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Thema: Heirat - Liebe??

  1. #1
    Enthusiastisch Avatar von Indigo
    Registriert seit
    04.03.2008
    Beiträge
    737

    Idee Heirat - Liebe??

    Flitterwochen nach der Hochzeit sind eine riskante Angelegenheit. Soviel ich weiß, enden neunundneunzig Prozent aller Ehen mit den Flitterwochen. Dann seid ihr gefangen, dann könnt ihr nicht mehr entkommen. Dann wird die ganze Gesellschaft, das Recht, das Gericht – sie alle werden dagegen sein, wenn ihr eure Frau verlassen wollt oder wenn sie euch verläßt. Die ganze Moral, die Religion, die Priester – sie alle werden gegen euch sein.
    Doch eigentlich sollte die Gesellschaft möglichst große Hindernisse für die Ehe aufbauen und keine Hindernisse für die Scheidung.
    Die Gesellschaft sollte nicht zulassen, dass man so leicht heiraten kann. Es sollte juristische Hindernisse geben: dass man mindestens zwei Jahre mit einer Frau zusammenleben muss, bevor man vom Gericht die Erlaubnis zur Heirat bekommt. Heute machen wir es genau umgekehrt. Wenn ihr heiraten wollt, fragt euch keiner, ob ihr dazu wirklich bereit seid oder ob es nur eine Laune ist – weil ihr die Nase dieser Frau schön findet. Wie töricht! Man kann doch nicht auf einer Nase sein ganzes Leben aufbauen. Nach zwei Tagen ist die Nase vergessen. Welcher Mann achtet denn auf die Nase seiner eigenen Frau?
    Ich habe gehört: Auf einer Station arbeiten lauter Krankenschwestern, die aussehen, als hätten sie sich für das Finale zur »Miss World« qualifiziert. Ein Patient starrt mit intensivem Blick, sooft eine dieser Schwestern in sein Blickfeld kommt, und sagt dann: »Unsinn! «
    Sein Bettnachbar kann sich keinen Reim darauf machen. »Die reinsten Schönheitsköniginnen kümmern sich um Sie, aber Sie sagen immer nur: >Unsinn! < Warum eigentlich?«
    Da antwortet der erste mit trauriger Miene: »An die Schwestern hab ich dabei nicht gedacht, nur an meine Ehefrau! «
    Die Ehefrau ist nie schön, der Ehemann ist nie schön. Sobald sie sich kennen gelernt haben, verschwindet die ganze Schönheit.
    Zwei Menschen sollten lange genug zusammenleben dürfen, um sich kennen zu lernen, um miteinander vertraut zu werden. Und selbst wenn sie heiraten wollen, sollte es ihnen nicht gleich gestattet werden. Dann wird die Scheidung aus der Welt verschwinden. Scheidungen gibt es, weil die Ehen unecht oder erzwungen sind. Scheidungen gibt es, weil die Ehen in einer romantischen Anwandlung geschlossen werden.
    Eine romantische Anwandlung ist gut für Dichter – und Dichter sind bekanntermaßen keine guten Ehemänner und Ehefrauen. Im Gegenteil, Dichter sind fast immer unverheiratet. Sie haben ihren Spaß, lassen sich aber nicht einfangen, und so bleiben ihre Romanzen am Leben, und sie können weiterhin Gedichte schreiben, wunderschöne Poesie.
    In einer poetischen Stimmung sollte man keine Ehe mit einer Frau oder einem Mann eingehen. Man sollte warten, bis die Prosastimmung kommt, bevor man sich mit jemandem niederlässt, denn das tagtägliche Leben ist eher Prosa als Poesie. Man muss reif dafür sein.
    Reife bedeutet, kein romantischer Schwärmer mehr zu sein: Man versteht das Leben, versteht die Verantwortung im Leben, versteht die Probleme des Zusammenlebens mit einem anderen Menschen. Man akzeptiert all diese Schwierigkeiten und entscheidet sich trotzdem für das Zusammenleben. Man wiegt sich nicht mehr in der Hoffnung, im Himmel zu leben, auf Rosen gebettet. Man hofft nicht mehr auf solchen Unsinn. Man weiß um die Realität und um ihre Härte. Es ist kein Honiglecken. Ja, es gibt auch Rosen, hier und da, aber sie haben viele Dornen.
    Wenn ihr euch all dieser Probleme bewusst seid und trotzdem beschließt, dass es sich lohnt, das Risiko einzugehen und mit dem anderen zusammenzuleben, statt allein zu sein – dann könnt ihr heiraten. Dann wird eure Ehe die Liebe nicht kaputtmachen, denn es wird eine realitätsbezogene Liebe sein. Nur die romantische Liebe wird durch die Ehe kaputtgemacht. Und die romantische Liebe, diese »Turteltauben-Liebe« – man sollte sich davon nicht abhängig machen. Man sollte nicht denken, dass man durch sie genährt wird. Sie ist wie Eiskrem: Man kann sie gelegentlich genießen, aber leben kann man davon nicht. Das Leben muss realistisch genommen werden, als ein Prosastück.
    Die Ehe an sich macht nie etwas kaputt. Die Ehe bringt nur das ans Tageslicht, was in euch verborgen ist. Sie bringt es an die Oberfläche. Wenn hinter euch die Liebe steht, wenn sie sich in eurem Innern verbirgt, dann wird die Ehe sie hervorholen. Wenn die Liebe nur eine Täuschung war, ein Köder, dann wird sie früher oder später verschwinden. Und dann kommt eure Realität, eure hässliche Persönlichkeit zum Vorschein. Die Ehe ist einfach eine Chance, dass die Dinge, die in euch sind, an die Oberfläche kommen können.
    Ich sage nicht, dass die Liebe durch die Ehe kaputtgemacht wird. Die Liebe wird kaputtgemacht durch die Menschen, die nicht wissen, wie man liebt. Die Liebe wird kaputtgemacht, weil es von vornherein gar keine Liebe ist. Ihr habt in einem Traum gelebt, und die Realität macht diesen Traum kaputt. Ansonsten ist nämlich die Liebe etwas Ewiges, ein Teil der Ewigkeit. Wenn ihr wachsen könnt, wenn ihr diese Kunst erlernt, wenn ihr die Realität des Liebeslebens akzeptieren könnt, dann wird eure Liebe von Tag zu Tag wachsen. Dann wird die Ehe zu einer ungeheuren Chance, in der Liebe zu wachsen.
    Nichts kann die Liebe kaputtmachen. Wenn Liebe da ist, wird sie weiter wachsen. Doch mein Gefühl sagt mir, dass sie von Anfang an gar nicht vorhanden ist. Ihr wart in einem Missverständnis befangen – es war etwas ganz anderes. Vielleicht war es Sexicon, vielleicht war sexuelle Anziehung vorhanden. Diese wird verschwinden, denn sobald ihr mit einer Frau Sex gehabt habt, verschwindet die sexuelle Anziehung. Sexuelle Anziehung lebt vom Unbekannten, und wenn ihr den Körper einer Frau oder eines Mannes kennen gelernt habt, verschwindet die sexuelle Anziehung. Wenn eure Liebe nur sexuelle Anziehung war, dann wird diese verschwinden.
    Verwechselt nicht etwas anderes mit Liebe. Wenn Liebe wirklich Liebe ist ... und was meine ich, wenn ich »wirklich Liebe« sage? – Ich meine, wenn ihr euch in der bloßen Gegenwart des anderen mit einemmal glücklich fühlt, wenn ihr euch durch das bloße Zusammensein ekstatisch fühlt, wenn die bloße Anwesenheit des anderen eine tiefe Befriedigung in eurem Herzen bewirkt ... Etwas in eurem Herzen beginnt zu singen, und ihr fallt in Harmonie ... Dann wird die bloße Gegenwart des anderen euch darin unterstützen, zusammenzusein. Dann werdet ihr zu einem Individuum, ihr werdet zentrierter, ihr werdet besser geerdet. Dann ist es Liebe.
    Liebe ist nicht Leidenschaft, Liebe ist nicht Emotionicon. Liebe ist die tiefe Erkenntnis, dass ein anderer Mensch dich irgendwie vollständig macht. Der andere macht dich rund, zu einem Kreis. Die Präsenz des anderen verstärkt deine eigene Präsenz.

