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Thema: Streicheleinheiten

  1. #1
    Fragend
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    Idee Streicheleinheiten

    An sich schreibe ich meine Gedanken immer in meinen Blog, aber über dieses Thema möchte ich dort lieber nicht sprechen, denn es lesen dort Menschen, die es direkt angeht.

    In dem Seniorenheim, in dem ich seit einem Jahr lebe, sitze ich mittags mit zwei alten Damen zusammen, denen es sehr schlecht geht. Die eine hat Parkinson und kann kaum noch ruhig auf ihrem Stuhl sitzen und die andere ist hochgradig dement. Es war mein eigener Wunsch, dort zu essen, denn keiner will mit diesen leidenden Frauen etwas zu tun haben. Ich sehe in ihnen immer die Menschen, die sie einmal waren, und so behandle ich sie auch. Als ich heute von einem Spaziergang zurückkam, begegnete ich der dementen Dame, an deren Tür ich vorbei musste. Sie lud mich in ihre Wohnung und fragte mich, ob sie auch alles schön eingerichtet hätte. Aber es sah genauso leer und trostlos aus wie vor einigen Monaten, als ich schon einmal ihr Zimmer besucht hatte. Neulich erzählte sie mir stolz, dass ihr Sohn schöne Bilder aus Worpswede aufgehängt hätte, die ich mir unbedingt ansehen müsse. Nun, es hingen keine neuen Bilder an den Wänden. Und plötzlich war mir die ganze Tragik dieser Frau bewusst. Ich spürte richtig, dass sie nur in den Arm genommen werden wollte oder zumindest gestreichelt. Ich habe ihr versprochen, demnächst mit ihr spazieren zu gehen. Denn auch, wenn sie alles vergisst und nur 'Märchen' erzählt, verstehen wir uns blendend.

    Diese Kranken werden sicher aufs Beste betreut, aber wohl kaum geliebt oder gar gestreichelt.

    Auch ich gehöre zu den Menschen, die in ihrem Leben nie gestreichelt wurde. Ich wusste gar nicht, wie sich das anfühlt. Erst, als ich die Liebe Gottes kennengelernt hatte, durfte ich diese Erfahrung machen.. Und zwar im Wachzustand. Das war so wundervoll!!!

    Ein solches Erlebnis wünsche ich allen Menschen, die sich einsam und ungeliebt fühlen. Sie würden ihre Gebrechen wohl nicht mehr loswerden, aber sie würden trotzdem glücklich sein. So wie ich es bin. Und das schon seit 25 Jahren, als ich das erste Mal die Hand Gottes spürte, wie sie mich streichelte.

    Ich weiß, dass ich bei Euch diese Gedanken loswerden darf. Und dafür danke ich Euch

    Liebe Grüße

    Jakobe

  2. #2
    Erfahren Avatar von Marion Frey
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    Liebe Jakobe,

    was Du schreibst ist sehr berührend und ich danke Dir für Deine Offenheit.

    Ich selbst bin in einer Familie aufgewachsen, wo man Körperkontakt vermied. So weiß ich, wie stark sich die Folgen auf die Lebensqualität auswirken können und wie schwierig es sein kann, Körperkontakt auf natürliche Art wieder zuzulassen und zu leben.

    Ich finde es ganz wunderbar, dass Du DENNOCH wahrgenommen hast, was diese Frau sich wünscht. Und ich erinnere mich daran wie es war, als ich im Rahmen einer Hospizhelfer-Ausbildung eine alte Dame im Pflegeheim besuchen ging, die nicht mehr viel sehen konnte. Aber ich durfte ihre Hand halten und was da an Energien floss, beschenkte uns beide unheimlich. Sie lag den ganzen Tag nur im Bett und sie hatte keine Angehörigen, die sie besuchen kamen. Sie verwechselte mich mit einer früheren Freundin. Erst sagte sie, ich wäre dieser ähnlich, dann meinte sie manchmal, ich sie diese Person. Das spielte aber keine Rolle. Ich vermute, dass es ihr dadurch leichter viel, den vertrauensvollen Kontakt zuzulassen.

