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Thema: Burnout - eine Chance auf Veränderung

  1. #1
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Idee Burnout - eine Chance auf Veränderung

    Ihr Lieben,

    heute dachte ich mir, ich schreibe ein paar Zeilen über mein eigenes Burnouticon, die Folgen aber vor allem die Chance in einem solchen Ereignis. Wir haben ja hier über ein mögliches Burnout diskutiert (http://www.licht-forum.org/fragen-un...-new-post.html)

    Persönlich war ich vor ca. neun Jahren davon betroffen... Ich arbeitete in – die Gesellschaft würde sagen - "hoher" Position, studierte "nebenbei", versuchte eine Beziehung zu leben und einiges mehr. Ich hatte viele Ziele, versuchte diese natürlich auch alle zu erreichen.

    Irgendwann begannen die scheinbar irrationalen Angstzustände, Nachtschweiß, Magenbeschwerden und noch ein paar „Eigenheiten“ meines Körpers und meiner Seele. Aber natürlich spricht man nicht darüber - ein Zeichen von "Schwäche". Parallel zu dieser Entwicklung verlor ich mehr und mehr Freunde dafür mehrten sich die Small Talk Kontakte...

    Am absoluten Tiefpunkt angelangt war auch der Moment da, wo ich nicht mehr wollte - Leben meine ich. Ich werde nicht vergessen als ich im tiefsten Kummer auf einem Hügel meinem Leben ein Ende setzen wollte. Doch - etwas hielt mich zurück, das mir sagte: es ist sinnlos, so zu gehen.

    Wie wahr. Also ging ich, woanders hin - nach Hause.

    Ich erkannte es gab nur zwei Möglichkeiten für mich: Lasse deine "Seele", dein Träume, dein ganzes Fühlen sterben ODER ändere was dich unglücklich macht.

    Veränderung? Angst machte sich noch mehr breit. Da war soviel was mich störte, was ich nicht mochte, was ich nicht aushielt, was ich nicht mehr tun wollte - Wo also anfangen?

    Hier verwende ich gerne ein Symbol dafür, es sind Kreise die uns umgeben. Fangen wir klein an, im direkten Kontakt mit mir, wer steht dort? Beziehung? Elternicon? Frau? Mann? Kinder? Was tut mir weh? Was macht mich unglücklich? Dies ist der erste kleine Kreis, wo es zu arbeiten gilt.

    Hah, doch es ist manchmal nicht so leicht - denn da ist doch zu "wenig Zeit" - man muss doch "arbeiten"... der zweite Kreis.

    Sehr oft ist aber genau das Übermaß an Arbeit der reine Fluchtkomplex raus aus dem ersten Kreis. Frei nach - es geht mir besser in der Firma als in meiner Beziehung. Wichtig - dies kann sein, muss nicht sein und auch nicht für jeden gelten. Manchmal werden wahre Beziehungen auch gar nicht gelebt – man hat ja gar keine Zeit für so etwas Altmodisches… und doch sehnen wir uns irgendwie danach.

    In jedem Fall gibt es immer einen tiefen Grund, was uns antreibt genau die Dinge zu tun, die uns eigentlich schaden, UNRUHE stiften, MANGEL erzeugen, UNGLÜCK bereiten. Übermäßige Arbeit auf Grund von "Selbstbestätigung" hat eigentlich sehr oft mit einem geringeren "Selbstwertgefühl" zu tun. Es ist das "Aufmerksamkeits Bekommen Schema über Erfolg". Auch wenn man in diesem Muster nach Außen so wunderbar "den Schein" lebt: es ist Schein - nicht Sein. In meinem Fall hatte ich den Schein wunderbar poliert. Dies wurde mir auf meinem Weg von Burnout Symptom zu Burnout Symptom klar.

    Nun galt es Ängste vor Veränderung zu bearbeiten - denn die sind der Hindernis Grund, WARUM wir Dinge, die uns schaden nicht verändern - ANGST davor, nicht noch einmal so einen Job zu bekommen, ANGST, nicht genug zu verdienen, ANGST, alleine zu bleiben, wenn ich in der Beziehung meine wahren Gefühleicon kommuniziere. ANGST vor so vielen Konsequenzen....

