Herzlich willkommen im Lichtarchiv


Deinem spirituellen Archiv für Selbstfindung, Geistheilung und Glaubensfragen


  •  » Voller Freude haben wir hier 59.000 Beiträge für dich geschrieben!
  •  » Der Umgangston war über Jahre freundlich, respekt- und liebevoll...
  •  » Das Lichtforum war einzigartig in seiner Art.
  •  » Die Bewohner dieses Hauses sind nun weitergezogen...

...es war an der Zeit. Und nun kannst auch du dabei sein!


Privat, nicht von Suchmaschinen durchsucht, bewusst klein gehalten...


Sei willkommen im Herzenssache Kaminzimmer


Das Herzenssache Kaminzimmer ist übrigens werbefrei und bleibend kostenfrei!

Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Meine Zeit mit Lilly

  1. #1
    Neugierig
    Registriert seit
    19.09.2010
    Ort
    Kaiserslautern
    Beiträge
    1

    Standard Meine Zeit mit Lilly

    Ich erzähle Euch heute meine Erlebnisse mit Lilly.
    Vor einem Jahr fuhren wir von Berlin nach Kaiserslautern zurück. Es war ein Kurzurlaub gewesen. Wir wollten uns etwas die Beine vertreten und hielten an der Wartburg in Eisenach an. Der Weg dort hoch war etwas beschwerlich, das Wetter kalt und nass. Ich hatte eigentlich keine Lust dazu, bin aber tapfer gewandert. Im Wald, kurz vor der Burg, entdeckten wir ein Babykätzchen. Wir lockten sie heraus, aber sie war sehr scheu. Ein Angestellter der Burg kreuzte unseren Weg. Ich fragt ihn, ob da ein ganzer Wurf kleiner Katzen wäre. Er antwortete kurz, dass er diese kleine Katze schon ein paar Tage sehe, aber die Mutter wohl vom Marder gefressen worden wäre. Diese Katze würde sowieso auch sterben, dann sie wäre noch zu klein und auch krank. Er ging einfach weg und lies uns stehen. Ich war fassungslos! Sofort war mir klar, die Katze kommt mit zu uns und wir sind für sie da. Mein Schwager (auch mit auf Kurzurlaub) schimpfte. Was willst Du mit der Katze, der Heimweg ist noch lang, wir haben keinen Katzentransporter, die kommt mir nicht ins Auto usw. Egal, die Katze musste mit. Ich wäre nicht ohne sie gegangen! Sie lag im Auto auf meinen Beinen, endlich Wärme und etwas Weiches unter sich. Zuhause angekommen gingen wir sofort zum Tierarzt. Der machte uns nicht viel Hoffnung. Katzenbaby ca. 2 Wochen, 200 Gramm schwer, schwere Erkältung, kann noch nicht alleine fressen etc. Egal, ich wollte es schaffen, ich wusste, ich schaffe es. Ich habe die Kleine aufgepäppelt, mit einer Flasche ernährt. Tag und Nacht jede Stunde. Sie viel im Arm gehalten und ihr gesagt, dass sie doch leben will. Und sie wurde munter, nahm an Gewicht zu. Ein richtig kleiner Wonneproppen. Sie war total auf uns und alle Menschen bezogen, immer am schmusen. Und sie verstand alle Worte. Nach ca. 10 Wochen frass sie plötzlich nicht mehr. Lag nur noch traurig in ihrem Korb. Unser Hündin hat sie angeschupst, abgeleckt, sie warm gehalten. Die kleine Lilly nuckelte sogar an ihren Zitzen, als ob der Hund ihre Mutter wäre. Also wieder ab zum Tierarzt. Der sagte mir, die Katze hätte wohl von ihrer Mutter eine schwere Krankheit übertragen bekommen. Katzenaids eventuell oder ähnliches. Sie würde das nicht überstehen. Es gäbe gegen diese Krankheit auch keine Medizin. Sie sollte erlöst werden, bevor sie verhungert. Es war an einem Freitag und ich war erschüttert. Ich nahm die Kleine mit und wollte mein Bestes für sie tun. Ich war mir sicher, sie muss noch nicht gehen! Drei Tage und Nächte alle Stunde Aufzuchtsmilch mit einer Pipette ins Mäulchen. Sie warm halten. Sie war zu schwach zum Schlucken und ich habe ihr gesagt, sie wolle doch leben und gesund werden. Dann.....schluckte sie ganz tapfer. Nach drei Tagen auf einmal ging es ihr besser. Sie frass alleine, sie lief wackelig herum. Unsere Hündin war glücklich und wir auch. Lilly erholte sich dann ganz schnell und war gesund. Impfen, Sterilisieren..alles kein Problem. Die kleine Katze war ein Kämpfer und ganz dankbar. Immer an unserer Seite mit ihrer Hundemutter. Als das Wetter besser wurde im Frühjahr wollte sie raus. Sie sass an der Scheibe und schaute raus. Unsere grosse Katze, die Lilly übrigens sofort akzeptiert hat (was nicht so oft bei Katzen der Fall ist) geht auch raus. Uns so lies ich Lilly auch raus. Sie war vorsichtig und eigentlich immer in unserem oder Nachbars Garten. Nie weit weg vom Haus. Wir wohnen sehr verkehrsberuhigt, 30er Zone, nur Anwohner. Letzte Woche am Donnerstag ging sie morgens raus, wie immer. Ich arbeite im Haus, bin also fast nie länger als eine Stunde aus dem Haus. Aber an diesem Tag hatte ich einen Termin in Mannheim. War einige Stunden nicht da. Als ich mittags heim kam, war Lilly nicht, wie gewohnt, zuhause vor der Tür. Wir suchen bis spät in die Nacht. Auch in der Nacht bin ich zweimal aufgestanden und habe draussen gerufen. Am nächsten Tag früh morgens habe ich das Tierheim und alle Tierärzte im Umkreis angerufen. Ein Tierarzt sagte mir, dass er am Vortag eine kleine schwarz-weisse Katze gebracht bekommen hätte, die angefahren worden wäre. Er hätte sie eingeschläfert, weil ihre Hinterbeine gebrochen gewesen wären. Geröntgt hat er nicht, er hätte das auch so gesehen. Die Frau, die Lilly zum Tierarzt gebracht hat berichtete mir davon. Die Katze lag schreiend auf der Strasse. Autos fuhren weiter. Menschen liefen an ihr vorbei. Jeder schaute, keiner blieb stehen. Die Nachbarin wusste nicht, dass es unsere Katze war. Sie handelte (ich bin ihr dankbar dafür) und nahm sich ihr an. Lilly hat sich mit den Vorderpfoten über die Strasse ca. 70 Meter in unsere Richtung geschafft. Mit aller Kraft. Sie wollte zu mir. Sie wusste, ich helfe ihr. Doch ich war nicht da! Ich wusste es nicht mal! Lilly war ganz lieb trotz Schmerzen, lies sich hochnehmen und ins Auto bringen. Selbst beim Tierarzt weinte die Katze vor Schmerzen, aber sie kratzte und biss nicht. Sie schaute nur lieb zu der Nachbarin, so dass diese dachte, die Katze will geholfen bekommen. ---Ich erfuhr davon erst einen Tag später, als Lilly nicht mehr auf der Erde war. Sie fehlt uns schrecklich, uns allen, selbst meinen anderen Tieren. Ich bekomme den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass ich nicht für sie da war. Entweder um den letzten Weg auf Erden mit ihr zu verbringen oder sie zu retten. Denn ich hätte sie auch ein drittes Mal retten und beschützen können, wäre ich nur da gewesen! Ich habe immer gespürt, wie es ihr geht, als sie krank war. Ich wusste, wir schaffen das. Auch jetzt bin ich mir sicher, sie war zu retten. Sie hätte nicht gehen wollen und müssen. Was denkt ihr? War es einfach ihre Zeit? Sollte ihre Seele gehen? Wollte sie es? Ich lasse sie los, ich halte sie nicht. Aber es wäre meine Aufgabe gewesen, sie zu beschützen und ihr zu helfen.

  2. #2
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
    Registriert seit
    08.08.2008
    Ort
    Stoberdorf bei Althofen/Kärnten
    Alter
    46
    Beiträge
    3.669
    Blog-Einträge
    2

    Standard

    liebe Safira,

    das ist ein sehr, sehr berührendes Ereignis, das du hier mit uns teilst. Danke für die wunderschöne Geschichte mit deiner Katze.

    ich kann dich so gut verstehen und spüre deine Trauer, deinen Schmerz im Abschied von diesem Wesen. ich und meine Familie, wir hatten schon einige dieser bezaubernden Wesen in unserem Leben, zwei davon fanden durch Autos ihren Tod. diesen Schmerz des Verabschiedens von diesem Kätzchen kann dir niemand abnehmen, im Loslassen, wie du es eh schon begonnen hast, wird er kleiner werden. Lillys Seele ist nicht gestorben, sie ist erstmal heimgekehrt.

    ich glaube nicht, dass es noch mal deine Aufgabe gewesen wäre, da zu sein, sie zu beschützen und ihr zu helfen. denn sonst hättest du diesen Termin in Mannheim nicht gehabt. Gottes Wege sind für uns Menschen nicht immer zu verstehen, doch er macht keine Fehlericon, weder bei Tieren, noch bei Menschen. diese Seele, die da einige Zeit an deiner Seite war, wollte heim ins Licht. und dort ist deine Lilly jetzt. und sie wird erleichtert sein, wenn dein Schmerz weniger geworden ist.

    ich umarme dich ganz zart in dieser gefühlsaufgewirbelten Zeit

    Elisabeth

  3. #3
    Weise Avatar von Atlantis
    Registriert seit
    30.07.2009
    Alter
    42
    Beiträge
    3.600

    Standard


    ADVERTISING

    Liebe Safira,

    auch ich danke dir von Herzen für diese Geschichte mit Lilly.
    Ich habe mein ganzes Leben mit Tieren zusammen gelebt, großen wie kleinen und auch ich kann deinen Schmerz so gut verstehen.
    Was Lisa schrieb, erscheint mir so herzlich und wahr, daß es kaum noch etwas hinzuzufügen gibt.
    Ich sehe es auch so, daß wenn es hätte sollen sein, du an besagtem Tag nicht unterwegs gewesen wärst.
    Auch wäre Lilly nicht angefahren wurden, wenn es nicht hätte sollen sein.
    Dinge geschehen nie einfach nur so, aber so manches Mal verstehen wir den Grund nicht, oder erst später.
    Vielleicht ist aber auch das gerad eine wunderbare Übung. Müssen wir immer alles verstehen?
    Ich habe oft und lange mit Schlägen in meinem Leben gehardert, habe an Gott gezweifelt und seine Liebe in Frage gestellt. Ich wußte es einfach nicht besser.
    Auch heute hardert mein Egoicon mitunter , dann weine ich, bin traurig oder gar wütend, aber immer häufiger fällt mir dann wieder ein, daß alles so richtig ist, wie es ist.
    Das macht es mir sehr angenehm und leicht. Ich konzentriere mich nicht mehr auf den z.B. scheinbaren Verlust, sondern richte meinen Fokus auf all das Wunderbare , was war und auch weiter ist.
    Es ist nicht so, daß ich den Schmerz nicht spüre, ich dränge ihn auch keineswegs weg, sondern achte und schätze ihn , aber ich nähre ihn auch nicht, indem ich mich in Traurigkeit und Kummer stürze .

    Ich schicke dir von Herzen eine ganz liebe Umarmung,

    mitfühlende Grüße aus Köln,

    Biggi

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •