebe dieser erleuchteten Lehrer passierten, die mich in der Nähe und der Ferne begleiteten. Demzufolge schreibe ich diese Erfahrungen in Sai Baba's Hinterhof ihm zu. Letztendlich lernte ich immer wieder, dass alles von Gott kommt, der uns genau von dort abholt, wo wir gerade stehen.
Die Kleidervorschrift in Sai Baba's Ashram erfordert, dass wir weiß tragen und dass Frauen sich bescheiden kleiden. Bedeckte Arme inbegriffen. Unter den Leuten im Ashram war eine Amerikanerin namens Jenny. Sie war eine wundervolle spirituelle Balladen- und Liedermacherin – und eine ziemlich starke Persönlichkeit. Ihre Arme waren unbedeckt.
Einer der Ashram Aufseher näherte sich ihr und bat sie sehr freundlich, ihre Arme zu bedecken. Jenny sagte höflich nein. Der Mann sagte ganz nett „Du würdest eine Menge Leute glücklich machen, wenn du deine Arme bedeckst.“
„Das Glück der Menschen sollte nicht davon abhängen, ob meine Arme bedeckt sind oder nicht“, sagte sie mit Strenge, Überzeugung und ein wenig Trotz.
„Dann tut es mir leid, dass ich dich bitten muss zu gehen.“
An diesem Punkt mischte ich mich unauffällig ein, um den Frieden wieder herzustellen. Ich warf ein, dass das doch nicht so schlimm sei, und überhaupt, es sei sehr heiß, und es müsse eine Lösung für dieses Problem geben.
„Und du solltest gleich mitgehen!“, sagte der Aufseher zu mir.
Ich? Ich hatte nichts Falsches gemacht. Ich wollte doch nur helfen. Wir konnte er mich bitten zu gehen? Wie aus dem Nichts und bevor ich wusste wie mir geschah materialisierten sich sechs Ashram „Ordner“ vor mir und schleppten mich mit Gewalt zum Eingang. Ich rang mit ihnen, schrie: „Wo ist die Liebe, die Baba lehrt?“ Ich fühlte mich wie in einem alten Western aus dem Saloon hinaus geschmissen. Ich klaubte mich vom Boden auf, klopfte den Staub ab. Und war ziemlich erschüttert über das Geschehene.
Was sollte ich tun? Wie konnte das geschehen? In diesem Moment kam eine Amerikanerin und wies mich auf meinen zerrissenen Ärmel hin. „Was ist geschehen?“, fragte sie. Ich erzählte ihr meine Version der Geschichte. Sie sagte: „Naja, hast du dich nicht nicht gestern darüber beklagt, dass es dir mit einem Hemd hier zu heiß sei? Es sieht ganz so aus, als hätte Baba dein Hemd durchlüftet.“ Ich war noch nicht ganz bereit für diese Erkenntnis. Entschlossen die Situation zu klären sagte sie: „Ich bin sicher hier gab es einige Fehler. Aber sorge dich nicht. Wir gehen zur beschuldigten Person und alles wird in Ordnung kommen.“
„Aber das ist jener, der mich hinaus geschmissen hat.“
„Oh mein Lieber! Mach dir nichts draus, wir gehen da einfach hin und sprechen mit ihm. Hör zu was ich sage und sprich mir nach, gut?“
Wir gingen hinüber zu dem Mann, der mich gerade hinaus geworfen hatte und wechselten einige Worte. Dann sagte sie: „Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte verzeih mir.“ Sie gab mir zu verstehen dass jetzt ich dran war, ihre Worte zu wiederholen.
(Im Stillen dachte ich: „Was?! Es tut mir nicht leid. Ich habe keinen Fehler gemacht. Also wozu brauche ich seine Vergebung?“)
Sie wartete geduldig dass ich meine Zeilen heraus brachte. Mit den Zähnen knirschend und überall hinblickend, nur nicht in seine Augen, murmelte ich: „Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte vergib mir.“ Soviel zur Unaufrichtigkeit.
Er sah mir direkt in die Augen und sagte: „Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte vergib mir.“ Er sagte es mit absoluter Aufrichtigkeit, direkt aus seinem Herzen heraus.
Mir war ein wenig übel von meiner eigenen Unaufrichtigkeit, oder vielleicht hatte ich auch Bauchweh, weil ich den Mund ein wenig zu voll genommen hatte?
Und das wars! Ich war zurück im Ashram, Gott sei Dank. Alles war in Ordnung.
Ich war so hin und weg von dieser Erfahrung, diesem schlichten um Vergebung bitten, dass ich begann, dies als eine Art Mantraanzuwenden. Als ich an einem Baum vorbei kam, fiel mir auf, dass ich immer vorbei gegangen war, ohne stehenzubleiben und ihn anzuschauen, ihn zu sehen, seine Existenz anzuerkennen, seine Schönheit und seine göttliche Essenz. So sagte ich zum Baum: „Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte verzeih mir.“ Und so weiter. Mit Menschen und Dingen; ich bat die ganze Welt und den Schöpfer um Vergebung. Wie konnte ich nur so sicher gewesen sein, niemals Fehler zu machen? So sicher, dass mir nie etwas leid täte? So sicher, dass ich niemanden jemals um Verzeihung bitten müsste?
Ich flanierte herum und erinnerte mich an die Lehrgeschichte von Rabbi Nachman von Breslov, die ich von Shlomo Carlebach gelernt hatte. Shlomo hätte gesagt: „Welches Recht habe ich, auf den Steinen oder am Gras zu gehen? Ohne mir bewusst zu machen, dass Gott alles erschafft, alles belebt und die grundlegende Lebenskraft in allem ist – welches Recht also habe ich, irgendetwas dieser Welt zu benutzen?“
Diese Lektion von Shlomo und der Zwischenfall in Sai Baba's Ashram, beides war Teil der Stufen des jüdischen Konzepts der Teshuvah:
Reue empfinden,
sich klar sein, was man getan hat,
Bedauern fühlen,
um Vergebung bitten,
entschlossen sein, diesen Fehler nicht zu wiederholen,
es das nächste Mal in einer ähnliche Situation besser zu machen.
Sowohl bei den Hindus wie bei den Juden ist das die gemeinsame Basis: Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte vergib mir.
Rabbi David Zeller
„The soul of the story“
Meetings with remarkable people
Jewish lights publishing, 2006
ISBN 1-58023-272-8
Jewish Lights
schönes restliches Wochenende rundherum!
Christina Wuga (06.02.2012),georgy curant (05.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (05.02.2012),RegenbogenHerz (05.02.2012),Sabine I. Exl (06.02.2012),sonnenschein1 (05.02.2012)
Liebe Lichtblicke,
es ist nicht meins jeden Menschen, Tier, Ding, um Verzeihung zu bitten. Ich mache es so, das ich dem anderen vergebe. Aber ich würde nicht jeden um verzeihung bitte, was ist wenn ich keine Verzeihung bekommen um die ich gebeten habe? Ich möchte mich nicht von anderen abhängig machen. Man glaubt es kaum, aber soll Sachen können bis über den Tod wirken. Und über Generation und Unfrieden schaffen.
Ich mache es so, ich sage, es tut mir leid, ich habe eine Fehlergemacht, ich vergebe mir und ich vergebe dir. Danke. Ich bitte dabei um nichts. Ich muss nicht auf die Verzeihung des anderen warten. Das ist für mich stimmig.
Ich finde nicht, das der Rabbi einen Fehler gemacht hat. Vielleicht hätte er sich einfach daraus hallten sollen!
Liebe Grüße, Carolin
georgy curant (05.02.2012),Lichtblicke (05.02.2012),sonnenschein1 (05.02.2012)
Liebe Lisa,
ich danke dir von Herzen für diese Zeilen. Nun, ich habe beim Rabbi auch keinen Fehlergesehen. Oder doch? Ich für mich habe durch das Lesen des Textes erkannt, dass ich mich auch viel zu schnell einmisch(t)e in Angelegenheiten anderer. Das tat mir und den zwischenmenschlichen Beziehungen nicht gut. Also hab ich für mich entschieden, dies sein zu lassen. Klar, da schreit immer jemand "jetzt helfe doch endlich", oder "sag was dazu". Ja ja, das liebe Ego
. Nur kenne ich es diesbezüglich nun recht gut und gehe ihm nicht mehr so oft auf den Leim. Jedoch ist es sehr tricky. Bei manchen Dingen ist es unabdingbar, dass ich helfe ohne zu fragen, z.B. wenn jemand in Gefahr ist, ich es erkenne und ihn retten kann. Dies geschah 1988 in Sizilien. Wir waren am Meer, das sehr aufgewühlt war, hohe Wellen und wir hatten viel Spaß im Wasser. Weit draussen sah ich jemanden winken. Hihi, dachte ich mir, na die haben vielleicht Spaß. Gott sei Dank kannte ich so einige italienische Worte. Und dieses Wort war aiuto = Hilfe. Ich erkannte, dass da jemand am Ertrinken war. Ohne nachzudenken und zu überlegen, was ich tun kann, schwamm ich raus und konnte so diesen jungen Mann retten. Bis jemand mit einem Boot da war, hatte ich ihn schon auf eine herbeigebrachte Luftmatratze gezogen. Die half mir auch, Gott sei Dank. Ich dankte meinen Kenntnissen aus meiner Rettugsschwimmerzeit (siehst du, nichts geschieht umsonst, egal, wann man es braucht). Der Mann war ziemlich erschöpft, ich auch. Ein Danke bekam ich von ihm nicht, was mich damals enttäuschte. Heute denke ich anders darüber.
Deshalb passen die Worte für mich hier gut. "Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte verzeih mir.“ Lieber unbekannter Sizilianer, sie sind an dich gerichtet und auch an mich. Diese drei kurzen Sätze haben so einiges in mir bewegt. Ich danke dir für diese von euch übersetzten Zeilen und die weisen Worte des Rabbis.
Herzliche Grüße
Michael
Christina Wuga (06.02.2012),lakshmi (05.02.2012),Lichtblicke (05.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012)
liebe Carolin,
ich warte nicht, ob mir verziehen wird. indem ich zugebe, einen Fehlergemacht zu haben, und das von Herzen, verzeihe ich ja mir. und damit ist für mich der Fall erledigt. der andere darf sogar bitterböse auf mich bleiben - es ist in Ordnung. ich habe so einen Fall in meinem direkten Umfeld. jedes Mal, wenn ich dieser Person begegne merke ich, wie sich ihr Herz zusammen zieht, nicht meines. und ich habe wahrlich Mitgefühl. und es wird schon irgendwo in meinem Leben eine Situation gegeben haben, wo ich unverzeihlich war. ist ganz gut, so ein Gefühl
kennen zu lernen.
ich verstehe Rabbi Zeller auf diese Art. und ich finde es vollkommen in Ordnung, was du dabei für dich heraus holst.
Umarmung rundherum!
Christina Wuga (06.02.2012),georgy curant (06.02.2012),lakshmi (05.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (05.02.2012),RegenbogenHerz (05.02.2012)
ihr Lieben,
ich möchte noch einmal auf Carolin's posting Bezug nehmen.
ich glaube aus tiefstem Herzen, dass es keine Fehlergibt. und auch keine richtigen Handlungen oder Taten. das wären einfach die zwei Seiten einer Sache. was es gibt, ist Ursache und Wirkung. hätte der Rabbi nicht eingegriffen, hätte er die Erfahrung nicht gemacht. das ist genauso gut wie die Erfahrung zu machen - meine ich. offensichtlich war diese Erfahrung in seinem Leben dran. und dieser Mann hat gehandelt, ohne viel zu denken - aus seinem Bedürfnis zu helfen heraus. und das war ja das Thema dahinter, dass er auch noch erkennen hat können. wir wissen aus dieser Geschichte nichts darüber.
schon spannend, was das Einstellen dieser Geschichte wieder alles auslöst. in mir war dieser Impuls so stark, die Geschichte zu übersetzen, dass ich einfach nachgab. mal sehen, was da noch so kommt...