    Doch genau jene Ängste sitzen im eigenen Unterbewusstsein und können nicht durch SCHEIN in Sicherheit aufgelöst werden, durch Geld befriedigt, durch ein schnelles Auto überfahren oder sonst wie verkauft werden.
    Dies geht nur durch den Willen, an sich selbst zu arbeiten, zu erkennen, dass es MEINE Entscheidungen waren, die mich HIERHER gebracht haben. WIESO tue ich, was ich tue? Sehr oft finden wir die Ursachen dann in unserer Kindheit, in Mustern, die wir übernommen haben - DU BIST dein Erfolg, deine Arbeit, die MENGE deiner Arbeit (=Fleiß) u.v.m.

    Die Frage ist also, WEM will ich WAS Recht machen? Meinem Vater? Meiner Mutter? Meinen ehemaligen Klassenkameraden?

    Es gibt keine Allgemeinformel für jeden, ich versuche Euch gerade nur zum Nachdenken anzuregen. Zu sehen - sofern ich gerade im Burnout stecke - wo ich anfangen kann zu suchen...

    Bei mir persönlich war es so, dass ich die Antworten auf die Fragen gefunden habe. Ich war in schon zu Schulzeiten meistens der, der im Turnen nicht "gewählt" wurde... In mir entstand ein Gefühl "es allen zeigen zu wollen" – zu zeigen, dass ich „mehr wert“ war. Dadurch entstand ein tiefer, nicht zu befriedigender Karrierewunsch, der mich zu Höchstleistungen anspornte aber im Burnout endete. Mit dem Erkennen des Problems, verlor dieser Wunsch an Kraft, ich erkannte die "Sinnlosigkeit" meines eigenen Tuns.

    Ich erkannte, dass das, nach was wir uns alle sehnen eigentlich nur folgende Dinge sind: „Glücklich sein“ und „Liebe“.

    Leider sind diese beiden Dinge sehr oft an Ziele geknüpft, die uns eigentlich krank machen. Und hier bewahrheitet sich, dass man Glück und Liebe nicht kaufen kann. Diese warten nur darauf durch uns in uns erfahren zu werden.

    Bei mir selbst hat sich mein Leben drastisch verändert, ich habe es drastisch verändert. Aber genau dadurch beides gefunden - Glück und Liebe. Jeder kann dies, ich muss nur anfangen, mein Leben, meine Handlungen zu hinterfragen und mutig Schritt für Schritt ohne Angst vor der Konsequenz die Dinge ändern. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Aufhören sich „durchzuwursteln“.

    Heute kann ich sagen, dass das Burnout mir wahrlich geholfen hat. Wieso musste es zu diesem drastischen Zustand kommen? Sehr einfach, meine eigene Sturheit meinen bisherigen Weg weitergehen zu wollen OHNE mich zu verändern hatte drastischere Mittel notwendig gemacht. Vorher wollte ich einfach nicht hören. Ich brauchte das Burnout um zu verstehen. Die Entscheidung vor der ich also stehe ist – kann ich den tiefen Sinn des Burnouts für mein Leben annehmen oder sehe ich die Situation nur als lästiges Phänomen, welches mich abhält so weiter zu machen wie bisher? Diese Frage könnt Ihr nur im Herzen beantworten. Helfen kann euch bei dieser Reflektion - wie ich so oft erwähne - das Erkunden der Zwillingseigenschaften.

    Ich wünsche Euch von Herzen alles erdenkliche Gute, sodass Ihr mit Mut, Ausdauer und Hingabe euer ganz persönliches Glück und die Liebe findet und lebt.

    von Herzen alles Liebe,

    Matthias

  2. Der folgende Leser bedankte sich bei Matthias A. Exl für das wertvolle Posting:

    Das Nilpferd (29.12.2011)

  3. #2
    Inspiriert Avatar von Petra2
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    lieber matthias!

    leider kann man nicht immer so alles ändern, was einem ins burn-out getrieben hat... man kann sich nicht so einfach von der familie trennen, vor allem, wenn die familie kinder sind... und ich kann mich auch nicht immer gleich vom partner trennen, wenn uns liebe verbindet, aber die umstände mich in den wahnsinn treiben....

    ich befinde mich auch grad mittendrin, wieder einmal... und ich kann die auslösenden faktoren nicht ändern... aber ich weiß, dass in ein paar wochen/monaten es wieder gut wird... bis dahin gilt es für mich durchzuhalten... nur weiß ich noch nicht wie... medikamente will ich keine mehr nehmen..

