Liebe Jumi,
oh jeh, ja , da kann ich gut verstehen das du nach diesem Traum aufgewühlt warst. Auch ich hatte schon Träume dieser Art, und durch deine Beschreibung konnte ich ganz wunderbar mitfühlen, wie du erlebt hast.
Diese langen Gänge, das Rennen fast flüchten, das vermeindliche Grauen hinter einem , die Beklemmung und schließlich Angst. Dann , wenn man erwacht ist, immer noch dieses intensive
Gefühl
.
Ja Jumi, ich kann gut mit dir fühlen.
Aber du darfst ganz beruhigt sein, es droht dir keine Gefahr.
Ebenso wie du forschte auch ich, was denn hinter diesem und ähnlichen furchtbaren Träumen stecken möge.
Besonders unser Matthias half mir damals zu verstehen, und was er erklärte, deckte sich mit dem , was auch andere Leute, die sich intensiv mit dem Thema der Traumdeutung befaßt haben, beschrieben.
Alles, was du in diesem Traum erlebt , gefühlt und gesehen hast, sind Aspekte deiner Selbst.
Kein Wesen von aussen, sondern du.
Ich kann Marion nur bestätigen, dieses Kind und diese Frau , vor denen du dich so fürchtetest, sind Aspekte, Teile von dir, die integriert werden möchten.
Damals bekam ich folgenden wunderbaren Rat, der mir unglaublich half:
Gehe bewußt in diesen Traum zurück. Du kannst dies entweder vor dem Schlafengehen erbitten, oder du legst dich hin , entspannst dich, nimmst dir Zeit, und gehst wach in die Traumsituation und n den Ort in deinem Traum zurück.
Sei dir bewußt, dir kann nichts geschehen. Ausserdem wirst du dich nicht so hilflos ausgeliefert fühlen, wenn du die Situation bewußt herbeiführst.
Der Traum kam ja ungeahnt auf dich hereingestürzt.
Die Frau und auch das Kind verkörpern etwas in dir, was du gar nicht anschauen magst, weil du es so häßlich und schrecklich findest.
Das können Erlebnisse sein, die du in deiner Kindheit hattest ( vielleicht auch nur ein Erlebnis), das kann aber auch eine Eigenschaft deiner Selbst sein, die du fürchtest, verabscheust. Es gibt viele Möglichkeiten.
Aber weiter in deinem Vorgehen:
Anstatt vor Frau und Kind zu flüchten, gehe zu ihnen. Schau sie dir genau an und sage ihnen, daß du nicht weiter vor ihnen fliehen wirst.
Liebe Jumi, sie wollen dir gar nichts böses, sondern sie zeigen dir, daß sie nicht weiter verstoßen sein wollen.
Weil etwas dem Anschein nach häßlich ist, hat es dennoch nicht verdient verstoßen zu werden.
Dieses verstoßen und verurteilt sein schmerzt so sehr, macht verzweifelt und irgendwann auch zornig.
Denke einmal an die Schöne und das Biest, denke an Quasimodo.
Sage Frau und Kind weiter, daß du ihnen dankst, daß sie den Mut hatten, zu dir zu kommen und trete ihnen mit einem Gefühl reiner , annehmender Liebe entgegen.
Vielleicht wirst du Scheu bei beiden entdecken, vielleicht wirst du unter den häßlichen Zügen nun auch die tiefe Traurigkeit und den Schmerz entdecken, und vielleicht gruselt es dich dann gar nicht mehr so.
Wir sind alle eins liebe Jumi, es gibt kein ausserhalb von dir. Alles was wir als ausserhalb von uns empfinden, ist nicht wirklich so.
Vielleicht gelingt es dir, das Kind, und auch die Frau in den Arm zu nehmen, zu trösten, zu hören, ob sie dir etwas von sich erzählen mögen.
Glaub mir Jumi, es lohnt sich dies auszuprobieren.
Du schaffst das, denn die Zeit ist dafür reif, sonst wäre dieser Traum nicht zu dir gekommen.
JETZT hast du das Geschenk der wunderbaren Möglichkeit bekommen, zu heilen, zu integrieren und deine Liebe strahlen zu lassen.
Ich bin bei dir Jumi, und sowieso bist du wunderbar beschützt und geführt. Schicke deine Angst fort , vertraue, alles ist gut.
Eine sanfte Umarmung, und Grüße aus tiefem Herzen,
Biggi
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