Herzlich willkommen im Lichtarchiv


Deinem spirituellen Archiv für Selbstfindung, Geistheilung und Glaubensfragen


  •  » Voller Freude haben wir hier 59.000 Beiträge für dich geschrieben!
  •  » Der Umgangston war über Jahre freundlich, respekt- und liebevoll...
  •  » Das Lichtforum war einzigartig in seiner Art.
  •  » Die Bewohner dieses Hauses sind nun weitergezogen...

...es war an der Zeit. Und nun kannst auch du dabei sein!


Privat, nicht von Suchmaschinen durchsucht, bewusst klein gehalten...


Sei willkommen im Herzenssache Kaminzimmer


Das Herzenssache Kaminzimmer ist übrigens werbefrei und bleibend kostenfrei!

Seite 1 von 7 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 101

Thema: Der Weg aus der Depression ins Licht

  1. #1
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard Der Weg aus der Depression ins Licht

    Meine Lieben,

    Wie Ihr wisst leide ich seit letztem Jahr an einer Erschöpfungsdepression. Durch meine Therapie und durch eure liebevolle Unterstützung mache ich deutliche Fortschritte. Gestern hatte ich einen Tag, wo sich die Ereignisse und Selbsterkenntnisse gehäuft haben. An dieser Stelle möchte ich mich bei Gott bedanken, dass ich gestern sehr wichtige Spiegel vorgehalten bekommen habe. Heute geht es mir mental bestens.
    So und nun erzähl ich mal drauf los. Ich möchte euch unheimlich gerne daran teilhaben lassen.