  4. #3
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
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    guten Morgen ihr Lieben,

    höchstwahrscheinlich kann ich bei Burnouticon mitreden - das möchte ich eigentlich aber gar nicht. Matthias' Worten kann ich mich nur anschließen - die Geschichten ähneln sich .

    ich bemerke bei mir eine leichte Verzweiflung mit dem Thema (nicht mit den SchreiberInnen!!!, schon gar nicht mit der Tatsache, das Menschen da durch gehen) - es ist eine Mischung aus Ungeduld, Überheblichkeit und Lieblosigkeit aber durchaus auch das Bedürfnis zu helfen. bei mir ist diese dunkle Phase ungefähr 15 Jahre her, meine Kinder haben einige Monate Einiges mit mir mitgemacht, das ich nicht verhindern konnte, ich war einfach nicht in der Lage für sie da zu sein... zum Glück wars mein damaliger Mann... höchstwahrscheinlich sinds Schuldgefühle... wieder mal, Resonanz bei mir... und der stelle ich mich von Herzen gerne...

    ich weiß ich aus eigener Erfahrung wie wichtig es ist in solchen Phasen der inneren Auseinandersetzung ist, gütige, liebevolle, leuchtende Menschen um sich zu wissen, die ein Sicherheitsnetz aus Liebe weben. und bei denen man sich recht gut verlassen kann darauf, dass sie gleichzeitig gut für sich selbst sorgen, um nicht in diese Verzweiflung mitgezogen zu werden.

    mit diesem Wissen (Himmel, schlaft ihr derzeit auch so unruhig, habt ihr auch solche Nächte voller Träume?) und Morgengefühl schlug ich heute sehr früh unsere Tageszeitung auf - und wie schon vor Tagen geschrieben, auch in unserem Blatt ändern sich die Artikel. egal ob es an Weihnachten liegt oder nicht, der Artikel über den Schweizer Therapeuten, der drei Jahre Depressionen durchwanderte und diese Jahre seine "Bescheidenheitslektion" nennt - und ein Buch darüber geschrieben hat, möchte ich mit jenen teilen, die unser regionales Blättchen nicht erhalten: E-Paper & Archiv > Vorteilsclub > Kleine Zeitung ...

    liebe Petra, ich umarme dich ganz zart

    Liza

  5. #4
    Inspiriert Avatar von Petra2
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    liebe liza!

    den letzten satz hab ich fast überlesen... und schon fließen die tränen....

    ja, ich schlaf auch sauschlecht, hab merkwürdige träume.. und fühl mich in der früh wie nach einem marathon.. völlig gerädert.....
    meine gesichtsfarbe hat leichenähnlichen charakter und die augenringe lassen sich gar nicht mehr wegschminken... naja, ist ja fasching... geh ich halt als zombie....
    wenigstens meinen (galgen)humor hab ich noch nicht verloren....

  6. #5
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
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    Standard tränen

    ach liebe Petra,

    lass sie fließen deine Tränen, sie sind so wichtig, alle Verhärtungen lösen sich in den Tränen, ich gleich mit dir mit.

    so schön dass du da bist

    Liza

  7. #6
    Inspiriert Avatar von Petra2
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    musst nicht mitweinen... es reicht, wenn ich ausschau wie ein verquollener frosch... mit zombiecharakter....(aufs aussehen bezogen...)