    Ich habe eine Tante, deren (liebevolle) Mutter bei ihrer Geburt starb, so dass sie bei der Stiefmutter aufwuchs, die ihrem Namen Ehre machte. Meinte Tante musste von klein an schwer arbeiten, wurde geschlagen und mit allen möglichen Schimpfworten bedacht, ständig. Sie erzählte mir manchmal ganz ähnliches wie Du, dass sie von Engeln gestreichelt wird und deren Berührung spürt, wenn es ihr mal ganz schlecht geht, sie ruhig sitzt und sich mit drüben unterhält. Aufgrund Deiner Erzählung erinnere ich mich daran. Nun, so ist es.

    Und so gib die scheinbar kleinen Dinge, die Du zu geben vermagst und möchtest, wenn es für Dich passt. Du beschenkst Dich selbst damit, denn wo immer zwei Menschen sich einander liebevoll und im Wissen um Gottes Gegenwart nähern, ist er bei ihnen.

    Alles Liebe und Gottes Segen allezeit




    Marion

  3. #3
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    Liebe Marion,

    hab Dank für Deinen Bericht. Allein die Tatsache, dass ich mich immer bei Tisch um meine beiden Mitbewohnerinnen kümmere, hat schon seine Kreise gezogen. Das gesamte Personal, das uns bedient, geht jetzt liebevoll, geduldig und fürsorglich mit den beiden Damen um. Das war vorher nicht der Fall.

    Was mich anbetrifft, so habe ich mich jahrelang um junge Menschen mit Suchtproblemen gekümmert. Ich tat nichts anderes, als ihnen meine Freundschaft zu schenken. Mehrere schafften es, clean zu werden, nur ein besonders lieber junger Freund schaffte es nicht mehr. Mit den anderen habe ich noch heute Kontakt.

    Alles Liebe

    jako

  4. #4
    Erfahren Avatar von Marion Frey
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    Liebe Jakobe,

    wie schön, dass durch Deine Aufmerksamkeit gegenüber bisher Unbeachteten auch die Aufmerksamkeit anderer angezogen wurde und so positive Zuwendung neu wachsen darf.

    Deine Freundschaft zu Menschen mit Suchtproblemen ist bemerkenswert. Ich habe bisher stets einen Bogen gemacht um solche Menschen, obwohl in meinem Herzen viel Mitgefühl für sie ist. Ich scheue Besitzergreifung emotional und energetisch. Da hab ich noch einen wunden Punkt, an dem ich arbeiten darf.

    Es sind ganz bestimmte Momente, wo ich selbst so angebunden bin an den Strom universeller Energien, dass ich alles weiter fließen lassen kann zu jenen, die davon trinken möchten. Aber nicht immer. Ich muss sorgsam auf mich achtgeben, sonst wird mein Gegenüber angefüllt und ich bin leer, das ist nicht Sinn der Sache.

    Ganz liebe Grüße für einen sonnigen Tag für Dich

    Marion

  5. #5
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    Stimmt, liebe Marion, solche Aufgaben kann man nur übernehmen, wenn man selber nicht dabei auf der Strecke bleibt. Aber ich hatte ja das große Glück, LEO AMICI kennenzulernen, der mich gelehrt hat, anderen Menschen zu helfen, indem ich zuerst MIR selber helfe. Auf seiner auch deutschsprachigen Webseite kann man mehr darüber erfahren. Am LAGO di MONTECOLOMBO wurden jahrelang bis zu 40 schwere Fälle von Drogensucht begleitet und viele wurden wieder ganz gesund und führen heute ein normales Leben. Ich habe das alles miterlebt, denn zu der Zeit leistete ich auch ehrenamtliche Arbeit am LAGO. Unter anderem versorgte ich die Abhängigen mit selbstgebackenem Kuchen *lol* Nebenher kümmerte ich mich, natürlich auch ehrenamtlich, um den großen Bio-Garten, in den auch Betroffene kamen, um mir zu helfen.

    Das nächste Jahr fahre ich wieder runter, um meinen vielen Freunden, die ich dort habe, die Heilung mit Zahlen näherzubringen. Aber vielleicht schrieb ich das schon?

    Muss mich leider beeilen, weil ich diverse Termine habe.