    Ausschlaggebend war ein Besuch meiner Cousine vorgestern bei mir. Meine Cousine war für mich wie meine Schwester, da ich ein Einzelkind bin. Unsere Eltern und wir Kinder haben sehr viel Zeit miteinander verbracht. Meine Therapeutin wollte die ganze Zeit wissen, ob sonst in meiner Familie auch an Depressionen leidet. Jetzt hatte ich mal die richtige Gelegenheit sie danach zu fragen, und auch ob Sie Erinnerungen hat wie meine Eltern mit mir umgegangen sind. Die Infos waren eher spärlich. So bin ich auf die Idee gekommen, mit meiner Tante zu sprechen. Ich habe gestern angerufen, und sie gebeten mir ein paar Auskünfte zu geben. Wir haben dann vereinbart, dass sie mich besuchen kommt, weil das ein längeres Gespräch wird. Etwas hat sie mir sofort erzählt.
    Das ich zu allen möglichen Sachen gezwungen wurde und, dass ich Angst hatte vor meinem Vater. Und plötzlich habe ich eine eiskalte tiefe Angst gespürt. ich war wie gelähmt. Mein Herz hämmerte wie wild. Ich schaute einfach weiter in mich hinein. Warum diese tiefe Angst. Dann ist es mir plötzlich gedämmert, es ist eine Angst aus der Kindheit, eine alte Angst. Sie hat in der Gegenwart keinen Bestand. Sie gehört genau dort hin, wo ich ich sie erlebt habe in die Vergangenheit. Und plötzlich war sie weg. Sie hat ihren Platz bekommen. Ein Meilenschritt für meinen Weg. Staunen, Freude,unendliche Erleichterung, ein belastender Fels ist von mir gefallen.
    Ich kann jetzt auch dem Gespräch mit meiner Tante gelassener entgegen sehen.
    Eine neue Frage tut sich auf, wie werde ich in Zukunft, mit den neuen Infos mit meinem Vater umgehen können. Die Antwort habe ich im Laufe des Tages erhalten. Dazu ein bisschen später.
    Denn eine Stunde später die nächste Erkenntnis. Meine Therapeutin sagte das letzte mal zu mir, dass ich ein unheimlich strenges Über-Ich habe, das mir ständig sagt was ich zu tun habe. Grübel,grübel? Gestern habe ich dann plötzlich in das Antlitz meines Über-Ich´s gesehen. Der Tisch gehört abgewischt. Wer sagt das ? Ich!!!!!! Hat dieses Ich recht? Nein,nein,nein. Ich kann es später auch machen. Das war neu. Kein Zwang war mehr zu spüren. Wow, was für ein Tag.
    Bei meiner anschließenden Therapiestunden,habe ich mit diesen Erkenntnissen meine Therapeutin in Begeisterung versetzt. Ich bin auf einem unheimlich guten Weg. Mein Wohl- wollendes-Ich gehört gestärkt. Auf zu neuen Ufern. Dankbarkeit, für die Depression und die Ruhe als Weg zu einem neuen Leben.
    Am Nachmittag die nächste Lektion. Mein Sohn kommt zu mir. Er hat gerade mit Omi telefoniert, sie hat geweint und dann sofort aufgelegt. Ich rufe auch besorgt an. Wieder das Gleiche. Sie fängt zu weinen an und legt auf. In diesem Moment fühle ich mich überfordert, was soll ich tun. Ich rufe meinen Schwager an, er hebt nicht ab. Mein Mann arbeitet natürlich, er kann auch nicht zur Mutter fahren. Mein zweiter Schwager wohnt in Frankfurt, geht also auch nicht. Ich spüre ich muss zu ihr. Ich setze mich ins Auto und fahre los. Sie steht bei der Bushaltestelle und ist von mir nur schwer zu überzeugen, mit mir zu kommen. Wir setzen auf die Terasse eines Kaffeehauses, genießen die Sonne, und probiere aus ihr heraus zu kitzeln, was sie bedrückt. Ihre Söhne behandeln sie schlecht, alleine ist sie sowieso,sie kann mit niemanden reden. Selbstvorwürfe,was sie alles bei ihren Söhnen falsch gemacht hat und leider hat sie keine Tochter. Na bum, da hatte ich einiges zurecht zu biegen.
    Kurze Erklärung:Meine Schwiegermutter ist 82, hat ständig große Schmerzen,dadurch eine Depression auch ausgelöst weil ihre innigsten Freunde nicht mehr leben, und sie auch das Gefühl hat, mit niemanden mehr reden zu können. Hinzu kommt eine zunehmende Demenz. Sie hatte durch den frühen Tod ihres Mannes, drei Söhne groß zu ziehen, und war auch gezwungen für den Lebensunterhalt zu sorgen. Dadurch wurden die drei Söhne unheimlich streng geführt. Ich habe sie getröstet,und habe gesagt, dass sie alles richtig gemacht hat. Sie hat unheimlich tolle Arbeit geleistet. So hat sie sich ein wenig geöffnet. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich einen Termin in der Schmerzambulanz besorgen werde und mit ihr dort hin gehen werde. Sie schafft es alleine nicht mehr,ich habe ihr schon ein paar mal dazu geraten. Ich konnte Sie auch dazu überreden ein pflanzliches Produkt gegen ihre Depression ein zu nehmen. Ich habe Sie dann nach Hause gebracht und sie hat wieder gelächelt. Wieder ein Spiegel für mich, ich habe auch immer nach besten Gewissen gehandelt, auch ich brauch mich für nichts zu entschuldigen.
    Es folgten langwierige Gespräche um meinen Mann und seine zwei Brüder wach zu rütteln. Sie braucht jetzt Hilfe, und wir müssen Sie leisten, sie schafft es alleine nicht mehr. Sie braucht auch Begleitung bei Arztbesuchen. Ich habe schon länger das Gefühl, sie sagt ihnen nicht über ihr Befinden. Nach dem Gespräch mit meinem Schwager aus Klagenfurt, wieder eine neue Erkenntnis. Er hat nicht gewusst,wie es um sie steht, er war zu tiefst betroffen und auch dankbar, dass ich ihm einmal meine Sichtweise dar gelegt habe. Er hegt de größten Groll gegen seine Mutter, und er kann nicht unterscheiden wann wieder ihr herrisches Ich spricht oder eine Frau die innerlich um Hilfe schreit und es nicht über die Lippen bringt, bitte helft mir. Was müsste er tun um ohne Groll mit ihr kommunizieren zu können. Da war meine Frage mit meinem Vater. Wow!!! Antwort: Verzeihung, Vergebung, Aussöhnung
    So viel neues an einem Tag. Ich bin hin und weg. Ich muss meine Gedanken neu sammeln. Es ist vieles anders. Neu. Schön.