Christina Wuga (06.02.2012),georgy curant (06.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (05.02.2012)
hallo ihr lieben .
ja ich verzeihe auch mir selbst und damit ist die sache erledigt.
wer mir dann böse sein will,für denjenigen ist es ok.
mein herz ist dann jedenfalls frei
georgy curant (06.02.2012),Lichtblicke (05.02.2012),Micha (05.02.2012)
georgy curant (06.02.2012),Lichtblicke (06.02.2012)
liebe Carolin,
genau. ich fühle es sogar noch weitreichender - das alles IST, um zu sein - um der oder die zu werden, die wir wesensbedingt sind. wunderschön, strahlend und liebend. um Vergebung zu bitten macht ein Stück weit demütiger, und das betrifft das Ego. das nicht demütig sein kann oder will. jedenfalls bei mir war es so. und das hatte etwas mit dem Thema zu tun, das im Thread "sich als etwas besonderes fühlen" beredet wurde. bin ich das Besondere, ohne Schein und Maske, kann ich auch jederzeit demütig sein - sogar wenn ich vollkommen recht habe - und mich einfach dafür entschuldige, jemanden verletzt zu haben. denn in meiner Absicht kann das ja so nicht gelegen haben - ich möchte ja niemanden zwangsbeglücken. so viele Themen spielen da bei mir hinein. und mir ist schon klar, dass ich darauf so aus vollem Herzen reagiere, weil es eben grad mein Thema ist.
es schneit - aaaah, ich bin so glücklich!
Geändert von Lichtblicke (06.02.2012 um 07:14 Uhr) Grund: nötige ergänzungen
Atlantis (06.02.2012),Christina Wuga (06.02.2012),georgy curant (06.02.2012),lakshmi (06.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (06.02.2012)
Liebe Lisa,
danke für deine Antwort. ich stimme dir vollkommen zu.Ja es ist wunderbar anderen Mensch verzeihen zu können, das macht das Herz frei!
Liebe Grüße, Carolin
georgy curant (06.02.2012),lakshmi (06.02.2012)
Ihr Lieben,
dazu fällt mir grad etwas ein.
Ich habe ja viele Jahre mit Kindergartenkindern gearbeitet . Da kam es oft vor, daß ich ein Kind , aus welchen Gründen auch immer , ungerecht behandelte.
Mal hatte ich eine Situation einfach falsch eingeschätzt, mal habe ich voreilig gehandelt, mal war ich zu explosiv.
So wies ich Kinder also zurecht, oder holte sie mitunter sogar aus einer Situation heraus und hieß sie eine Weile zu überlegen, ob das so ok war, wie sie sich denn da verhalten hätten.
In vielen Situationen war das eine hilfreicht und gute Lösung, aber in all den Malen, wo ICH zu schnell war, falsch einschätzte, da wog es anders.
Bewußt ist mir kein einziger Fall, in dem ich das jeweilige Kind nicht um Verzeihung bat und ihm sagte: Bitte höre, es war nicht richtig von mir, dich so zu behandeln. Ich war genervt, und ich habe nicht gut hingeschaut, so habe ich dich ungerecht behandelt.... "
In den meisten Fällen waren die Kinder sehr glücklich, was leicht an den erleichterten und strahlenden Augen zu erkennen war. Gerne nahmen sie die Entschuldigung an.
Auch mir ging es damit stets gut, denn ich konnte die Situation klären.
Jeder von uns reagiert manchmal in einer Weise, die einem anderen gegenüber nicht fair , nicht liebevoll, nicht respektvoll ist.
Das fällt im allgemeinen Sprachgebrauch unter Fehler. Fehler machen ist nicht schlimm , es geschieht auch nicht zufällig und für alle Beteiligten birgt es ein Geschenk.
Vielleicht ist es lediglich das Wort FEHLER, welches uns mitunter zusammenzucken läßt.
Wenn mich jemand um Verzeihung bittet, so freue ich mich darüber, daß der entsprechende Mensch mir zeigt, daß er mich respektvoll behandeln möchte, und daß er sich reflektiert hat.
Aber vergeben muß ich dem Menschen nicht wirklich, denn ich habe die Situation genau so angezogen, und habe die Chance aus ihr etwas zu lernen.
Bitte ich andere um Verzeihung, so möchte ich ihnen damit zeigen, daß ICH mich reflektiert habe, und zu dem Schluß gekommen bin, daß mein Verhalten nicht respektvoll war.
Ein Fehler kann für mich eigentlich nicht wirklich in gut oder schlecht eingestuft werden. Ein sogenannter Fehler hat einen Sinn, er soll und kann dienenund kann uns so sehr helfen.
Ich habe erlebt, daß es für manche Menschen nicht in Frage kommt um Verzeihung zu bitten, oder zu sagen:
das war unbeherrscht von mir und ich tat dir damit weh, verzeihung .
Grad für diese Menschen ist es eine ganz große Chance, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.
Manchen fällt das leicht, und sie schaffen damit Ballast fort. Andere tragen schwer .
In meiner Zeit im Altenheim , als Freizeitpädagogin habe ich erlebt, daß Menschen auf dem Sterbebett so große Erleichterung fanden, weil sie entlich um Verzeihung bitten konnten.
Wow, in letzter Minute.
Doch wie schwer sah ich andere gehen, die weder sich noch anderen verzeihen mochten/konnten.
ja, das waren meine Gedanken zu diesem kostbaren Thema,
Grüße von Herzen,
Biggi
Christina Wuga (06.02.2012),georgy curant (06.02.2012),Lichtblicke (06.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (06.02.2012),Sabine I. Exl (06.02.2012)
Hallo ihr All-e !
Mir gefällt: "tut mit leid" besser als: "enschuldige bitte".
Aber bei beiden ist: eine Überwindung des"Ego" vorausgegangen und das scheint mir: der Kern der Erkenntnis zu sein und auch des: "über-sich-selbst-hinauszuwachsen".
All-en All-es Liebe
georgy
Lieber Georg,
bei mir war das Thema Entschuldigung auch sehr lange Zeit präsent. Ich konnte es nicht. Und meist habe ich mich nicht entschuldigt, war trotzig wegen der Reaktion des anderen, weil ich "ja Recht habe, mit dem, was ich sagte". Und wenn ich mich mal entschuldigte, dann fiel es mir leichter "tut mir leid" zu sagen, als "bitte entschuldige", oder "ich habe einen Fehlergemacht, bitte verzeihe mir". Heute kann ich beides, es fällt mir ganz leicht. Durch einen PN-Verkehr am Samstag durfte ich für mich erkennen und erfahren, wie wichtig es einer Person sein kann sich zu entschuldigen (in dem Fall bei mir), obwohl gar nichts geschehen war, jedenfalls aus meiner Sicht. Jedoch der Gegenüber sah dies anders und hat sich für sein Verhalten entschuldigt. Die Erklärungen, die dann kamen, waren mir sehr dienlich. Ich danke dafür.
Herzliche Grüße
Michael
Atlantis (06.02.2012),georgy curant (06.02.2012),lakshmi (06.02.2012)
Namaste ihr Lieben,
heute möchte ich mich von Herzen bei Elisabeth und Alexander für die wunderbare Geschichte bedanken. Die Geschichte ist deswegen so berührend, da ja Sabine und ich genau dort waren, wo diese sich zugetragen hat. In Baba's Ashram kamen jeden Tag bis zu 15.000 Menschen um den Segen - Darshan - zu empfangen...
Dies zu organisieren ist natürlich nicht einfach und so sind die Sevadees die "Ordnungshüter" des Ashrams, so ähnlich wie hier im Forum die Moderatoren. Ich persönlich erlebte die Sevadees immer als sehr respektvoll und gleichzeitig sehr klar und bestimmend. Wieso?
15.000 Menschen und 15.000 Egos auf einen Fleck - dies ist eine explosive Mischung. Viele "meinen" die Wahrheit zu kennen und dass es "natürlich in Ordnung sei" seine Wahrheit auszuleben und auszusprechen - die Arroganz des Ichs schlägt hier voll zu. Gäbe es keine Institution wie die Sevadees würde pures Chaos ausbrechen - weil sehr viele Menschen eines nicht gelernt haben: Selbstbeherrschung. Ein Beispiel sei genannt: eine Dame, die unbedingt Baba näher kommen wollte, ihren Platz verließ und sich auf Baba "stürzte" ohne von den Sevadees erwischt zu werden: sie "krallte" sich in seinen Füßen fest bis er blutete...
Das Wollen der Menschen - wie auch meines - trieb im Ashram seltsamste Blüten. Danke Baba, dass du mir mein Wollen so vor Augen führtest.
Aus diesem Grund sind die Ashramsregeln sehr klar definiert und nur die hatten damit Probleme, deren Egosich nicht unerordnen konnte. Die Geschichte des Rabbis spiegelt natürlich das "Einmischen" wieder und das "Strecken der Regeln wollen".
Interessant dabei ist, dass die Sevadees von vielen Menschen "gehasst" werden, weil man von ihnen "eingeschränkt" wird. Nur wenige Menschen sind dankbar für ihren schwierigen Dienst, den sie leisten. Und so kommt es natürlich auch, dass die Sevadees gerade von den westlichen Besuchern "genug" haben, die immer und immer wieder Diskussionen anfangen.
Wenn dann nach einem "Rauswurf" der Besucher sich beim Sevadee entschuldigt ist dies für ihn eine wirkliche tiefgehende Überraschung. Denn auch in den Sevadees ensteht ein "Ablehnungsbild" gegen die undisziplinierten Menschen - und dieses Bild zerbröselt in dem Moment, wo sich jemand entschuldigt.
Entschuldigen hat eine unendlich große Kraft, denn es ist nur das "Ich" dass sich gegen eine Entschuldigung wehrt.
Der Mensch ist so schnell in Aussagen wie: "der oder die ist schlecht zu mir, der oder die übt Macht über mich aus". Viel weiser wäre die Frage, was ist es in mir, dass sich so sehr gegen diesen Menschen wehrt - wieso lehne ich Regeln ab, wieso begebe ich mich in die Opferrolle - wieso empfinde ich mich überhaupt als "Opfer"? Denn nur das "Ich" kann sich herabgesetzt oder belehrt fühlen. Welch ein Irrtum zu glauben, dass sich das Außen ändern wird, nur weil das eigene "Ich" rebelliert. Lasse ich dies los, erkenne, dass es "ICH" bin, der die Emotionerlebt vollkommen unabhängig vom Außen, dass es das "Ich" ist, dass diese Gefühle hat kehre ich zur Demut zurück und die Arroganz weicht der Erkenntnis.
In diesem Moment bin ich wieder der Handelnde und bin Selbstbestimmt, da ich erkenne, dass ich in die falsche Richtung geblickt hatte - in den "bösen" Spiegel statt in mir selbst die Wurzel der Emotion zu finden.
Mit dieser Erkenntnis ist es dann wesentlich leichter zu sagen:
"Es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht" - wie es eben auch der Sevadee erkannte, als er eine Entschuldigung von jemanden empfing, den er dafür als nicht fähig abgestempelt hatte...
Und so geschah Heilung, durch die wunderbare Kraft der Entschuldigung.
Zum Wort "Fehler" - Auch diesem Wort kann man Resonanzen empfinden, es in kleinste Bestandteile zerlegen nur um von der eigenen Ablehnung einem Wort gegenüber wegzuschauen oder man kann das Wort als das stehen lassen, was es bedeutet: "Fehler".
Umarmung von Herzen,
Om,
Matthias
Danke Baba!
Matthias A. Exl, MBA
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Hallo ihr lieben,
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wenn ich einen Fehlergemacht habe, sage ich das es mir leid tut und das ich einen Fehler gemacht habe und das ich schaue so gut ich kann, das ich es anders mache. Ich schauen, das ich diesen Fehler nicht noch einmal mache. Wenn es, für mich sinn ergibt, was der andere mir sagt.
Ich möchte aber noch einmal auf den Satz zurück kommen, weil ich mich da immer noch mit dem Kopf anstosse.
Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte vergib mir.
Mit den zwei Sätzen kann ich gut umgehen, habe ich ja oben auch geschrieben.
Was ich aber nicht verstehe, wenn man jemanden anderen darum bitte "Bitte vergib mir" und der andere sagt: "Nein ich vergebe dir nicht." Was macht ihr dann?
Das würde mich echt sehr interessieren!![]()
Eure Meinung bitte!
Liebe Grüße, Carolin
Atlantis (06.02.2012),Matthias A. Exl (06.02.2012),Micha (06.02.2012),Sabine I. Exl (06.02.2012)
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