    Liebe Grüße

    jako

  6. #6
    Erfahren Avatar von Marion Frey
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    Liebe Jako,

    Zitat Zitat von jako Beitrag anzeigen
    Stimmt, liebe Marion, solche Aufgaben kann man nur übernehmen, wenn man selber nicht dabei auf der Strecke bleibt. Aber ich hatte ja das große Glück, LEO AMICI kennenzulernen, der mich gelehrt hat, anderen Menschen zu helfen, indem ich zuerst MIR selber helfe.
    Ja, verstehe. Ich bin dabei, mir selbst zu helfen und ich weiß, wenn ich damit stabil genug bin, wird auch der Weg im außen helfen zu dürfen vielfältiger.

    Du hast viel erlebt und erfahren und es ist schön diesen reichen Schatz zu spüren und zu erlesen.

    So, dann viel Kraft für Deine anstehenden Termine und einen gesegneten Abend wünscht Dir

    Marion


  7. #7
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    Liebe Marion,

    etwas war mir später noch zu Deinem Beitrag eingefallen. Wenn jemand ein suchtkrankes Familiemitglied hat, kann er/sie keinen "Bogen" um sie/ihn machen. Wenn man nicht weglaufen oder den Betreffenden aus der Familiengemeinschaft ausstoßen will, muss gehandelt werden. Was jeder von uns tun kann (ich habe es selber des öfteren anwenden müssen), ist
    a) Beten

    b) Segnen

    c) Viel gute Energie (auch aus der Ferne) der Person zukommen lassen. Damit meine ich Gedanken voller Liebe.

    Je nach Fall sollte man u.U. über längere Zeit "dranbleiben"

    Ich konnte Erstaunliches damit bewirken.

    Liebe Grüße

    jako

  8. #8
    Erfahren Avatar von Marion Frey
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    Liebe Jako,

    ich hatte einen Alkohol-suchtkranken Onkel, er ist vor einigen Jahren verstorben. Die meisten aus der Familie haben ihn geliebt und ihn sein Leben leben lassen, da war nichts zu ändern, er wollte es so und sprach nicht darüber. Er gehörte zu den sogenannten Quartals-Trinkern, d.h. er war nicht ständig drauf.

    Meine erwähnten Begegnungen beziehen sich auf suchtkranke Menschen, die mir in meinem Wohnviertel in München manchmal in der U-Bahn oder beim Einkaufen begegnen, denn es gibt hier eine Arztpraxis, wo von der Stadt aus ein Methadon-Ersatzprojekt läuft und ich vermute, dass sie daran teilnehmen. Manchmal morgens mit Flasche in der Hand oder sonst offensichtlich betäubt, sehr laut und abgestumpft sprechend. Ich spüre stets Mitgefühl, gleichzeitig Angst wegen der latenten Aggressivität, die sie auch ausstrahlen.

    Deinen Tipp mit Beten und Segnen nehme ich gerne auf. Liebevolle Gedanken in die Richtung senden, ohne sie anzusehen, das hab ich manchmal gemacht.

    Alles Liebe



    Marion

  9. #9
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Namaste liebe Jakobe,

    auch ich wollte dir von Herzen für dein berührendes Posting danken. In so vielen Leben ist dies ein essenzielles Thema, so viele Menschen wurde Zärtlichkeit nie zu Teil - seelisch wie körperlich.
    Auf der körperlichen Ebene ist die Haut unsere Grenze nach Außen, viele haben mit der Zeit eine dicke Haut bekommen um sich vom Gegenteil der Zärtlichkeit abzugrenzen.
    Ich selbst hatte das große Glück in einer Familie aufzuwachsen, wo Zärtlichkeit jeden Tag gelebt wurde. Die Folge: man öffnet sich - erlaubt die Berührung der eigenen Grenze, genießt sie - denn gemeinsam wird diese gesprengt. Die zärtliche Berührung ist eine wunderbare Form des menschlich körperlich und seelischen Einswerden Gefühls. Und dies kann alles sein: eine liebevolle Berührung an der Schulter oder eine Umarmung.
    Wurde dies jedoch in der Kindheit nie gelernt, sondern im Gegenteil - ist negativ behaftet - wird die Grenze verteidigt. Zärtlichkeit ist dann fast wie eine Bedrohung "Komme mir nicht zu nahe" - nicht jetzt.
    Im besten Fall wird dann die Zärtlichkeit unter "kontrollierten Bedingungen" zu einem vorher definierten Grad erlaubt und gleichzeitig oftmals als "Druck" empfunden und nicht als etwas öffnendes. Ruheicon wird empfunden, wenn es Zärtlichkeit nicht gibt - denn niemand missachtet dann die Grenze. Dass dabei etwas wunderbares geschehen könnte ist durch die negative Lernkurve der Vergangenheit in das Reich des gefühlten Unmöglichen abgeglitten. Doch dem muss nicht so sein.
    So fand ich deinen Beitrag so wesentlich und besonders diese Zeilen, die als Lösung so wunderbar nachschwingen:

    Zitat Zitat von jako Beitrag anzeigen
    Was jeder von uns tun kann (ich habe es selber des öfteren anwenden müssen), ist
    a) Beten

    b) Segnen

    c) Viel gute Energie (auch aus der Ferne) der Person zukommen lassen. Damit meine ich Gedanken voller Liebe.

    Je nach Fall sollte man u.U. über längere Zeit "dranbleiben"

    Ich konnte Erstaunliches damit bewirken.

    Liebe Grüße

    jako
    Danke von Herzen für deine Inspiration, die sicherlich vielen dienenicon wird,

    Umarmung von Herzen,
    Om,
    Matthias

  10. #10
    Inspiriert Avatar von ananda
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    Ihr Lieben.

    Ich finde diesen Thread so wunderschön und weise, danke jedem für seinen Beitrag dazu und finde mich so wieder in den Worten von Matthias : "Zärtlichkeiten unter kontrollierten Bedingungen...die Grenze muss verteidigt werden." Jedoch hoffe ich nicht, dass diese sehr negative Lernkurve durch körperliche Gewalt in meiner Vergangenheit nicht geheilt und losgelassen werden kann. Manchmal braucht es viele Worte und sie wirken nicht, dann erscheinen ein zwei Sätze wie in diesem Thread und es wird vieles klar und sofort wird es leicht im Herzen. Oft macht es mich noch traurig, dass so viel Zärtlichkeit um mich jetzt da ist und es noch nicht annehmen kann. Besonders bei meiner Tochter(schon junge frau :-)) fällt mir auf, dass ich diese Grenze noch so spüre. Jedoch ist gestern abend was wunderbares geschehen, dass nun sehr gut hierher passt. Sie kam auf mich zu und sagte, was sie schon Jahre nicht mehr sagte: "Mama, ich will mit dir kuscheln!"Ich ließ es zu und sie kuschelte sich in meine Arme
    Es fühlte sich gut an, obwohl die Grenze im Hintergrund ständig darauf hinwies, dass sie überschritten wird... Gott ist in mir, alles ist gut. Danke euch, Susanne

  11. #11
    Fragend
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    Ihr Lieben,

    ich verstehe, was Ihr meint und habe früher auch Ähnliches erlebt. Aber sind es nicht immer wir selber, die diese Mauern (Grenzen) zwischen uns und den anderen aufbauen? Keiner will den ersten Schritt tun und wartet immer, dass alles von der anderen Seite kommt. So jedenfalls war es bei mir. Und es hat Jahrzehnte gebraucht, bis ich lernte, dass ALLES von mir ausgehen muss. ICH muss Mauern abreißen, ICH muss auf die Menschen zugehen usf.

    Auch hier im Heim, in dem ich jetzt lebe, kann ich von den anderen Senioren nichts erwarten. Sie sind selten freundlich zu jemandem, den sie nicht kennen. Ja, oft sogar bösartig. Aber heute stört mich das nicht mehr. Ich denke sofort - wer weiß, was er/sie für Probleme hat. Aber mit einigen habe ich ein sehr schönes Verhältnis aufgebaut - aber auch nur, weil ICH es wollte. Das sage ich nicht etwa, um mich zu beweihräuchern, sondern nur als Erklärung, wie ich es heute mache.

