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ihr Lieben,
mittlerweile bin ich ja dafür bekannt, das ich ganz gerne sehr genau und durchaus auch überkristisch hinschaue, wie künstliche menschliche Systeme funktionieren, wo ihre Stärken und Schwächen sind, woran und wann sie scheitern - es ist ein Thema, das mich schon viele Jahre interessiert. ich für mich habe dabei viel über mich gelernt, über eigene angenommen Systeme, habe losgelassen und mir wieder neue zugelegt, nur Gott weiß, wohin mein Weg mich führt. alle Systeme haben mir eine Weile gut geholfen - das sei auch am Rande bemerkt, das ist sehr wichtig. sie loszulassen war ebenfalls immer ein wichtiger Prozess.
ich habe heute in Uwe Woitzigs Buch "Hofgang im Handstand", das ich nebenbei bemerkt von Herzen empfehlen kann (es kann auch gerne in ein bis zwei Wochen bei mir ausgeborgt werden), einen Satz gelesen, der mir schlicht und ergreifend etwas vor Augen führte, worum ich seit Jahren einen Eiertanz aufführe. er schreibt, es gäbe definitiv "schlechte" Systeme. damit meint er beispielsweise ein Wirtschaftssystem, das auf der Gier der Menschen aufbaut - und das er weidlich ausnutzte aber eben auch durchblickte. ABER die hinein verwobenen Menschen können niemals schlecht sein, erkennt er jetzt im Gefängnis - sie sind Menschen auf ihrem Weg. so wie er selber. es ist so simpel - und es brauchte in mir so lang, das anzuerkennen.
und ich habe über das System der Bienen etwas gelernt - das wäre im Gegensatz zu künstlichen ein wohlfunktionierendes natürliches System. Bienen formieren bei Bedarf mit ihren Körpern und vermutlich auch mit ihrem Geist eine Art Organismus (Hochzeitsflug, Futterbeschaffung, Gefahr durch Überhitzung/Unterkühlung etc pp). ist die Situation gelöst, löst sich der entstandene Organismus wieder auf. hier kann keine Hierarchie entstehen außer dem Fakt, dass der Bienenstaat eine Bienenkönigin braucht, die ihrem Volk mit befruchteten Eiern dient.
ja, das wollte ich hier teilen. für mich ist das sehr neuund äußerst hilfreich
Lisa
ja, Marion, so war das gemeint - gute Nacht einstweilen
Lisa
Liebe Lisa, liebe Marion,
ich hab da auch drüber nachgegrübelt, konnte es nicht so richtig greifen. Nun waren wir grad in der Sauna und beim Gespräch darüber kam mir dieses Bild:
Die Systeme - welcher Art auch immer - sind Bühnen, die irgendwann einmal von Menschen geschaffen wurden. Dann kommen die Schauspieler - die Menschen - , die nichts anderes wollen, als auf der zugeteilten oder selbst gewählten Bühne ihr Schauspiel bestmöglich zu machen. Danach verlassen sie die Bühne wieder, manche sterben auch auf der Bühne, andere werden krank und wieder andere suchen sich eine andere Bühne, wo sie sich und ihr Können besser entfalten können. Manche vergessen dabei, dass sie einerseits auf einer Bühne sind und anderseits, dass sie Schauspieler sind. Ok, die meisten vergessen das, sie identifizieren sich mit der Rolle. Und von Schauspieler zu Schauspieler wird die Bühne immer bombastischer, jeder bringt irgendein Assessoire mit, von dem er meint, dass damit der Wirkung der Bühne gedient werde. Manche Bühnen werden aber auch immer ramponierter, werden immer mehr zerlegt, verlumpt oder auch gar verlassen, ungenützt, verstaubt, bis sie jemand wieder findet.
Und so geht es weiter und weiter und weiter......
auf der Bühne "Lichtforum"!! "Küß die Hand die Damen, Guten Abend die Herrn, Griaß euch die Madln, Servas die Buam!", wie der gute alte Heinz Conrads immer sagte.....
Alles Liebe euch, Sabine![]()
Sabine I. Exl
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Liebe Sabine,
sehr interessanter Gedanke. Tja eine "spirituelle Bühne" scheint wahrhaftiger und vertretbarer zu sein als vielleicht "andere" Bühnen. Doch Bühne bleibt Bühne. Auch wenn man sich vielleicht auf solchen Bühnen wohler fühlt, bewusster fühlt, klarer fühlt - es ist eine Bühne. Es gilt daher zu überprüfen, ob wir uns also mit dieser Bühne als "unsere" Bühne identifizieren und vielleicht schon längst als Schauspieler angeheuert haben
Alles Liebe,
Christina
ihr lieben Frauen,
ich danke euch so sehr für eure Antwort.ich hab gleich am Morgen von Herzen gelacht, über mich, über die dramatischen Bühnen in und um uns - Sabine, deine Beschreibung ist genial. du hast vermutlich nichts ausgelassen.
vergnügte Guten-Morgen-Grüße, ich betrete nach der Stoberdorfer Bühne für einige Stunden die Bühne des Musikschulwerkes, bin schon gespannt, welche Accessoires da heute auf mich warten - ich bringe nur Tee mit und mich
eure Lisa
Guten Morgen ihr Lieben,
welch schönes Thema.
Auch für mich ist es ganz stimmig, was Sabine schreibt.
Persönlich habe ich über Systheme noch nicht viel nachgedacht, aber Systheme bestehen ja überall. Sie stehen nicht nur nebeneinander, sie durchweben sich ja auch häufig.