    Liebe gibt dir die Freiheit, du selbst zu sein. Sie ist nicht besitzergreifend.

    Ihr müsst Acht geben. Haltet nicht Sex für Liebe, sonst unterliegt ihr einer Täuschung. Seid aufmerksam, und wenn ihr das Gefühl habt, die bloße Anwesenheit, die bloße Gegenwart des anderen – nichts anderes ... alles andere ist unnötig; ihr braucht nichts als die Gegenwart des anderen, genau so, wie er ist – wenn das genügt, um euch glücklich zu machen, wenn etwas in euch zum Blühen kommt, wenn tausend Lotusse zu blühen anfangen – dann ist es Liebe, und dann könnt ihr durch alle Schwierigkeiten hindurchgehen, welche die Realität mit sich bringt. All die Not, all der Schmerz ... dann werdet ihr fähig sein, das alles durchzustehen, und eure Liebe wird mehr und mehr zum Blühen kommen, denn all diese Situationen werden Herausforderungen sein. Und indem ihr sie überwindet, wird eure Liebe stärker und stärker werden.

    Liebe ist ewig. Wenn Liebe da ist, wird sie immer weiter wachsen. Liebe kennt einen Anfang, aber kein Ende.



    In Liebe
    Ines

  2. #2
    Schmetterling
    Inspiriert

    Standard

    Liebe Ines!

    Ich sage nur "wow".

    Wir zwei haben mal über Falten oder faltenlos "diskutiert".
    Ich gehöre ja schon der Generation "mit Falten" an, aber ich kann von dir noch sehr viel lernen.
    Du hast hier etwas geschrieben, was einer "alten Ehefrau" unter die Haut geht.
    Es stimmt, wir heiraten zu einer Zeit, in der wir im Zustand der "Verliebtheit" sind.
    Ich habe mit 18 Jahren schon Angst gehabt, dass ich "übrig bleibe", wenn ich nicht mit spätestens 20 Jahren verheiratet bin.
    Das Thema "Heiraten" habe ich ja auch mit 19 Jahren "erledigt" gehabt, aber mit welchen Folgen. Das gegenseitige Verständnis fehlt in diesem Alter total.
    Meine Tochter wird bald heiraten, und ich bete für sie, dass sie nur einen Teil von dem was du geschrieben hast, in sich trägt.
    Ich werde sie deinen Artikel lesen lassen, denn wenn ich ihr dies alles erzähle, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie mich belächelt.
    Außerdem höre ich jetzt schon den Satz: "Ja Mama, aber bei mir ist das anders".

    liebe Grüße sendet dir der Schmetterling

  3. #3
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Standard weise

    Liebe Ines,

    ein sehr schönes und treffendes Posting. Ich danke dir dafür von Herzen. Wir nennen dies "reife Liebe" und kann mich gleich selber an der Nase nehmen: wie lange hatte ich keine Ahnung was Liebe ist, hatte diese verwechselt mit vielen anderen Dingen. Doch diese Erkenntnis hat man eben erst, wenn man die reife Liebe einmal erleben durfte. Frei von Himmel und Hölle, Gebunden sein, Manipulationen, emotionalen Erpressungen und dem "wenn der andere so wäre, wie ich es sehe oder wünsche, ginge es uns besser"...

    Reife Liebe enthält die bedingungslose Liebe, die mich frei und handlungsfähig macht.

    Ein wunderschönes Thema, welches du hier eröffnet hast.

    von Herzen alles Liebe,

    Matthias

  4. #4
    Enthusiastisch Avatar von jamila
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    Standard

    Liebe Ines diesem wunderschönen Posting ist fast nichts hinzuzufügen . Du hast es so schön zusammengefasst und auf den Punkt gebracht. Worauf ich immer noch achte ist: Vertrauen (nicht Vertrautheit) und "ob ich mich in der Gegenwart des Anderen vollkommen wohlfühle". Trifft dies zusammen kann ich sagen "hier bin ich zu Hause angekommen". Ja, es gibt so unendlich viele Ehen, die aus "guten Gründen" Ehen wurden und da bin ich immer berührt und frage dann oft: Ja, und die Liebe? Ich habe Unverständnis, bei Antworten, die da lauten: Wieso, wir kennen uns schon so lange und die Steuerersparnis, die Eigenheimzulagen...da kann man dann auch heiraten. Ein Anfang für ein Ende, das wahre Liebe niemals kennt. In Liebe Jamila

  5. #5
    Fragend Avatar von jade
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    gegenüber sind berge, rechts ein schöner wald und um mich ist die liebe
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    Standard auf dem punkt bebracht

    liebe ines
    wow, du hast mir von der seele gesprochen bzw. geschrieben. ich bin platt. perplex. warst du in meinem kopf spazieren?

  6. #6
    Enthusiastisch Avatar von Indigo
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    737

    Standard Warum will sie eigentlich heiraten?

    Meine Tochter wird bald heiraten, und ich bete für sie, dass sie nur einen Teil von dem was du geschrieben hast, in sich trägt.

    Liebe Silvia!

    Danke für deine liebevolle Antwort. Ich fühle du machst dir Sorgen um deine Tochter. Frage sie doch einmal warum sie eigentlich heirtaten will. Es würde mich sehr freuen, wenn du mir ihre Antwort kurz mitteilen könntest.

    Ich habe für dich eine Antwort auf diese Frage vorbereitet. Diese Antwort wirst du wahrscheinlich bekommen, aber das ist die Wahrheit. Wenn sie oder auch jedere andere wahrhaftig darüber nachdenkt, glaube ich wird ein Jeder die Wahrheit darin erkennen. Auch ich habe die Erfahrung gemacht. Für mich ist das die einzig richtige Antwort.

    Also, warum will man eigentlich heiraten?

    Es ist deshalb, weil die Menschen lieber in Institutionen leben, in Gefängnissen. Die Menschen leben nicht gerne ein offenes Leben; sie leben lieber ein geschlossenes Leben. Und darum wollen sie heiraten.

    Ich vermute, weil die Menschen nicht lieben – darum wollen sie heiraten. Ihre Liebe reicht nicht aus, darum brauchen sie die Unterstützung des Gesetzes. Wenn die Liebe ausreicht, hat es keinen Sinn zu heiraten. Wenn ihr eurer Liebe vertraut, ist das ausreichend; nichts anderes ist nötig, um euch zusammenzuhalten. Die Ehe ist ein Versuch, euch zusammenzuhalten, weil ihr kein Vertrauen habt, dass eure Liebe ausreicht, um euch zusammenzuhalten. Es sind die Menschen, die nicht lieben, die heiraten wollen. Obwohl ... sie sind sehr schlau, sie sagen: "Wir wollen heiraten, weil wir lieben." Doch weshalb sollte man heiraten wollen, wenn man liebt? Liebe ist mehr als genug. Was könnte eine Ehe daran verbessern? Sie kann es höchstens kaputtmachen, sie kann es nicht verbessern.
    Der bloße Gedanke der Ehe ist der Beginn der Scheidung. In dem Moment, in dem ihr ans Heiraten denkt, solltet ihr auf der Hut sein: Ihr habt bereits angefangen, eure Scheidung einzuleiten! Die Furcht ist schon im Anzug, die Angst vor der Scheidung, und ehe sie euch übermannt, wollt ihr heiraten. Dann tritt das Gesetz auf den Plan, und die Polizei und das Gericht und die Gesellschaft, um euch daran zu hindern, vor der Frau/den Mann davonzulaufen, oder um die Frau/den Mann daran zu hindern, vor euch davonzulaufen.

    Liebe ist genug, mehr als genug. Und wenn Liebe euch nicht zusammenhalten kann, dann kann nichts euch zusammenhalten. Und nichts sollte euch zusammenhalten.

    Die Leute heiraten, weil sie es nicht aushalten können, glücklich zu sein. Sie wollen lieber leiden. Immer wenn ihr ein Paar seht, einen Mann und eine Frau, die total unglücklich sind, könnt ihr darauf bauen, dass sie verheiratet sind – aber sie müssen total unglücklich sein. Es ist schwer, ein verheiratetes Paar zu treffen, das glücklich ist – davon abgesehen, welchen Anschein sie sich geben.
    Vielleicht täuschen sie Glück vor, aber es ist nicht die Wahrheit. Ihr müsst sie sehen, wenn sie nicht Theater spielen, wenn sie nicht ihr offizielles Gesicht tragen. Dann sind sie ständig am Zanken und Streiten und gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Die Leute können Glück nicht ertragen. Die Liebe ist eine solche Freude – das ist unerträglich. Es ist so unerträglich, dass ihr es kaputtmachen müsst. Und die Ehe ist die sicherste Methode, um die Liebe kaputtzumachen. Alle Ehen sind destruktiv für die Liebe. Die Idee der Ehe an sich ist destruktiv. Die Liebe sollte euer ganzes Vertrauen sein.

    Ich vermute, dass die Männer heiraten, weil sie es müde sind, und die Frauen, weil sie neugierig sind. Beide sind enttäuscht. Die Männer heiraten, weil sie vor den Frauen so viel Angst haben. Wenn man heiratet, braucht man nur noch vor einer Frau Angst zu haben; es gibt eine gewisse Sicherheit. Wenn ihr unverheiratet seid, jagen euch alle Frauen Angst ein. Wenn ihr verheiratet seid, schützt euch eure Frau, sie ist eine Art Schutzschild für euch. Dann seid ihr nicht mehr offen; sie schützt euch vor euch selbst.
    Die Frauen wollen heiraten, weil sie seit jeher von den Männern in wirtschaftlicher Abhängigkeit gehalten wurden, so dass sie sich immer nach wirtschaftlicher Sicherheit sehnen. Wenn diese Hilflosigkeit der Frauen erst einmal verschwunden ist und die Frau ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangt hat, wird die Ehe das meiner Meinung nach nicht überleben. Dann wird niemand mehr heiraten wollen. Und es ist gut, wenn die Ehe aus der Welt verschwindet. Sie ist eine der größten Katastrophen überhaupt.
    Und ich sage nicht, dass es verkehrt ist, in intimer Liebe zusammenzusein und ein ganzes Leben lang zusammenzubleiben. Das sage ich überhaupt nicht. Aber es sollte nur aus Liebe geschehen und aus keinem anderen Grund. Es sollte kein wirtschaftliches Motiv geben, kein sicherheitsorientiertes Motiv. Es sollten keine anderen Bedingungen daran geknüpft sein – nur reine Liebe. Gewiss, die Liebe bringt viele Gefahren mit sich, aber dadurch lebt sie, durch die Gefahren. Die Liebe bleibt durch die Gefahren lebendig. Gefahren sind nicht schlecht, sie halten die Dinge im Fluss, und dadurch bleibt die Liebe ein Abenteuer. Zu lieben erfordert Mut, und es ist feige, zu heiraten.

    Mein Vorschlaglautet: Heirate nie, aber lebe immer in Liebe! Wenn du immer in Liebe leben willst, darfst du nie heiraten, denn sonst wirst du anfangen, im Hass zu leben. Niemand kann seinen eigenen Gefangenen lieben, niemand kann seinen eigenen Gefängniswärter lieben. Doch wenn ihr heiratet, werdet ihr dazu – einer wird zum Gefängniswärter und einer zum Gefangenen. Und beide beginnen sich zu hassen. Dann bringt das Leben viel Reibung, aber keine Poesie.
    Jeder Machttrip macht euch zum Politiker. Der Ehemann versucht, der Frau überlegen zu sein – es ist Politik. Und die Frau versucht, dem Mann überlegen zu sein ... weil sie diese Idee seiner Überlegenheit einfach nicht akzeptieren kann. Obwohl sie seit Tausenden von Jahren dazu konditioniert wurde, findet sie Wege, es zu sabotieren.
    Das ist der wahre Grund, warum die Frauen ständig herumnörgeln, warum sie einen Anfall bekommen, warum sie wegen jeder Kleinigkeit in Tränen ausbrechen und eine Szene machen – wegen der banalsten Dinge, von denen die Männer nie gedacht hätten, dass daraus ein Problem werden könnte. Und warum geschieht das alles? Es ist die weibliche Methode, die männliche politische Strategie zu sabotieren. Der Mann hält sich für überlegen? Das kann er ruhig weiter denken, aber die Frau wird ihm schon zeigen, wer hier der Überlegene ist! Und jeder Ehemann weiß genau, wer der Überlegene ist, aber er gibt sich immer noch den Anschein, als wäre er der Überlegene. Zumindest außerhalb des Hauses steht er stramm, rückt sich die Krawatte zurecht, er lächelt und tut, als wäre alles in bester Ordnung.

