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Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Verbundenheit

  1. #1
    Enthusiastisch Avatar von Indigo
    Registriert seit
    04.03.2008
    Beiträge
    737

    Pfeil Verbundenheit

    Innere und äußere Harmonie


    Die Vorstellung, dass der Mensch etwas Höheres ist, allen überlegen, etwas Besonderes, erzeugt Probleme. Der Mensch muss ein Nichts sein – der Mensch muss sich in der Fülle der Existenz auflösen. Erst, wenn wir alle Schranken fallen lassen, ist eine Verbindung möglich und diese Verbindung ist ein Segen. Eins zu sein mit dem Ganzen, ist genug. Das ist die Essenz von Religiosität.
    Heraklit sagt: "Es wäre den Menschen nicht geholfen, wenn alles so geschähe, wie sie es sich wünschten." Solange du nicht mit dem Unerwarteten rechnest, wirst du niemals die Wahrheit finden, denn sie ist schwer zu entdecken und schwierig zu erreichen. Die Natur liebt es, sich zu verstecken. Das göttliche Orakel von Delphi spricht weder noch verheimlicht es etwas – es gibt Zeichen.
    Die Existenz spricht keine Sprache…und solange du von Sprache abhängig bist, kann es keine Kommunikation zwischen dir und der Existenz geben. Die Existenz ist ein Mysterium, das du nicht erklären kannst. Wenn du es versuchst, verfehlst du es. Man kann die Existenz nur leben, nicht denken. Sie ist eher wie Poesie, nicht wie Philosophie. Sie ist ein Zeichen, eine Tür. Sie zeigt etwas, aber sie sagt nichts.
    Der Verstand bietet keinen Zugang zur Existenz. Wenn du über sie nachdenkst, kannst du endlos darüber nach denken, sie wird dir dennoch verschlossen bleiben, denn es ist genau dieses Denken, das im Wege steht. Denken ist eine private Welt, es ist dir eigen – dann aber bist du eingeschlossen, eingekapselt, in dir selbst eingesperrt. Denkst du nicht mehr, existierst du auch nicht mehr; du bist nicht länger eingeschlossen. Du öffnest dich, du wirst durchlässig, die Existenz kann in dich hinein fließen und du fließt in die Existenz.
    Lerne zuzuhören – zuhören bedeutet, dass du offen bist, verletzlich, empfänglich, aber in keinster Weise denkend. Denken ist ein aktiver Vorgang. Zuhören ist passiv: du verwandelst dich in ein Tal und nimmst auf; du wirst zu einer Gebärmutter und empfängst. Bist du in der Lage zuzuhören, dann spricht die Natur zu dir – aber es ist keine Sprache. Die Natur verwendet keine Wörter. Wie aber teilt sie sich dann mit? Heraklit sagt, sie verwendet Zeichen. Da ist eine Blume: welche Bedeutung wohnt ihr inne? Sie sagt kein Wort, aber könnt ihr mit Sicherheit sagen, dass sie nichts sagt? Sie sagt viel, auch ohne ein Wort – sie überbringt eine wortlose Botschaft.
    Um diese wortlose Botschaft zu verstehen, musst du selbst wortlos werden, denn Verständigung gibt es nur unter Gleichen, nur was gleich ist, kann miteinander in Beziehung treten.

    Wenn du bei einer Blume sitzt, sei keine Person, sei eine Blume. Wenn du zu Füßen eines Baumes sitzt, sei keine Person, sei ein Baum. Wenn du ein Bad im Fluss nimmst, sei kein Mensch, sondern ein Fluss. Dann erhältst du Millionen von Zeichen. Und es ist nicht Kommunikation – es ist eine Gemeinschaft. Dann spricht die Natur, sie spricht auf tausend verschiedene Weisen, aber nicht in einer Sprache.


    Der Mensch lebt als Insel und hier liegt die Ursache für sein Leiden. Seit Urzeiten schon versucht der Mensch, sich von der Existenz unabhängig zu machen – doch das ist unmöglich, es liegt einfach nicht in der Natur der Dinge. Der Mensch ist weder unabhängig noch abhängig. In der Existenz gibt es nur wechselseitige Abhängigkeit: alles ist abhängig von allem. Es gibt keine Hierarchie, niemand ist niedriger und niemand höher. Die Existenz ist eine Gemeinschaft, eine nie endende Liebesgeschichte.


    In Liebe
    Ines

  2. #2
    Selma
    Inspiriert

    Standard Liebe und Wahnsinn

    Liebe Ines!

    Wenn ich JETZT Zeit zur Verfügung hätte, würde ich mich nun gerne ausführlich und aufmerksam mit deinem Posting und mit dem Thema Verbundenheit auseinandersetzen.
    Verbundenheit bedeutet für mich nämlich eigentlich schon das Selbst und in der Fortsetzung das Höhere Selbst und in der Fortsetzung Alles was ist...

    Heute schicke ich dir nur eine Geschichte, die mir sehr gut gefällt. Sei einstweilen lieb umarmt (über den Berg drüber vom Krappfeld ins Görtschitztal) von deiner Barbara

    Liebe und Wahnsinn
    Es wird erzählt, dass alle Gefühleicon und Qualitäten der Menschen ein Treffen hatten. Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn - wie immer sehr gewitzt - vor: "Lasst uns Verstecken spielen!"
    Die Intrige hob die Augenbraue, und die Neugierde konnte sich nicht mehr zurückhalten und fragte: "Verstecken? Was ist das?" "Das ist ein Spiel", sagte der Wahnsinn. "Ich verstecke mein Gesicht und fange an zu zählen, von eins bis einer Million. Inzwischen versteckt ihr euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der erste von euch, den ich finde, meinen Platz einnehmen, um das Spiel danach fortzusetzen".
    Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude. Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat, um den Zweifel zu überzeugen, und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst keine Interessen hatte, machte mit. Aber nicht alle wollten teilnehmen: Die Wahrheit bevorzugte es, sich nicht zu verstecken - wozu auch? - Zum Schluss würde man sie immer entdecken. Der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel wäre (im Grunde ärgerte er sich, dass die Idee nicht von ihm kam). Und die Feigheit zog es vor, nichts zu riskieren.
    "Eins, zwei, drei ....", der Wahnsinn begann zu zählen. Als erste versteckte sich die Trägheit, die sich wie immer hinter den ersten Stein fallen ließ. Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich hinter dem Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen. Die Großzügigkeit schaffte es kaum sich zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie ausfindig machte, glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben. Ein kristallklarer See .... ideal für die Schönheit. Der Spalt eines Baumes ..... ideal für die Angst. Der Flug eines Schmetterlings .... das Beste für die Wolllust. Ein Windstoß .... großartig für die Freiheit, und sie versteckte sich auf einem Sonnenstrahl. Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig, gemütlich..... aber nur für ihn allein. Die Lüge versteckte sich im Meeresgrund (stimmt nicht - in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen). Die Leidenschaft und das Verlangen - im Zentrum des Vulkans. Die Vergesslichkeit .... ich habe vergessen wo sie sich versteckte, aber das ist nicht so wichtig.
    Als der Wahnsinn 999.999 zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden. Alle Plätze schienen besetzt zu sein…... bis sie den Rosenstrauch erblickte und gerührt beschloss, sich in seinen Blüten zu verstecken.
    "Eine Million", zählte der Wahnsinn und begann zu suchen. Die erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt. Danach hörte man den Glauben, der mit Gott im Himmel über Theologie diskutierte. Die Leidenschaft und das Verlangen hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand er die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck, das sich als Bienennest herausstellte. Vom vielen Laufen empfand er Durst, und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit. Mit dem Zweifel war es noch einfacher, er fand ihn auf einem Zaun sitzend, da er sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem anderen. Das Talent hinter dem frischen Gras, die Angst in einer dunklen Höhle, die Lüge hinter dem Regenbogen (stimmt nicht, sie war im Meeresgrund) und sogar die Vergesslichkeit ... die schon wieder vergessen hatte, dass sie Verstecken spielte.
    Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf. Der Wahnsinn suchte hinter jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg, und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen. Mit einem Stöckchen fing er an die Zweige zu bewegen, als auf einmal ein schmerzlicher Schrei aufkam. Die Dornen hatten der Liebe die Augen ausgestochen. Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gut machen sollte. Er weinte, entschuldigte sich bei ihr und versprach der Liebe, für immer bei ihr zu bleiben.
    Seit dieser Zeit, seitdem das erste Mal auf Erden Verstecken gespielt wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn immer ihr Begleiter. (Quelle unbekannt)

  3. #3
    Weiser Forumsengel Avatar von Lotus Heart
    Registriert seit
    20.02.2008
    Beiträge
    4.149

    Standard Ein toller Tagesbeginn!

    Liebe Barbara,
    nachdem ich mich bis jetzt mit Stromausfällen, Kelag-Anrufen, Computer-Einschalten und -Abwürgen, Telefonaten und nicht funktionierenden Programmen gequält habe, ist mir deine Geschichte "zugefallen"!

    Ich danke dir, mein Tag ist wieder auf Erfolgskurs und gerettet!
    Zwar kann ich dem letzten Satz aus meine Überzeugung heraus nicht ganz beipflichten, die Geschichte ist aber trotzdem wunderschön und erklärt vieles....

    HERZlichst
    Gabi

  4. #4
    Enthusiastisch Avatar von Indigo
    Registriert seit
    04.03.2008
    Beiträge
    737

    Lächeln Sehr, sehr schön!!

    Liebe Barbara!

    Erstmal danke ich dir, dass ich gestern die Gelegenheit hatte dich kennenlernen zu dürfen und dann noch diese wunderbare Geschichte. Da hat sich wieder ein wunderbares Thema zur Meditationicon aufgetan.

    Danke!


    In Liebe
    Ines

  5. #5
    Fragend Avatar von Peter Josef Hinger
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    Daheim fühle ich mich überall. Momentan lebe ich Rottenburg am Neckar (D - Baden-Württemberg)
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    Standard geliebter Wahnsinn

    Liebe Ines, Liebe Barbara,

    was ist das verbindende euer beider Beiträge?
    Etwas das ich vergeblich lesen mochte und mir symbolisch immer wieder ins Herz sprang ist das Wort: "Wahrnehmung".
    Beide schreibt ihr über Gefühleicon und/oder Qualitäten. Es gibt wahrlich viele Gefühle mit sehr unterschiedlichen Namen. Gefühle, die sich zusammenschliessen, sich ergänzen und in unendlich vielen Kombinationen auftauchen und wirken. Das größte "Nicht-Gefühl" ist das Denken. Besonders das nachdenken hat wenig Sinn. Wenn es mir gelingt alle meine Sinne über mein Herz wahrzunehmen erhalten sie eine besondere Bedeutung. Dann höre ich hin, schaue hin, spreche hin, rieche hin, schmecke hin, und damit fühle ich hin. Das ist deutlich anders als zuhören, zuschauen, zusprechen. Wird aus dem nachdenken ein überlegen oder gar ein vordenken erhält auch das eine andere Wirkung. Was vorbei ist ist vorbei, wozu nachdenken? Beim Vordenken kommen Überlegungen wie könnte es aus der gemachten Erfahrung heraus anders weiter gehen, sich verändern, gar verbessern?

    Mit den Augen sind wir blind, das Wesentliche sieht jeder nur mit dem Herzen gut!

    Den Satz kennen viele und den zitieren auch so viele so gern, doch wer lebt ihn, lebt seine Gefühle, wagt sich zum Spiel mit den Gefühlen?
    Das Spiel heißt Leben und Liebe.
    Gefühle sind spürbar, lebbar, erlebbar. Wozu Versteckspielen, lasst uns den "Wahnsinn" der Liebe leben. Wer den Wahnsinn riskiert kommt erst an das äusserst Mögliche der Genialität!

    Wenn Du beim Baum bist,fühle den Baum. Bist Du am Wasser, fühle das Wasser. Werde Eins mit Allem, sei Eins mit Dir, erkennen Deine Einmaligkeit im Einssein mit Allem. Nimm Deinen Platz ein und erfülle Die Aufgabe, die Du in Dir wahrnimmst und unterlass die Versuche etwas anderes sein zu wollen. Sei die Summe aller Gefühle, allen Denkens und gleichzeitig die Summe aller Gefühllosigkeit, aller Gedankenlosigkeit. Sei wichtig und unwichtig zugleich.
    Da wo etwas ist ist auch das was nicht ist. Das Nicht ist das Gegenteil von dem was ist.
    Die Menschen beherrschen das Versteckspiel der Gefühle am besten und kaum glauben sie es beherrschen zu können, sind sie beim Versteckspiel der Nichtgefühle, die wir als Verstand kennen. Nimm Deine Wahrheit an und wahr!

    Doch die Gefühle und die Wahrheit sind geduldig, achtsam und allzeit bereit aus dem Versteck zu kommen wenn der Mensch mal wieder überheblicherweise glaubt alles unter Kontrolle zu haben. Dann gibt es moderne Gefühle wie Stress und Frust, die ja auch nur Kombinationen von Gefühlen sind!

    Gott, oder wie immer wir das auch nennen ist alles gleichzeitig, ewiglich und unerklärbar. Unbegreiflich und doch leben wir es in uns! Können es spüren und fühlen. Dafür werden die Gedanken niemals ausreichen um in diese Dimensionen zu gelangen, da können wir uns nur hinfühlen.
    Theorie ist begreifen wollen, Gefühl ist Leben, ist Sein!

    Peter Josef
    Geändert von Der Seelenfels (11.08.2008 um 00:30 Uhr)

  6. #6
    Fragend Avatar von Peter Josef Hinger
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    Standard geliebter Wahnsinn


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