    Ich hoffe ich kann auch euch viel mit diesen Zeilen geben.

    In Liebe

    Andrea

  2. #2
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard

    Liebe Lichtfamilie,

    Ich erlebe momentan eine sehr intensive Zeit. Ich erlebe so viele unterschiedliche Gefühle, dass ich schon freudig warte was als nächstes passiert. Gestern ist mich meine Tante besuchen gekommen. Ich habe Sie gebeten mir zu erzählen, wie sich mein Papa und meine Mama mir gegenüber verhalten haben. Ich habe so einiges erfahren, was ich tief in mir gespürt habe, aber nicht verstanden hatte. Ich habe immer das Gefühl gehabt, das meine Eltern mich nicht haben wollten. Meine Tante meinte, dass mein Vater sich einen Sohn gewünscht hatte. Um auf mich stolz zu sein, habe ich sehr viele Dinge tun müssen. Ich musste das Gymnasium besuchen um die Matura zu machen. Ich musste ein Musikinstrument erlernen, dass er mit mir angeben konnte etc.. Das hat für mich so geklungen, als ob er versucht hat, durch mich sein Selbstwertgefühl zu steigern. Mir hat er aber immer nur gesagt, es ist nicht gut genug, was ich z.B. beim Musizieren leiste. So bin ich eigentlich immer auf der Suche gewesen, dass irgend jemand mal sagt, das hast Du super gemacht und ich liebe Dich. Ich hatte auch immer Angst vor meinem Vater, weil in seinen Augen war ich sowieso nichts wert. Nach diesem Gespräch ist es mir sehr schlecht gegangen, auch heut morgen noch. Ich habe Gott um Hilfe gebeten. Sie ist auch sofort gekommen. Heute morgen hat mich eine Cousine von meinem Mann besucht. Sie war sehr aufgewühlt, weil sie Streit mit ihrem Lebenspartner hat. Sie hat angefangen zu weinen, und ich habe sie umarmt und getröstet. In diesem Moment war mein Herz voller Liebe, und mir ging es wieder gut. Ich weiß, ich kann mich auf Gott verlassen, und alles passiert zur richtigen Zeit, auch die tiefen Momente. Dazu passen ein paar Worte von der ehemaligen deutschen Bischöfin Margot Kläßmann. Mann kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand. Danke lieber Gott für alles.

    in tiefer Verbundenheit

    Andrea

  3. #3
    Lichtforum Moderator Enthusiastisch Avatar von Christina Wuga
    Registriert seit
    17.03.2008
    Ort
    St.Veit/Glan, Kärnten
    Alter
    31
    Beiträge
    575
    Blog-Einträge
    2

    Standard

    Liebe Andrea,

    es ist schön, deine Zeilen zu lesen. Ich danke dir, dass du sie mit uns teilst!


    Alles LIEBE dir,
    Christina

  4. #4
    Erfahren Avatar von Marion Frey
    Registriert seit
    25.08.2011
    Ort
    München
    Alter
    51
    Beiträge
    1.122

    Standard

    Liebe Andrea,

    Deine ersten Worte sind mir "durch die Lappen", dafür hab ich sie jetzt gelesen. Und die heutigen dazu.

    auch von mir, dass Du dies alles mit uns teilst. Es tut gut es zu lesen. Es macht Mut für den eigenen Alltag und die eigene Entwicklung.

    Ganz liebe Grüße



    Marion

  5. #5
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard

    Liebe Christina und Marion,

    ich danke euch für eure Worte. Sie sind wie Balsam für meine Seele. Ich bin total gerührt, schnief Das hat mir jetzt total geholfen. Ich hatte gestern einen schlimmen Tag. Ich werde euch gleich davon berichten. Ich bin total verblüfft, dass ich mit meinen Problemen auch zu eurer Weiterentwicklung beitrage. Ich habe immer gedacht ich bin ein Tafelklassler, der erst anfängt mit der eigenen Wegfindung. Danke!