    Und was die Begegnung mit wildfremden Suchtkranken, z.B. in der U-Bahn, anbetrifft, so kann man sich auch da mit dem Segnen helfen. Also bevor ich einen Raum betrete, von dem ich annehmen muss, dass dort sehr viel negative Energie vorhanden ist, segne ich die Insassen. Dazu folgendes Beispiel:

    Vor vielen Jahren, als wir noch ein Haus in Italien besaßen, das ich aber vermietet hatte, weil ich dort nicht mehr wohnte, musste ich jeden Monat mir die Miete persönlich abholen (italienische Gepflogenheit von anno dazumal). Die Mieterin war eine junge, freche, bösartige und zahlungsunwillige Person. Es war jedesmal ein Horror für mich, bei ihr vorzusprechen. Bis ich auf die Idee kam, sie schon vor dem Klingeln zu segnen. Ich tat es mit aller Inbrunst, zu der ich fähig war, ohne zu ahnen, ob es helfen würde. Aber man glaubt es kaum. Mir wurde von einer strahlend lächelnden Frau geöffnet, die mir anstandslos das Geld gab. Ich war fassungslos, aber hatte nun gelernt, wie ich es in Zukunft immer machen würde. Und es hat immer funktioniert!

    Zumindest kann es als Schutz für sich selber angewendet werden. So wie man ja auch Speisen segnen kann, damit sie Einem nicht schaden.

    Liebe Grüße

    jako
    Geändert von jako (22.11.2011 um 15:55 Uhr)

  12. #12
    Erfahren Avatar von lakshmi
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    hallo jako.
    ja das segnen hilft wirklich .ich frage mich aber öfters,warum sind manche alte menschen so bösartig?
    es hat doch jeder sein paket zu tragen.
    es gibt auch alte menschen dir wirklich liebenswert sind.
    bei uns im haus wohnt die ex-hausbesitzerin ,sie ist82jahre und ich geh ihr aus dem weg ,weil sie einfach bösartig ist,sie und ihre 2töchter sind voll frustiert und verbittert.
    auch wenn sie ,durch die selbstmorde ihrer famielienangehörigen geprägt sind,können die nachbarn dafür garnichts.
    alle hier in unserer strasse haben ihr päkchen zu tragen,niemand ist so bösartig wie diese 3 damen. wie schade ,sich das leben so kaputt zu machen.
    es wäre auch sicher anders gegangen.
    ich halte mich fern,lasse mich nicht kaputt machen.
    heute bin ich soweit das ich sage -es sind doch die allerbesten menschen,und jesus zeige doch bitte diesen menschen
    ihr ganz persönliches paradies.
    nun,schau ich mal.wie es hier weitergeht,und lerne ,was es noch zu lernen gibt.

  13. #13
    Erfahren Avatar von Marion Frey
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    Ihr Lieben,

    ich danke Euch allen für Eure Beiträge hier, die für mich besonders wertvoll sind. Sie zeigen mir, dass auch andere diese Stufen erleben, die ich durchlief.

    Dein Beispiel mit der Mieterin, Jako, gefällt mir ausnehmend gut und ich kann mir das sehr gut vorstellen.

    So hatte ich eine Arbeitskollegin, die ich zunächst nicht besonders mochte. Je enger wir in der Gruppe zusammen rückten, umso feindlicher begegnete jedoch sie mir und ich war erstaunt (später erfuhr ich, dass sie sich von der Sprachgewandtheit her am Telefon mit den Kunden unterlegen fühlte und ihr Eindruck war, dass ich ihr nicht ausreichend beistehe, wenn sie einen schwierigen Kunden am Telefon hatte). Das gipfelte darin, dass sie hinten rum über mich hetzte, solange ich nicht im Raum war. Betrat ich den Raum, hörte ich ein paar letzte Worte und dann das angespannte plötzliche Schweigenicon. Direktes Gespräch mit ihr brachte auch nicht wirklich weiter.

    Eines Tages war ich bei einem Meditationsabend und als Abschluss sollten wir jene Personen liebevoll in den Arm nehmen, die uns gerade einfallen und die wir entsprechend in unser Herz nehmen möchten. Nach meiner Familie kam mir diese Kollegin in den Sinn und ich nahm sie von Herzen in den Arm. Nach der Meditationicon fragte ich mich, was das wohl bringen könnte im realen Leben? Am darauf folgenden Montag betrat ich unser Großraumbüro und jene Kollegin strahlte mir entgegen, als wäre nie etwas zwischen uns gewesen. Ich war total baff. Von da an ging es wesentlich besser mit uns, wir wuchsen sogar richtig gut zusammen und nun war es möglich, einander zu unterstützen und "in die Hand zu arbeiten". Und ich begann ihre positiven, herzlichen, mitfühlenden Seiten kennen zu lernen. Als ich 2009 mit anderen Kolleginnen den Job aufgab und wir einen Tisch mit Brotzeit als Abschiedsessen für alle hatten vorbereiten lassen, war diese Kollegin eine der wenigen, die sich nichts holen traute, sondern eifrig weiter arbeitete. So füllte ich einen Teller mit allem, wovon ich wusste, dass sie es gern hat und brachte ihr diesen an den Schreibtisch. Sie war sehr dankbar dafür, denn so musste sie sich nicht in die Runde von Menschen begeben, wo sie sich nicht wohl fühlte und spürte dennoch, dass sie nicht übersehen und übergangen wird. Das war mein ganz persönliches Danke an sie für die gute Zeit, die wir uns erarbeitet hatten.

    Susanne, was Du mit Deiner Tochter beschreibst, hat mich auch sehr berührt, denn auch für mich ist das manchmal noch ein behaftetes Thema. Meine Kinder sind ja schon erwachsen (26 und 28) und wohnen nicht mehr Zuhause. Wenn wir uns sehen, ist es immer wieder neu ein Hinfühlen von meiner Seite, ob und wieviel Umarmung, Berührung oder liebevolles Begrüßen bzw. Abschiednehmen ohne Berührung gerade möglich ist. Manchmal tut es weh, weil ich weiß, dass ich ihnen die Selbstverständlichkeit damit nicht mitgegeben hatte und sie nun selbst erst ihren Weg damit finden müssen. Manchmal können sie nicht zulassen, manchmal können sie dankbar entgegen nehmen.

    Ich danke Euch allen für Eure Offenheit.

    Von Herzen



    Marion

  14. #14
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    danke ihr Lieben alle,

    für diesen feinen thread.

    huch, ein Thema das mich auch beschäftigt. Zärtlichkeit anzunehmen und zu geben, ohne das Gefühlicon zu haben, Grenzen würden bei mir überschritten und Grenzen werden von mir überschritten. mir war nicht klar, dass das aus der Kindheit kommen kann. danke für diesen für mich sehr wertvollen Hinweis. mal sehen, wie dieses Kopfwissen nun integrierbar sein wird...

    Umarmung rundherum und eine gute Nacht

    Lisa

  15. #15
    Fragend
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    Bei Marions Schilderung, die ihre Kinder betrifft, habe ich lachen müssen. Nicht etwa über die Tatsache selber, sondern weil ich nachdachte, wie das wohl bei mir in all den Jahren war. Meine Söhne sind mittlerweile auch 'Senioren' - der eine 56, der andere 59 - aber früher, als sie aus dem Kleinkindalter herauswaren, wollten sie auch nichts mehr von Berührungen wissen. Ein flüchtiges Küsschen - das war´s. Das hat mich aber nie groß gestört, denn ich war als Teenager und auch später genauso. Ich glaube, es ist sehr wichtig für unser seelisches Gleichgewicht, dass wir jede Art von Erwartungshaltung - egal, wem gegenüber - aufgeben. Wenn wir das schaffen, können wir auch nicht mehr enttäuscht werden. Zufügen muss ich allerdings, dass meine Senioren-Kids mich jetzt immer innig umarmen. Aber das liegt natürlich daran - außer, dass wir uns wirklich sehr lieben und verstehen - , dass sie sich klar darüber sind, dass ich mehr oder weniger bald nicht mehr da sein werde. Damit habe ICH kein Problem, aber ich weiß - auch aus eigener Erfahrung - dass sie es haben werden.

    Tschüß

    jako

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