  8. #7
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
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    was dich aber schön macht ist die Erleichterung in ein paar Tagen, wirst sehen

    Liza

  9. #8
    Weiser Forumsengel Avatar von Matthias A. Exl
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    Zitat Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    lieber matthias!

    leider kann man nicht immer so alles ändern, was einem ins burn-out getrieben hat... man kann sich nicht so einfach von der familie trennen, vor allem, wenn die familie kinder sind... und ich kann mich auch nicht immer gleich vom partner trennen, wenn uns liebe verbindet, aber die umstände mich in den wahnsinn treiben....

    ich befinde mich auch grad mittendrin, wieder einmal... und ich kann die auslösenden faktoren nicht ändern... aber ich weiß, dass in ein paar wochen/monaten es wieder gut wird... bis dahin gilt es für mich durchzuhalten... nur weiß ich noch nicht wie... medikamente will ich keine mehr nehmen..
    Liebe Petra,

    jeder, der in diesem Loch schon einmal gesteckt ist weiss, dass man die Ursache des Loches während der Zeit kaum lösen kann. Da es an allem fehlt: Kraft, Mut, Zuversicht - Urvertrauen.

    Jedoch ist jedes Tal, nachdem es durchschritten wurde ein Symbol für die zu verändernden Dinge. Auch bei unseren Schülern und ebenso bei uns selbst sieht man immer wieder ein Phänomen: Man weiß um die geistigen Gesetze, vertritt diese vom Verstand aus und dann geschehen zum Beispiel diese Dinge:

    Ja, natürlich gilt das Spiegelgesetz, aber wenn du DEN kennen würdest, dann wüsstest du, dass es eine Ausnahme gibt.
    Ja, man ist Erschaffer der eigenen Realität, jedoch unter meinen Umständen würdest du erkennen, dass es auch Ausnahmen gibt....

    Ich würde dir nicht helfen, wenn ich diese Zeilen nicht schreibe, auch wenn diese nun Resonanz auslösen. Der endgültige Weg heraus aus diesen Tälern ist nicht im Außen die Schuldigen zu suchen - nicht im Schicksal, in Gott, in Personen oder Situationen. Die Situation ist, wie sie ist - meine persönliche Lernaufgabe und ich bin derjenige der heute das Pflänzchen setzt, dass morgen ein prachtvoller Baum ist oder auch nicht.

    Dies ist etwas sehr positives, denn es zeigt uns, dass wir nicht machtlos sind, sondern durchaus kraftvoll. Es zeigt uns, dass wir nichts ausgeliefert sind, sondern Möglichkeiten haben.

    Anerkenne ich dies nicht, werde ich die Möglichkeiten auch nicht sehen. Erlaube ich mir dies anzunehmen, werden sich neue Türen öffnen, die nicht in ein bekanntes Tal sondern eine neue Umgebung führen.

    Meine persönliche Sturheit hat mich sehr lange nur bekannte Türen aufmachen lassen, ich habe meine Besuche in jenem Tal auf die Spitze getrieben. Irgendwann ist aber aus der Verzweiflung Wut geworden, die als positive Agressivität mir die Kraft gab, Dinge zu ändern, die schon längst überfällig waren. Nein, jene Handlungen bedeuten nicht Trennung oder dergleichen, sondern das Erlernen des achtsamen Umgangs mit einem selbst: was tue ich, dass mir nicht gut tut, um Dinge zu bekommen, die ich denke dass ich sie sonst nicht bekommen würde, wenn ich das nicht täte was ich tue.

    Umarmung von Herzen,

    Matthias

  10. #9
    Lichtforum Moderator Weise Avatar von Lichtblicke
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    lieber Matthias,

    für diese geniale Antwort. ma, ich bin sooo begeistert von dieser klaren, liebevollen und nüchternen Antwort. wenn ichs nicht besser wüsste dann würd ich glauben du hast sie für mich geschrieben, so sind wir verbunden, Petra, merkst dus? und erkennst du jetzt, wie wertvoll deine Beiträge sind?! dein Dich-Zeigen wie du bist , !

    weißt du Petra, ich druck mir diese Antwort jetzt aus und häng sie mir gut sichtbar irgendwo in Aufwachnähe, oder zum Spiegel, oder in die Küche . ich kenn das - es brauchen nur drei Dinge statt der gewohnten zwei zusammen kommen - und ich stehe auch wieder wackelig, obwohl ich mich wirklich darauf konzentriere, zu lernen. es mir auch Spaß macht. und ich meine All-Tage mehr genieße als noch vor einem Jahr. wirklich und ehrlich. der Weg zahlt sich sowas von aus.

    und - ich fürchtete mich heute latent ein wenig vor einem Gespräch mit einer Freundin, die seit sage und schreibe zwei Jahren die immer gleichen Katastrophen erlebt - vor Weihnachten wieder auf Herbergsuche ist, heuer auch wieder schwangericon - die Formulierung "die immer gleichen Türen öffnen" ist sowas von genial. ich werde ihr diesen Zettel vorlesen...

    ich hab die Gabe nicht, Dinge so klar zu benennen, ich sehe sie derzeit "nur", ich fühle sie. und ich kann sie zunehmend sehr klar trennen, das hab ich mir sosehr gewünscht - ich trenne zwischen meinem Gefühlicon, meiner Resonanz - und dem der anderen. meistens ...

    wie bin ich doch dankbar, in diesem wunderbaren kreis zu lernen und zu erkennen

    ganz lichtvolle Grüße

    Liza

  11. #10
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    Lieber Matthias

    Vielen Dank für deinen ausführlichen und ehrlichen Bericht.
    Was mich nun noch wundernähme, was sind die konkreten Schritte, die du unternommen hast, um deine Krise zu überwinden und gestärkt daraus hervorzukommen?
    Hast du Hilfe gesucht (welche?), was hast du verändert und wie lange dauerte es, bis du wieder sagen konntest, mir geht es gut?

    Ich bin noch lange nicht soweit, hatte grad gestern wieder einen mega Rückschlag. Die Kids kamen heim von einem Weekend beim Papi, weinten nur, wollten zurück zu ihm und sagten beide, sie hätten mich nicht lieb und wollten nicht mehr bei mir sein. Autsch! Das sass!
    Ich weiss, ich darf das nicht so persönlich nehmen, aber irgendwie reisst so die uralte Wunde von nicht geliebt werden wieder auf und die Gedanken fangen wieder an zu kreisen: Die eigene Mutter hat mich nicht geliebt und mich weggeben, der Vater auch nicht und nun kommen auch noch die Kinder damit und jede Beziehung ist auch gescheitert, bin ich einfach nicht liebenswert???
    Aber ich habe es über der ganzen Verzweiflung, Wut und Trauer doch geschafft, eine positive Botschaft für mich herauszuschälen, Liebe kann man nicht verdienen. Ich habe mich die letzten 4,5 Jahre aufgeopfert für die Kids, bis fast zum selber draufgehen und was passiert?? Bringt also alles nichts und ich kann sofort aufhören damit. Liebe ist ein Geschenk und kann man nicht verdienen und ich gucke jetzt einfach mal, was gut ist für mich und nicht immer nur für die Kids.

    Aber ich frage mich schon, kann man solche Aussagen ernst nehmen? Wären sie wirklich wohler beim Papi? Wäre das eher auch mein Weg, wenn ich arbeiten könnte???

    Fragen über Fragen......

    @Petra:
    ich drück dich ganz fest......alles hat sein Gutes, ich spüre die Veränderungen die nötig sind und beginne umzusetzen. Ich wünsche dir auch ganz viel Kraft dafür!!!

  12. #11
    Weise Avatar von Atlantis
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    Liebe Angelheart,
    in den nun 20 Jahren meiner pädagogischen Tätigkeit, habe ich unter anderem gelern:
    Wenn es der Mami gut geht, geht es auch den Kindern gut.
    Es ist wirklich wichtig, das du einen Weg findest, es DIR wieder gut gehen zu lassen.
    Weißt du, die Kinder merken ja auch, das du unglücklich bist.
    Wenn du gestärkt und zufrieden bist, so kannst du deinen Kindern geben, was Kinder eben so benötigen.
    Ist dein Tank aber leer, dann kommen alle zu kurz.
    Im Kindergarten ist das nichts anderes.
    Viele denken, an erster Stelle stehen die Kinder.
    Ich habe dem nie zugestimmt.
    Zufriedene Erzieherinnen machen zufriedene Kinder und zufriedene Kinder machen zufriedene Elternicon.
    Ein Regelkreis.
    Ich kann dich wirklich nur bestärken:
    Schau, das es DIR wieder gut geht.
    Such dir jegliche Hilfe dabei, und Unterstützung, die du bekommen kannst.
    Vielleicht wäre es dienlich, wenn der Papa mal etwas häufiger als sonst einspringt?
    Wäre das machbar? Würde es dir etwas Ruhe verschaffen?
    Nicht den Kopf hängen lassen liebe Angelheart .
    Du bist eine wunderbare Mami, du hast alles gut gemacht, und du darfst auch mal ausruhen.
    Ciara sagt mir übrigens regelmäßig, daß sie von MIR wirklich und absolut genug hat, und das sie zu Oma und Opa ziehen will.
    Als sie des letzt mal überhaupt nicht aufräumen wollte , ich schon mitgeholfen hatte, sie trotzdem nicht mitmachte, da sprach ich sehr bestimmte Worte.
    Sie meinte darauf, daß ihr Leben ohne mich eine Freude sein müsse, mit mir hingegen wäre es eine tägliche Strafe.
    Poah, ich war innerlich so aufgebracht . Ich hätte platzen können.
    Stattdessen habe ich gesagt:
    Kannst du haben junge Dame, wir nutzen eben diese Wohnung zusammen, gehen aber ab nun getrennte Wege.
    Sehr zufrieden schnappte sie sich ihre 8 Stofftiere aus meinem Bett, Kopfkissen, Bettdecke und verschanzte sich in ihrem Zimmer. Ihr Türschild auf STOP gedreht .
    Eine erstaunlich lange Weile hörte ich nix von ihr, dann gerumpel, dann ein weiteres Schild an der Tür.
    Eine unförmig aussehende Figur, unter der in krakeligen Buchstaben Mama stand - durchgestrichen.
    Aha .-
    Wieder eine Weile später ein Brüll : Ich hab hunger.

    Tja, da wirst du dir wohl was kochen müssen.
    Betretens Schweigenicon, dann Wut:
    Du mußt für mich kochen!
    Nein, ich bin Mutter, aber nicht Hausangestellte.Mich als Mutter möchtest du nicht mehr, als Dienerin bekommst du mich nicht.
    Beleidigt zog sie dann zum Kühlschrank und schmierte sich ein Leberwurstbrot mit Kirschmarmelade.-
    Abwartend provokanter Blick zu mir.
    Ich beachte sie nicht, schäle Kartoffeln und erzähle Lucky, das ich mir Kartoffelbrei machen möchte.
    Nachdem sie zweimal lustlos an ihrem Brot gebissen hat, verschwindet sie wieder in ihrem Zimmer.
    Zurückgepfiffen: Aufräumen , spülen
    Mit patschnassen Ärmeln stiefelt sie in ihr Zimmer.
    Etwa zwei Stunden habe ich Ciara auflaufen lassen, bis sie von sich aus nachgab.
    Ich bin sicher, jede einzelnen Mutter hier kann dir berichten, das ihr Kind immer wieder mal Dinge sagt, und macht, die weh tun oder zumindest ärgern oder verwundern, aber im Eigntlichen liebt jedes Kind seine Eltern.
    Deine Kinder und liebe und brauchen dich, sei ganz beruhigt.
    Weißt du alle Kinder fordern uns Eltern in dieser Weise, immer wieder. Und wir können gelassen und suverän reagieren, wenn wir in uns gestärkt sind. Geht es uns aber schlecht, laufen wir aus dem Ruder. Jeder kennt das. Dann wird gebrüllt, obwohl man doch eigentlich gar nicht brüllen will, es wird gezetert...-
    Die Kinder orientieren sich einfach an uns , testen aus, und wenn es uns schlecht geht, geht es ihnen auf kurz oder lang auch nicht gut.

    herzliche Grüße, Biggi

  13. Der folgende Leser bedankte sich bei Atlantis für das wertvolle Posting:

    Das Nilpferd (29.12.2011)

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