    Ich liebe euch

    Andrea

  6. #6
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard

    Liebe Familie,

    mein Weg geht weiter und das in rasantem Tempo. Am Dienstag sind meine Gedanken nur so in meinem Kopf herum gesaust, auch ausgelöst durch meine Therapiestunde. Gestern hatte ich das Gefühl ich platze gleich. Ich habe mir ein Packpapier geschnappt (1,2m x 1,2 m ), und habe eine Aufstellung meiner Familie im frühen Kindesalter gemacht. Es sind unheimlich viele Geschichten hoch gekommen. Ich war unheimlich traurig und ich habe meine Tränen einfach laufen lassen. Ich bin in einen Familienverband von 9 Personen hinein geboren, die alle in einer Wohnung, wie in einer WG gelebt haben. Die WG bestand aus meiner Oma und ihrem Schwager, den Kinder meiner Oma meiner Mama, Papa und ich, und dem Sohn meiner Oma, also meinem Onkel ,Tante und zwei Kinder (im gleichen Alter wie ich). Mein Papa, meine Mama und ich sind wie ich 2 Jahre war, dann in eine eigene Wohnung gezogen. Wir haben aber trotzdem noch jedes Wochenende miteinander verbracht, bei Onkel und Tante. Zu welchen Konflikten es zwischen meinen Elter und Tante und Onkel gekommen ist , werde ich erst versuchen zu klären. Auf alle Fälle hat diese Konstellation auf uns drei Kinder unheimliche Auswirkung gehabt. Ich fühlte mich ständig wie ein Aussenseiter. Ich habe kaum Liebe bekommen, auch keine Geborgenheit und Nähe. Ich fühlt mich allein gelassen, wertlos. Ich habe mir oft gedacht,wenn ich nicht da wäre,es würde sowieso niemand bemerken. Zwischen Cousine und Cousin hatte ich auch nicht immer das Gefühl dazu zu gehören. Ich habe es einfach nicht verstanden, ich liebe beide so sehr, sie sind doch meine Geschwister, spüren sie das den nicht. Meine Tante hat mir das Gefühl gegeben, dass sie mich liebt und mich im nächsten Moment wieder ablehnt, und meine Eltern, die sich sowieso nicht für mich interessieren haben, und nicht in der Lage waren mir Liebe und Geborgenheit zu geben. Ich hatte ja regelrecht Angst vor meinem Vater. Die einzige Person die mir eine unheimliche Liebe zeigte,war meine Schatzi, meine Oma, Mama von meinem Papa. Sie war in diesem Familienverband nicht präsent, hat aber Ihre Wohnung einen Häuserblock von uns enfernt gehabt. Da sind wir dann ein zweitesmal umgezogen, mit 8 Jahren,an den Rand der Stadt. So war meine Schatzi, mein Zufluchtsort für mich nicht mehr in der Nähe.
    Ich fühlte eine tiefe Verzweiflung. Meine neue Heimat mit Mama und Papa hat keine Geborgenheit geboten. Es ist zwar meine Oma mütterlicher seits zu uns gezogen, aber da habe ich durch meine Verzweiflung, auch nichst gespürt. Ich konnte mit niemanden mehr über meine Probleme sprechen. So unendlich alleine. Das erste mal in meinem Leben, ist mir bewusst geworden, daß man sterben muss, und in meinem damaligen Leben die Meinung herrschte, man existiert nicht mehr. Ja, wo bin ich den dann. Angst, Angst, Angst, und das Wissen, ich brauch in meiner jetzigen Familie mit so etwas nicht heraus rücken, es würde mich so wie so niemand verstehen, oder mich trösten. Das hatte ich schon gelernt. Da bin ich das erste mal in eine Depression gerutscht.............

    Ich fühle jetzt, beim Schreiben eine unheimliche Leere und Kraftlosigkeit. Meine Hände bewegen sich nur mehr im Schneckentempo über die Tastatur.

    Aber ich bin ein Kämpfer. Ich will meine Gefühle endlich dort deponieren wo sie hin gehören, zu Mama und Papa. Ich habe sie heute zu mir gebeten. Ich habe eine irre Angst davor, aber auch das sichere Gefühl, es muss heute sein. Ich habe heute Gott um Beistand angefleht. Ich weiß, ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hände.

    Andrea

  7. #7
    Erfahren Avatar von Marion Frey
    Registriert seit
    25.08.2011
    Ort
    München
    Alter
    51
    Beiträge
    1.122

    Standard

    Liebe Andrea,

    wenn Du berichten magst, was weiter geschieht, gerne...

    Ich hab grad "Die Fallen der Spiritualität" (Interview Abdi Assadi: Die Fallen der Spiritualität | Sein Redaktion) gelesen und gemerkt, dass es unser Ego stärkt, wenn wir durch bestimmte spirituelle Erfahrungen glauben, etwas Besonderes zu sein. Also vergiss den Gedanken, Du stündest am Anfang. Du arbeitest mit dem, was in Dir schmerzt und das hat jeder für sich zu tun, daran gibts kein vorbei. Das mit weiter und weniger weit sein ist meist so ein Ego-Ding, das niemandem wirklich gut tut, niemanden aufbaut.

    Liebe Grüße, mich Seite an Seite mit Dir und den anderen in der Auseinandersetzung mit den eigenen Schatten fühlend



    Marion

  8. #8
    Lichtforum Moderator Enthusiastisch Avatar von Christina Wuga
    Registriert seit
    17.03.2008
    Ort
    St.Veit/Glan, Kärnten
    Alter
    31
    Beiträge
    575
    Blog-Einträge
    2

    Standard

    Liebe Andrea,

    DU bist es wert geliebt zu werden, allen voran von dir selbst. Du bist ein wunderbarer Mensch. Fühle dich getragen, geführt, sicher und geborgen, denn ER ist da, immer bei dir, immer hier... weil ER dich liebt.

    Ich umarme dich von ganzem Herzen,
    Christina

  9. #9
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
    Registriert seit
    08.08.2008
    Ort
    Stoberdorf bei Althofen/Kärnten
    Alter
    46
    Beiträge
    3.669
    Blog-Einträge
    2

    Standard

    liebe Andrea,

    Marions Worten kann ich mir nur anschließen, die Gefahr des Sich-Vergleichens mit der "Entwicklung" anderer Menschen rund um uns herum und damit verbundene Über- oder Unterbewertung ist eine dieser sinnlosen Versuche des Egos, dein Licht nicht leuchten zu lassen. und dein Licht strahlt hell und immer heller. immer wieder gut tut es mir, mir ganz oft bewusst zu machen, dass wir bereits fertige Wesen sind. es gilt nur mehr, den Schutt und Müll und Unrat wegzuräumen, um diesen Wesen das Leben zu ermöglichen.

    jeder Schritt, den eine oder einer von uns hier tut, dient auch anderen. mir hat in den letzten für mich sehr schlimmen Tagen beispielsweise dein Spruch so geholfen, dass wir nie tiefer als in Gottes Hand fallen können. was für ein beruhigendes Bild!! als ich hier jeden Tag ein bisschen schwächer wurde, das vollkommen ungewohnte Fieber meinen Körper durchschüttelte und durchglühte ist er mir immer wieder eingefallen. ich mag deinen thread nicht für meine Bedürfnisse missbrauchen, ich sag dir nur so viel, mir wird mal wieder klar, welcher Druck auf mir lastet - und dass es klar ist, dass mein Körper so viel Druck nicht ewig stand hält. ich fühle mich zur Zeit alt und krank und ausgelaugt - mein Körper spricht eine sehr klare Sprache.

    ich finde es so schön, dass es genau dich gibt - mit deinen klugen Fragen und Reflexionen, mit deinem Mut, die Dinge anzugehen und anzuschauen. und mit deinem Vertrauen.

    ich sende dir eine Herzensumarmung

    Lisa

  10. #10
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard

    Meine Lieben,

    ich danke euch für eure liebevollen Antworten. Ihr habt so recht. Ich versuche schon immer, mich selbst kleiner zu machen als ich bin, was im Umgang mit meinem Vater notwendig war. Das ist mir diese Woche, bei der Aufarbeitung meiner Vergangenheit mehrmals bewusst geworden. Ich weiß natürlich, dass ich euch genauso wertvolle Ratschläge erteilen kann, weil jeder auf dieser Erde andere Erfahrungen macht. Aber dann macht mir mein Ego immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Aber ich bin zuversichtlich, dass es besser wird, weil ich schön langsam die Mechanismen begreife.