    In einer kleinen Dorfschule fragt die Lehrerin ihre Schüler: »Könnt ihr mir den Namen eines Tieres nennen, das wie ein Löwe aus dem Haus geht und wie eine Maus zurückkehrt?" Ein kleiner Junge hebt die Hand. Die Lehrerin sagt: "Ja, wie ist deine Antwort?" »Mein Vater«, sagt der Kleine.
    Kinder haben eine klare Wahrnehmung. Sie beobachten ständig alles, was passiert. Der Vater geht beinahe wie ein Löwe aus dem Haus, aber wenn er heimkommt, ist er ein Mäuschen. Jeder Ehemann ist ein Pantoffelheld. Es gibt nur diese eine Kategorie von Ehemännern. Und warum? Wie ist es zu dieser hässlichen Situation gekommen? Wegen der männlichen und wegen der weiblichen Machtpolitik – und weil beide ständig versuchen, sich gegenseitig zu beherrschen.

    Vom Herzen alles Liebe und Gute für die und deine Familie.

    Ines

  7. #7
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Standard schwierig...

    Liebe Ines,

    ich habe dein Posting gelesen. Es ist schwierig darauf zu antworten, denn es ist so viel in dem Posting welches besprochen gehörte.

    Diesmal kann ich mich bei nur sehr wenig des Geschrieben anschließen. Für mich schwingt deine persönliche (leidvolle) Erfahrung mit, die dich nun eine der möglichen Realitäten so sehen lässt. Ja, Resonanz zum Thema sozusagen.

    Meine Realität sieht hier anders aus, ich habe die Ehe als ein sehr befreiendes Ritual empfunden, ein zu uns "Ja" sagen welches ein heiliger Akt war.

    Die bewussten und unbewussten Ängste sind sehr oft genau der Faktor, warum Menschen eben nicht mehr heiraten wollen - weil man es lieber "unverbindlich" will. Doch die Verbindung die ich durch mein "Ja" eingehe, muss alles andere als einengend, ein Kerker oder sonstiges sein. Denn genau diese Emotionenicon erfordern nicht die Ehe, sondern geschehen Tag täglich rein aus dem Egoicon des Menschen heraus. Die Ehe ist so "gut" oder so "schlecht" wie die Art, wie die Menschen diese führen.
    Eben wie bei allen Dingen.

    Denn die Erfahrung, die ich in meiner Realität machen durfte zaubert jeden Tag ein Lächeln in mein Gesicht. Wenn man deine Zeilen liest, spürt man jedoch den damit verbundenen erfahrenen Schmerz, der aber wenig mit der Ehe an sich zu tun hat. Die Erklärung, die du dann schreibst ist in sich schlüssig, doch muss - Danke Gott - so überhaupt nicht sein.

    von Herzen alles Liebe,

    Matthias

  8. #8
    Lichtmarine Offizier Weise Avatar von Sabine I. Exl
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    Frage ist das von dir???

    Liebe Ines, es fällt mir fast schwer etwas dazu zu schreiben, so wie es mir schwer gefallen ist, wirklich alles fertig zu lesen, dazu musste ich mich zwingen. So sehr tat es weh, das zu lesen. Nicht, weil es mich irgendwelcher Illusionen berauben würde, nein, ich glaube an meine Ideale und finde sie jeden Tag aufs Neue bestätigt. Aber wie muss es einer Seele gehen, die all das glaubt, was hier geschrieben steht? Was für eine Realität? Ja, würde ich all das so glauben, könnte ich auch nicht heiraten!
    Zu heiraten bedeutet für mich nicht nur Wahrhaftigkeit meinem Partner, mir selbst und der ganzen Welt gegenüber, es bedeutet Mut zu haben, es bedeutet Verantwortung zu übernehmen - in guten wie in schlechten Tagen. Ohne wenn und aber, ohne schön geredetes Hintertürl.
    Was ist das für ein Bild von Männern, was für ein Bild von Frauen!??
    Ich kann momentan gar nicht mehr schreiben, weil es gar keine richtigen Worte gibt dafür, was ich fühle. Lieber würde ich dich in den Arm nehmen und dich bitten dürfen, mir all deine Wut und Verbitterung geben zu können.
    Alles Liebe, Sabine

  9. #9
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Standard

    Zitat Zitat von Indigo Beitrag anzeigen
    Die Leute heiraten, weil sie es nicht aushalten können, glücklich zu sein. Sie wollen lieber leiden. Immer wenn ihr ein Paar seht, einen Mann und eine Frau, die total unglücklich sind, könnt ihr darauf bauen, dass sie verheiratet sind – aber sie müssen total unglücklich sein.

    (...)

    Vielleicht täuschen sie Glück vor, aber es ist nicht die Wahrheit. Ihr müsst sie sehen, wenn sie nicht Theater spielen, wenn sie nicht ihr offizielles Gesicht tragen. Dann sind sie ständig am Zanken und Streiten und gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Die Leute können Glück nicht ertragen.

    (...)

    Alle Ehen sind destruktiv für die Liebe.

    (...)

    Jeder Ehemann ist ein Pantoffelheld
    Liebe Ines,

    Ich fühle ich sollte dir noch genauer schreiben, wo es hakt... ich habe dir also nur einige deiner Aussagen herauskopiert. Lese Sie ganz einfach. Stelle dir die Frage: Wo urteile ich über andere Menschen? Was lässt mich die Welt in einer so einseitigen destruktiven Weise sehen? Warum auf einmal? Woher ist mein Schmerz?

    Denn eines ist klar, solche Generalisierungen sind kaum allgemein gültig, wie nichts allgemein gültig ist außer Gott.

    von Herzen alles Liebe,

    Matthias

  10. #10
    Selma
    Inspiriert

    Standard

    Liebe Ines!

    Es tut mir leid, aber ich hab dein Geschreibsel nicht fertig lesen können. Ich möchte mich Sabine anschließen und dich halten, ihr helfen dich in den Arm zu nehmen.
    Was ist denn passiert? Wir kennen dich hier im Forum als eine, die erbauende Beiträge schreibt, so wunderbar versöhnlich und liebevoll.

    Ich bin mit meinem Mann seit 20 Jahren zusammen und seit 19 Jahren verheiratet. Und ich möchte keinen Tag missen, auch den unglücklichsten nicht, auch den schwierigsten nicht. Wir sind immer noch dabei, aneinander zu lernen und uns auszuprobieren, uns am anderen und durch den anderen zu erkennen und zu erfahren.

    Wenn ich etwas so ablehne, ist das eine negative Fixierung. Es ist immer eine Anhaftung, ob es sich nun abstoßend oder anziehend auf uns auswirkt – in beiden Fällen besteht Abhängigkeit.
    Meistens heiratet man seine eigene Schattenseite, nein, immer. Viele Paare kommen nur nicht drauf, weil sie sich früher trennen, ob sie sich nun „offiziell“ verbinden oder nicht.
    Seinen eigenen Schatten nicht nur lieben und schätzen lernen, sondern überhaupt kennen lernen, darum geht es in einer Ehe oder Lebensabschnittspartnerschaft. Oft wird dann unbewusst die Beziehung noch viele Jahre in schmerzhaftester Weise über die Scheidung oder Trennung hinaus fortgesetzt, sie kann sogar eine neuerliche Verheiratung und mehrere „neue“ Kinder überdauern, wenn das nicht auf irgendeiner Ebene erkannt und gewürdigt wird.
    Erst wenn sich jeder der zwei Partner selbst zu lieben beginnt, kann eine reifere Beziehung zwischen zwei „Ganzen“ stattfinden. Mit „dem Ganzen“ meine ich das Ich UND das Göttliche in uns selbst, das gleichwertig wie Yin UND Yang ist.
    Für das Ich ist es sehr schwer zu akzeptieren, dass es etwas gibt, das größer ist.
    In diesem Sinn schließe ich mich nun auch dem Beitrag von Matthias an und wünsche uns allen eine gute Nacht.
    Alles Liebe von Barbara

  11. #11
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Standard Heute Früh...

    Danke für deine Zeilen Barbara,

    heute frühmorgentlich kam zu dem Thema noch folgendes:

    Worum geht es in der Ehe? Welche Vorstellungen habt Ihr?

    Die Antwort liegt im Versprechen, welches man sich gibt:

    "Im Vertrauen, dass Gott mit uns geht
    komme ich mit Dir auf den Weg, als dein Mann/ deine Frau.

    Ich sage ja zu Dir in guten Zeiten und auch in Zeiten,
    wo der Weg steil ist und uns die Hoffnung fehlt.
    Wenn du traurig bist, werde ich dich trösten.
    Wenn dir Unrecht widerfährt, so werde ich für dich kämpfen.
    Wenn dein Leben auf dieser Welt endet, so wird mein Herz dich auf deinem Weg begleiten.

    Ich will dich lieben, achten und ehren
    und dir stets die Treue halten.
    Denn du bist mein Glück, meine Liebe, mein Leben.

    Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue.
    Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."


    Das Eheversprechen als solches dient dazu, nur eines einzuengen - das menschliche Egoicon, welches Ungestüm nach seiner eigenen Verwirklichung strebt und den Blick auf das wesentliche - unendliche Liebe / Gott - verblendet. Wie bei Kindern, die lernen die Gefahren des Alltags zu achten gilt es bei den Eheleuten die Gefahren des eigenen Egos zu erkennen und zu begegnen. Erst wenn die Liebe wahrlich gelebt wird kehrt die Ruheicon von der Resonanz ein. Mein Partner hilft mir dabei. Jeden Tag, zeigt mir die Dinge, die es zu lernen gibt.

    Wenn ich mich genau darauf, ganz bewusst in der Verwirklichung Gottes einlasse, dann kann ich wahrhaftig dieses Versprechen geben, dass ich in den schwierigen Tagen der Resonanz trotzdem das Göttliche sehe (gute und schlechte Tage), dass an den Tagen wo wir zweifeln einander Stütze sind, dass wir bei Trauer trösten, wenn Unrecht geschieht für einander eintreten um die Wahrheit zu leben, und ja, diesen Weg gehe ich bis in dieser Inkarnation meiner Lernkurve das menschliche dasein endet. Denn du bist - mein Spiegel (=mein Leben)
    Dies tue ich in RESPEKT, LIEBE und Hingabe (liebe, achten und ehren), ich achte die sieben Bänder der Chakren, die sich zwischen uns zwischen Mann und Frau, Yin und Yang aufbauen (Treue halten) und ich tue dies vor deiner und meiner Göttlichkeit, denn wir sind eins.

    Ich habe mich ganz bewusst auf dieses Versprechen eingelassen, mit jeder einzelnen Zeile intensiv auseinandergesetzt und erkenne den unendlichen Wert und die Schönheit und Tragweite der Zeilen, die nur das eigene Ego begrenzt DAMIT die wahre Liebe sich entfalten kann.

    Habe ich Angst oder Zweifel, dann sollte ich warten. So lange, bis ich aus tiefster Seele "Ja" sagen kann. Doch das warten sollte gepaart sein mit der Suche nach der Angst, die mich hindert mein eigenes Ego aufzulösen um die Liebe zu leben.

    Kann ich all dies auch ohne Ehe? Ja, natürlich - doch hat ein Versprechen eine wunderbare Qualität der Erinnerung, eben in jenen Zeiten - guten wie schlechten. Wie Sabine schon schrieb. Das erfordert Mut, Liebe und Hingabe.

    Ich umarme Euch alle,

    Matthias

  12. #12
    Schmetterling
    Inspiriert

    Standard

    Liebe Ines!

    Danke für deine Antwort.
    Ich denke aber, dass ich mich in meinem Beitrag falsch ausgedrückt habe.
    Wenn ich geschrieben habe, "ich bete für sie, dass sie nur einen Teil von dem was du geschrieben hast, in sich trägt", dann habe ich damit nicht gemeint, dass ich sie vom Heiraten abhalten will, sondern dass sie sich ihre Liebe nicht durch "Mißachten des Partners in der Ehe" kaputt machen soll.
    Sorgen um meine Tochter mache ich mir sicherlich, aber nicht wegen der Hochzeit mit Marcus. Für mich ist er ein "Traum-Schwiegersohn".
    Er hat ihr geholfen, ihre Magersucht zu bekämpfen und ist wirklich immer in liebevoller Weise für sie da.
    Aber in die Zukunft schauen kann ich natürlich auch nicht, ich kann nur vertrauen.

    Meine Sorge besteht eher darin, dass Stephanie meine "Beziehungsfehler" wiederholen könnte.
    Sie hat zwar nicht mit 20 schon Angst gehabt, dass sie übrig bleibt, aber sie hat sehr viel von meinen Verhaltensmustern übernommen.
    Wenn du schreibst, Menschen sollen erst zusammen wohnen, bevor sie heiraten, kann ich dir nur recht geben. Aber auch das kann man nicht verallgemeinern.
    Ich habe eine sehr liebe Kollegin, die hat mit 18 Jahren geheiratet und ist jetzt seit fast 50 Jahren wirklich glücklich.
    Ich weiß also nicht, ob das "Verstehen des anderen Menschen" oder die Reife mit dem Alter zusammen hängt.

    Wenn ich dies alles wüßte, hätte ich nicht so einen steinigen Weg hinter mir und hätte meiner Tochter sehr vieles anders "vorgelebt".
    Du hast sicherlich auch recht, wenn du sagst, dass sich das Verhalten sehr vieler Menschen nach einer gewissen Zeit der Ehe ins negative verändert.
    Aber wiederum nicht bei allen. Und ehrlich gesagt, ich würde mir heute noch so eine richtig romantische Beziehung wünschen - in der Ehe.
    Ich denke mir auch nicht, dass Frauen in der heutigen Zeit heiraten um versorgt zu sein. Früher war das vielleicht einmal so.
    Aber ich glaube einfach, dass man, wenn man den Zustand nicht erreicht hat, eben noch sehr vieles lernen und auch aufarbeiten muss.

    Vielleicht gelingt es uns (dir sowie mir) im nächsten Leben ??? Wäre doch schön - oder ???

    eine feste Umarmung sendet dir der Schmetterling

    N.S. Ich brauche meine Tochter nicht zu fragen, warum sie heiraten will. Sie liebt Marcus über alles - das wäre ihre Antwort.

  13. #13
    Lichtforum Moderator Erfahren Avatar von Elisabeth Kröpfl
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    Lächeln Liebe Ines, ich hab dich lieb!

    Liebe Ines!

    Ja, auch ich habe mich gewundert. Hab gedacht das Posting kann unmöglich von dir sein.
    In diesem Leben war ich noch nie verheiratet - vielleichts kommts noch (hoffentlich) - wer weiß??! Ich möchte mich bei dir bedanken für dein Posting. Dein Posting hat mich schockiert, sehr traurig gemacht und dadurch zum Nachdenken gebracht. Ich hab mir die Frage gestellt was die Ehe bedeutet? Ich bin, wie Sabine auch auf Wahrhaftigkeit, Mut, Verantwortung, Treue, Zärtlichkeit, Hingabe, Geborgenheit, Respekt, Verständnis und die Liebe gestoßen.

    Die Liebe ist wahrlich das Allergrößte überhaupt und auch das größte unter diesen genannten und nicht genannten Eigenschaften der Ehe. Ja, ich liebe meinen Orthopedicus und er liebt mich. Eigentlich reicht die Liebe aus, weil die anderen Eigenschaften entstehen aus der Liebe wie von selbst.

    Liebe Ines, bitte fühl dich von mir umarmt. Ich wünsche dir Vertrauen und gleichgültige Liebe. Ich hab dich lieb.

  14. #14
    Fragend Avatar von Melitta
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    Standard

    Liebe Ines,

    Ich musste dieses Posting einige male lesen, weil ich es einfach nicht glauben kann, dass, das wirklich du geschrieben hast.
    Jeder Mensch macht schlechte Erfahrungen, es tut momentan nichts zur Sache, auf welche Art und Weise.
    Ich bin seit 21 Jahren verheiratet, habe gute und auch weniger gute Jahre gehabt.
    Ich liebe meinen Mann, was nicht jeder verstehen kann und doch ist es so.
    Gott hat mich mit meinem Mann zusammengeführt und ich konnte sehr viel von ihm lernen. Wenn Gott will dann wird es so bleiben und wenn nicht: Gott weiss was er tut!
    (Das ist meine Meinung.)

    Ich umarme dich inniglich.

  15. #15
    Selma
    Inspiriert

    Standard Du hast ja Recht!


    ADVERTISING

    Liebe Ines!

    Jetzt ich habe mir den ganzen Thread, dein Profil und meine Erinnerung an dich noch einmal in Ruheicon und ziemlich emotionslos angeschaut und bin zu einem neuen Bild, zu einer Erkenntnis gekommen.

    Du hast ja Recht!
    Ja, dein Gefühl, deine Emotionicon, dein Herz, deine Intuition bringt da etwas zum Ausdruck, was wie eine Fotographie der momentanen Beziehungslandschaften und ihrer Verwirrungen wirkt. Etwas in dir möchte aber am liebsten ein Selbstmordattentat verüben – so groß ist die Wut und die Frustration – weil du nicht verstehst, oder weil du das, was du spürst, noch nicht in die Sprache deines Verstandes zu übersetzten imstande bist.
    Du meinst vielleicht in der Institution Ehe, oder besser gesagt im Ritual selber, etwas zu finden, das du für deinen Groll und das ohnmächtige Unwohlsein verantwortlich machen kannst. Es ist aber gar nicht dein Groll, auch nicht deine Ohnmacht und auch nicht dein persönliches Scheitern, was dich so fuchsteufelswild macht und dich mit scharfen Messern der Negativität auf ein (hoffentlich) ausgestopftes Ziel werfen lässt, hinter dem sich nicht nur der Vater deiner Kinder, sondern alle Männer und letztlich auch alle verheirateten Paare zu ducken versuchen, um von deinem voll aktivierten Schmerzkörper, der mit dem kollektiven weiblichen Schmerzkörper verbunden ist, nicht getroffen zu werden.

    Wir Forumianer haben auch dementsprechend reagiert! Die Kraft und die Heiligkeit des Rituals der Hochzeit sind weit älter als Patriarchat oder Matriarchat.
    Rituale entstehen nicht von selbst, sagt Daan van Kampenhout, sie entstehen, weil Menschen ein grundlegendes Bedürfnis haben sich Rituale zu schaffen und sie anzuwenden. Ein Ritual versetzt dich vorübergehend aus deinem irdischen Dasein in einen „heiligen“ Raum. Er sagt aber auch, dass, wenn sich Rituale und ihre Form den sich wandelnden Zeiten nicht anpassen und sich mit ihnen entwickeln, dann werden oft unwesentliche Einzelheiten des Rituals wichtiger als das Ritual selbst. Auch dieses Unbehagen hast du gespürt, liebe Ines.

    Liebe gibt dir die Freiheit, du selbst zu sein. Sie ist nicht besitzergreifend.

    …hast du in deinem ersten Posting geschrieben. Eckart Tolle schreibt in JETZT! S. 164,:
    Liebe ist nicht wählerisch, genau wie das Sonnenlicht nicht wählerisch ist. Sie bevorzugt niemanden. Sie ist nicht ausschließlich. Ausschließlichkeit gehört nicht zur Liebe Gottes, sondern zur Liebe des Egoicon. Allerdings fühlen wir wahre Liebe mit unterschiedlicher Intensität. Es kann einen Menschen geben, der dir deine Liebe klarer und intensiver zurückspiegelt, und wenn derjenige für dich genauso fühlt, dann kann man sagen, dass ihr miteinander in einer Liebesbeziehung seid. Was dich mit diesem Menschen verbindet, verbindet dich auch mit jemandem, der neben dir im Bus sitzt, oder mit einem Vogel, einem Baum, einer Blume. Nur die Intensität, mit der du es wahrnimmst, ist anders.

    Nun könnten wir noch andere „nicht unbedingt hellfühlige“ Gründe für deine Explosion „hervordenken“ und unsererseits „hineinfühlen“. Wenn du persönlich daran Gefallen und Interesse finden würdest, weil du meinst, dass es dir gut tut, wird es sowieso weitergehen.
    Ich habe jetzt noch zwei Texte abgetippt, von denen ich glaube, dass sie für uns alle wichtig und interessant sein könnten. Ich schicke sie in nachfolgenden Postings.
    Dir möchte ich noch Danke sagen, dass ich mich heute durch dich so intensiv mit diesen Fragen hab auseinandersetzen müssen, die auf unserer Beziehungsbaustelle gut getan haben. Ich bin übrigens die dritte Frau meines Mannes und vor unserer Heirat war ich (auch oder noch – kann sich der Leser selber aussuchen) kein Engel.

    Alles Liebe, auch an deine drei kleinen Engelchen, von deiner Barbara

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