Familie, Schule, Beruf, Nachbarschaft, der Sportverein, ... überall sind Systheme erkennbar, und man ist mit allem irgendwie verbunden. Mit dem Einen mehr , mit dem Anderen weniger. Ich empfinde es so, daß ich sogar mein ganz eigenes Systhem, in den verschiedenen Systhemen entwickele.
Ja, ich erkenne auch in meinem eigenen Verhalten ein Systhem, mit den unterschiedlichen Systhemen zu agieren.
Ohne die vielen Systheme, oder Bühnen, würde sich vermutlich nichts erfahren lassen. So sind sie also .
In welches Systhem ich gerade schlitter, darauf habe ich vielleicht gar nicht direkten Zugriff, hängt das doch auch vermutlich mit meiner jeweiligen Aufgabe, meinem ureigenen Weg zusammen.
Und diesen werde ich, nach meinem tiefen Glauben, ganz wunderbar geführt. So bin ich also zu jeder Zeit im genau richtigen Systhem.
Fern aller Systheme liegt das eigentliche , unendliche Sein, das wahre ICH. Das woraus jeder kommt, und wohin jeder wieder unterwegs ist, mit dem jeder untrennbar vereint ist. Dieses Ich ist unberührt von den Bühnen und Systhemen (und doch beinhaltet es sie allesamt? ).
mal sehen, auf welche Bühne ich gleich wandle.
zuversichtliche und vertrauende Grüße von Herzen,
Biggi
Liebe Sabine,
ein schönes Bild: Systeme als Bühnen, von Menschen geschaffen, um sich dort zu erfahren.
In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich viele Bühnen (scheinbar?) verlassen. Ich bin dankbar, dass ich innerlich so weit zurück treten durfte, um meinen Fokus nach innen zu richten.
Ich bin gespannt darauf, auf welchen Bühnen ich künftig (wieder?) mittun mag? Und hab noch ein bissl Sch..........., ob bzw. wie mir das gelingen mag und ob ich all das Gelernte werde mitnehmen und umsetzen können.
Wir haben uns dieser Tage im Hinblick auf aktuelles Weltgeschehen darüber unterhalten, dass die Verflechtungen so vielschichtig geworden sind, dass es ganz schwierig wird für diejenigen, denen wir kollektiv Verantwortung übertragen haben, da überhaupt noch was Sinnvolles anzufangen. Es kommt mir so vor, als wären die Verflechtungen so kompliziert geworden, dass den Regierenden die Hände gebunden scheinen für wirklich positive Veränderungen. Wird man vielleicht die ein oder andere Bühne beseitigen müssen, weil sie ausgedient hat, oder so...
Tja, da bin ich offensichtlich doch auch gelandet und hab mich freiwillig eingebracht.
Liebe Biggi,
Auch dies ein schöner Gedanke, der mir gerade gut tut.
Euch allen einen schönen Tag, in München lugt die Sonne sporadisch etwas durch die Wolken
Marion
Ihr Lieben,
im Grunde ist ja jede Bühne gut - bewertet der Schauspieler den Zustand einer Bühne oder versucht er nicht einfach sein Bestes zu geben, wie auch immer die Umstände sein mögen, ob es eine Vorstadtbühne oder eine der ganz großen und geachteten ist? Wir mögen viele Bühnen bereits verlassen haben, aber wir werden immer auf einer Bühne stehen, weil das Leben ein Schau-Spiel ist. ich mag Babas Satz jetzt erst so richtig (vor Jahren war ich da voll resonant und hab mich davon geradezu veräppelt gefühlt): "Das Leben ist ein Spiel - spiel es gut!"
Wir sollen also spielen, wir dürfen spielen. Und wir sollen nicht nur ein tolles Spel dabei abliefern, sondern wir dürfen durchaus unseren Spass dabei und daran haben. Wesentlich ist nur, dass ich mir des Spieles bewusst bin und mich weder mit dem Schauspieler noch der Bühne identifiziere. Ansonsten hab ich mich Selbstdarin verloren.
Ja, dann uns allen mal einen vergnüglichen Spieltag!
Alles Liebe euch, Sabine![]()
Sabine I. Exl
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liebe Sabine,
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ja, so sind künstliche Systeme weder gut noch schlecht. immer wieder tappe ich in diese Falleund immer wieder muss ich mir lachend eingestehen - reingefallen. da steht die Leiter, raus hier. auch gut. ist Teil meines Spieles.
es ist schon spannend: ich nutze bei allem Misstrauen diese Bühnen, na no. für irgendeine Frage, irgendein Thema sind sie hilfreich. dann kommt bei mir nach einer Weile eine gewisse Sicherheit, damit verbunden auch eine gewisse Trägheit. und dann gibts eine Instanz in mir, die sagt: weiter. geh weiter. such weiter. immer noch mit der Frage in mir: wer bin ich, warum bin ich hier, was ist meine Aufgabe? manchmal verlasse ich dann die Bühne, manchmal bleibe ich noch eine Weile. das ist unterschiedlich. ich werde jedenfalls gut geführt.
derzeit fühle ich mich am wohlsten mit mir in der Stoberdorfschen Holzwerkstatt, ich sitze an der Decoupiersäge, das Zirbenholz duftet, ein Stern, ein Baum nach dem anderen wird liebevoll und achtsam aus diesem wunderbaren Material herausgesägt. Alexander lacht schon, weil ich bereits nach Zirbe riecheund ich weiß, dass diese Arbeit einerseits mir sehr gut tut und das Ergebnis andererseits Menschen erfreut. und ja, es ist ein wunderbares Spiel, das ich zur Zeit spiele - es ist die Bühne der Handwerkerin. ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich für diese Umgebung bin.
danke für euer Dasein
Lisa
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