Liebe Jakobe,
was Du schreibst ist sehr berührend und ich danke Dir für Deine Offenheit.
Ich selbst bin in einer Familie aufgewachsen, wo man Körperkontakt vermied. So weiß ich, wie stark sich die Folgen auf die Lebensqualität auswirken können und wie schwierig es sein kann, Körperkontakt auf natürliche Art wieder zuzulassen und zu leben.
Ich finde es ganz wunderbar, dass Du DENNOCH wahrgenommen hast, was diese Frau sich wünscht. Und ich erinnere mich daran wie es war, als ich im Rahmen einer Hospizhelfer-Ausbildung eine alte Dame im Pflegeheim besuchen ging, die nicht mehr viel sehen konnte. Aber ich durfte ihre Hand halten und was da an Energien floss, beschenkte uns beide unheimlich. Sie lag den ganzen Tag nur im Bett und sie hatte keine Angehörigen, die sie besuchen kamen. Sie verwechselte mich mit einer früheren Freundin. Erst sagte sie, ich wäre dieser ähnlich, dann meinte sie manchmal, ich sie diese Person. Das spielte aber keine Rolle. Ich vermute, dass es ihr dadurch leichter viel, den vertrauensvollen Kontakt zuzulassen.
Ich habe eine Tante, deren (liebevolle) Mutter bei ihrer Geburt starb, so dass sie bei der Stiefmutter aufwuchs, die ihrem Namen Ehre machte. Meinte Tante musste von klein an schwer arbeiten, wurde geschlagen und mit allen möglichen Schimpfworten bedacht, ständig. Sie erzählte mir manchmal ganz ähnliches wie Du, dass sie von Engeln gestreichelt wird und deren Berührung spürt, wenn es ihr mal ganz schlecht geht, sie ruhig sitzt und sich mit drüben unterhält. Aufgrund Deiner Erzählung erinnere ich mich daran. Nun, so ist es.
Und so gib die scheinbar kleinen Dinge, die Du zu geben vermagst und möchtest, wenn es für Dich passt. Du beschenkst Dich selbst damit, denn wo immer zwei Menschen sich einander liebevoll und im Wissen um Gottes Gegenwart nähern, ist er bei ihnen.
Alles Liebe und Gottes Segen allezeit
Marion


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mich jetzt immer innig umarmen. Aber das liegt natürlich daran - außer, dass wir uns wirklich sehr lieben und verstehen - , dass sie sich klar darüber sind, dass ich mehr oder weniger bald nicht mehr da sein werde. Damit habe ICH kein Problem, aber ich weiß - auch aus eigener Erfahrung - dass sie es haben werden.
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