    Gestern war also dann mein Tag der Aussprache. Ich habe gestern meine Eltern ab geholt, und sie haben mich zu einem Arzt Termin begleitet. Ich habe sie darum gebeten, weil ich gestern relativ wacklig auf meinen Beinen unterwegs war. Anschließend sind sie zu mir nach Hause gekommen. Bevor ich mein Packpapier ausgerollt habe, habe ich ihnen versichert, dass ich sie liebe und es sich hierbei um meine Gefühle handelt und ich sie auf keinen Fall verletzen will. Mein Papa hat sich dann sehr gesträubt am Küchentisch platz zu nehmen. Meine Ma und ich mussten ihn dazu überreden. Ich hatte eigentlich den ganzen Tag Angst davor. Aber in dem Moment, als ich angefangen habe zu reden, war ich total gelassen. Ich war auf einmal stark. Ich konnte gut bei mir selbst bleiben. Als ich über meine Gefühle über die anderen Familienmitglieder gesprochen habe, hat mein Vater immer gesagt, und was kann ich dafür. Beim Schildern meiner Gefühle für meine Ma, hat meine Ma sich unglaublich toll verhalten. Sie hat mir gesagt, dass es ihr leid tue, dass sie nicht in der Lage war mir ihre Liebe zu zeigen. Sie selbst ist in einer Familie auf gewachsen, wo es Umarmungen und Bussis einfach nicht gegeben hat. Sie hat es so gelernt, und es war für sie normal. Sie war unheimlich froh, dass meine Schatzi (Oma) mir diesen Teil der Gefühlswelt gezeigt hat. Ja und dann ist mein Papa dran gekommen. Er hat sich unheimlich gewunden. Er hat immer wieder versucht, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. Meine Ma hat ihn immer wieder zu Ordnung gerufen. Die Andrea braucht das jetzt und er soll jetzt bitte endlich einmal zu hören. Bei der Aufzählung der vielen Verletzungen, hat er mir mehrmals gesagt, dass ich mir das nur einbilde und stimmen tut das ohnehin nicht. Außerdem war er ja die ganze Zeit arbeiten. Aber ich bin hartnäckig geblieben, und habe ihm gesagt, dass es sich um meine Gefühle handelt und, dass er gar nicht beurteilen kann, dass meine Gefühle falsch sind. Dagegen wieder jede Menge Einwände, ich wieder mit Ruhe, leise, für mich ist es so. Mehrmals. Dazwischen immer meine Ma die mir hilft. Dann war ich fertig. Wir haben dann noch angeregt weiter geplaudert. Es wurden mir auch einige Dinge berichtet, die neu für mich waren. So konnte ich immer klarer sehen. Ich habe auch erzählt wie sich eine Panikattacke anfühlt, und plötzlich sagt mein Papa so etwas kennt er auch. Ich war total verblüfft. Eines ist auch noch passiert, ich habe das Band, dass zwischen mir und und meine Ma besteht wieder gefühlt. Es ist wieder die Erinnerung hoch gekommen, wie wir gemeinsam, vor allem im Teenager Alter, Wege gesucht haben, um mir Sachen zu ermöglichen, die mein Vater nie erlaubt hätte. Mein Papa ist dann nach Hause gegangen. Meine Ma ist bei mir geblieben, und wir haben uns noch weiter unterhalten. Sie sagte mir, dass mich meine Gefühle über meinen Vater nicht getäuscht haben. Sie hatte selbst Angst vor ihm. Er ist unheimlich rechthaberisch und manipulativ. In seiner Umgebung gilt keine andere Meinung und wir hatten uns an zu passen. So ist es dann gekommen , dass meine Ma und ich einiges heimlich tun mussten.

    Das ganze hat sich auf alle Fälle gelohnt. Ich sehe einiges klarer. Mein Vater und meine Mutter sind natürlich nicht zu ändern, dass ist vollkommen richtig so. Mein Papa wird immer wieder versuchen sich bei mir ein zu mischen und mich zu manipulieren. Ich weiß aber für die Zukunft, dass er keine Chance haben wird. Ich bin wieder um einen Schritt stärker geworden und kann besser widerstehen. Mit meiner Ma konnte ich ein neues Band knüpfen, und ich habe mir vor genommen, ihr zu zeigen wie es ist immer wieder umarmt zu werden. Vielleicht lernt sie es ja auch noch. Ich liebe alle Beide.

    Lieber Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du mich gestern durch dieses Gespräch geleitet hast. Es war in keiner Minute schwierig für mich, und mir ist ein riesiger Felsbrocken von meiner Schulter gefallen.

    Ich muss mich auch bei meiner Therapeutin bedanken. Sie ist unheimlich toll, herzlich und einfühlsam. Gott hat sie mir geschickt.

    Ich danke auch euch, dass ich immer das Gefühl habe von euch getragen zu werden. Ohne Gott, ohne Therapeutin und natürlich ohne euch wäre ich nie so weit gekommen. Ich sehe einer positiven Zukunft entgegen, in der ich vollkommen gesund und im reinen mir selbst bin. Ich habe jetzt natürlich noch einige Arbeit vor mir, aber das ist gut so.

    Ich halte euch weiter am Laufenden.

    In inniger Liebe

    Andrea

  11. #11
    Enthusiastisch Avatar von Shiva
    Registriert seit
    07.05.2010
    Ort
    Niedersachsen, im schönen Wendland
    Alter
    37
    Beiträge
    830

    Standard

    liebe andrea,

    wow kann ich nur sagen. du kannst so stolz auf dich sein...eine ganz dicke umarmung für dich...
    nun ich kann dich bestens verstehen, denn mein papa manipuliert nicht, aber am liebsten wäre ihm auch, wenn NUR seine meinung zählt, zumindest vermittelt er diesen eindruck seit jahren. (früher hatte ich teils angst vor meinen eltern in bestimmten situationen) meine mama hat immer wieder versucht, uns zu schützen, indem sie ihn zurechtgewiesen hat, aber er "muss" immer seinen part dazugeben, was auch verletzt oder wo man sich klein fühlt etc.

    ja mit meiner mama konnte ich schon viel reden und es so aufarbeiten. sie hat auch immer schwierigkeiten gehabt, liebe zu zeigen oder um verzeihung zu bitten, wenn sie ungerecht wurde oder oder. nun umarmen tun wir uns, aber da ist trotz allem noch ein bissel abstand dabei, auch bei meinem papa. ich liebe beide auch sehr.

    viell. kann ich es mit meinem papa auch regeln...auf jeden fall hat sich durch meine arbeit meine sicht so verändert, dass ich meine eltern nicht mehr als MACHT sehe, sondern als das, was sie sind. liebe menschen, die eben nicht anders können. dafür bin ich sehr dankbar, denn auch ich fühle seitdem dieses band wieder, das war auch weg.

    danke lieber gott und danke an alle hier im forum, die mir halfen und dank an meine familie. in liebe conny

  12. #12
    Erfahren Avatar von Marion Frey
    Registriert seit
    25.08.2011
    Ort
    München
    Alter
    51
    Beiträge
    1.122

    Standard

    Liebe Andrea,

    vielen Dank für Deinen Bericht. vor Deinem Mut für dieses Gespräch und auch, bei Dir zu bleiben und Dich nicht draus bringen zu lassen.

    Wunderbar, dass Du so liebevolle und für Dich passende Begleitung hast und so schreitest Du voran und voran, immer weiter in Deine persönliche Freiheit und innere Unabhängigkeit hinein.



    Zwischen den Zeilen Deiner Erzählung ist so viel Kraft und Energie zu spüren, die Du jetzt mutig und zielstrebig für Deine eigene Genesung einsetzt, das fühlt sich sehr gut an. Und erinnert mich an eine Ärztin, die auch Psychotherapeutin ist und einmal sagte: Menschen mit Depressionen wissen oft nicht, wieviel Kraft sie haben, weil diese gebunden ist. Wenn sie in die richtige Richtung gelenkt wird, haben sie eine Menge Kraft zur Verfügung. Das ist EIN Ziel der Therapie. Das gelingt bei Dir und das ist einfach toll.

    Alles Liebe, mach weiter so, es geht um Dich und Du bist einzig - wie jeder von uns

    Liebe Conny,

    auch Dir möchte ich für Deine Offenheit danken, zu erwähnen, wie Du dabei bist, Deine familiären Beziehungen zu verbessern, dort wo und wie Du kannst, mit der Liebe und Aufrichtigkeit Deines Herzens. Es ist Friedensarbeit, das zu leisten.

    Auch Dir alles Liebe weiterhin

    Marion

  13. #13
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard

    Liebe Conny und liebe Marion,

    Ich danke für eure wunderschönen und aufmunternden Worte. Heute bin ich durch den gestrigen Kraftaufwand eher schwach und schwindlig. So habe ich mir heute eine Auszeit genommen. Dabei ist etwas ganz besonderes passiert. Ich muss einen neuen Packpapierbogen beschreiben, weil mir schon wieder unheimlich viele Gedanken durch den Kopf sausen. Ich bin unheimlich glücklich, jetzt kommen Erinnerungen hoch von meinen Eltern, wo wir auch sehr schöne Momente erlebt haben. Ich spüre wieder den Stolz meines Vaters auf mich, und erinnere mich auch wieder was er alles für mich getan hat. Ist das nicht herrlich. Ich freue mich schon auf das Schreiben. Ist das nicht unendlich erstaunlich wie schlecht Erinnerungen die guten Erinnerungen verdecken können. Jetzt erscheint es auch möglich,dass die alten Gefühle ihren Schrecken verlieren und ich auch wirklich aus tiefsten Herzen loslassen und vergeben kann.

    Alles Liebe


    Andrea

  14. #14
    Erfahren Avatar von Marion Frey
    Registriert seit
    25.08.2011
    Ort
    München
    Alter
    51
    Beiträge
    1.122

    Standard

    Liebe Andrea,

    das ist interessant... So ähnlich erging es mir mit meinen Eltern auch einmal. Nachdem ich mich ausgiebig über meine Eltern "ausgek...." hatte, kamen eines Tages all die liebevollen Erinnerungen und guten Momente, ich wusste auf einmal, wofür ich meinen Eltern auch dankbar bin und war konsequent, ihnen das ebenso in einem Brief mitzuteilen wie vorher die negativen Dinge. Das war für beide Seiten eine schöne Befreiung. Damals wunderte ich mich auch, woher diese Erinnerungen plötzlich kamen, aber sie waren von den negativen einfach verdeckt gewesen, wie Du sagst.

    Viel Freude und Mut auf Deinem weiteren Weg, einen relaxten Austag und ein schönes Wochnenende!

    Alles Liebe



    Marion

  15. #15
    Inspiriert Avatar von Andrea10
    Registriert seit
    28.09.2010
    Ort
    Klagenfurt
    Alter
    45
    Beiträge
    362

    Standard


    ADVERTISING

    Liebe Marrion,

    Du hast vollkommen recht. Die schönen Erinnerungen waren wirklich verdeckt, und ich habe meinen Eltern schon gesagt, dass ich ihnen, wenn mein Plakat fertig ist, auch meine schönen Erinnerungen präsentieren werde. Darauf freue ich mich schon.

    Alles Liebe

    Andrea

Seite 1 von 7 123 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Licht aus!
    Von Forum Feed im Forum Neues aus der Welt der Wissenschaft
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.11.2010, 04:03
  2. Avatar Depression?
    Von Matthias A. Exl im Forum Spirituelle Filme und Musik...
    Antworten: 33
    Letzter Beitrag: 13.08.2010, 23:51
  3. Bessere Gesundheit dank Depression
    Von Forum Feed im Forum Neues aus der Welt der Wissenschaft
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 29.09.2009, 04:05
  4. Ich bin das Licht
    Von Indigo im Forum Geschichten und Parabeln
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.03.2009, 14:42
  5. Herbst-Depression?
    Von Sabine I. Exl im Forum Waschmaschine der Gefühle
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 29.09.2008, 04:53

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •